CDU-Bürgermeister-Kandidat sieht sich als Außenseiter – aber mit Chancen

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CDU-Bewerber bei früheren Bürgermeisterwahlen waren meist Zählkandidaten. Diesmal aber werden die Karten neu gemischt. Das hofft zumindest Thomas Heinzel, der für die CDU antritt

Bergkamen

, 10.03.2020, 13:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

So vermessen, dass er als Favorit in den Bürgermeisterwahlkampf geht, ist CDU-Fraktionschef Thomas Heinzel nicht. „Aber ich habe zumindest eine realistische Außenseiter-Chance“, meint er, als er am Dienstag seine Kandidatur offiziell erklärt. Spekulationen darüber hatte es spätestens gegeben, seitdem er im Januar die Hauptrede beim CDU-Neujahrsempfang hielt.

„Thomas kann das, Thomas will das“, sagt der Bergkamener CDU-Stadtverbandschef Marco Morten Pufke über den Kandidaten Heinzel.

„Thomas kann das, Thomas will das“, sagt CDU-Stadtverbandschef Marco Morten Pufke (r.) über den Kandidaten Heinzel. © Stefan Milk Stefan Milk

Und einen ernsthaften Gegenbewerber gab es wohl innerhalb der Bergkamener CDU nicht. Auch außerhalb der Stadtgrenzen habe sich die Partei nicht umgesehen, betonte Heinzel. „Thomas kann das, Thomas will das“, unterstützt ihn der Stadtverbands-Vorsitzende Marco Morten Pufke.

Heinzel sieht bessere Chancen für die CDU als früher

Offiziell nominiert werden soll Heinzel bei der Stadtverbandsversammlung am 20. März. Spätestens dann beginnt der Wahlkampf um den Chefsessel im Rathaus. Heinzel sieht dabei deutlich bessere Chancen für sich und die CDU als in früheren Jahren. Schließlich tritt der langjährige Amtsinhaber Roland Schäfer (SPD) nicht mehr an, weshalb die Karten neu gemischt werden. Im Wahlkampf bekommt es Heinzel mit seinem Gegenpart von der SPD, Bernd Schäfer, zu tun.

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Der führt die sozialdemokratische Fraktion seit sechs Jahren – genauso lange wie Heinzel die christdemokratische. Zuvor war Heinzel zehn Jahre lang Vize-Vorsitzender. Im Rat sitzt er schon seit 26 Jahren. In dieser Zeit hat er unter anderem den Bau- und Umweltausschuss sowie den Jugendhilfeausschuss geleitet. Ihm sei es immer wichtig gewesen, sich nicht auf ein spezielles Thema festgelegt zu haben, sagt Heinzel. Auch ein Bürgermeister müsse Generalist sein: „Ich habe mir in all den Jahren Wissen angeeignet, das dem Querschnitt der Verwaltung entspricht.“

Die Pläne für eine Beteiligung Bergkamens an der Internationalen Gartenausstellung lehnt der CDU-Kandidat kategorisch ab.

Die Pläne für eine Beteiligung Bergkamens an der Internationalen Gartenausstellung lehnt der CDU-Kandidat kategorisch ab. © RVR / Büro Landschaft Planen+Bau

Vater Richard Heinzel saß lange für die CDU im Stadtrat

Dass Thomas Heinzel vor 40 Jahren der Jungen Union und dann auch der CDU beitrat, lag in der Familie. Sein Vater ist der langjährige Vize-Fraktionsvorsitzende Richard Heinzel, der Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag war. Mit ihm sammelte Thomas Heinzel 1984 erste Wahlkampferfahrung, als der Senior für den Bundestag kandidierte – allerdings ohne Erfolg. Inzwischen werde er aber nicht mehr überall gefragt, ob der der „Sohn von ...“ sei, meint Thomas Heinzel. Gleichwohl sei ihm der Vater als Ratgeber wichtig.

Thomas Heinzel will sich in Bergkamen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt stark machen, sagt er.

Thomas Heinzel will sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt stark machen, sagt er. © Stefan Milk Stefan Milk

Die Bergkamener, die am 13. September für Heinzel als Bürgermeister stimmen, votieren damit gegen eine Beteiligung an der für 2027 geplanten Internationalen Gartenausstellung (IGA).

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Die lehnen die CDU und ihre Kandidat kategorisch ab. Weitere Wahlkampfthemen, auf die Heinzel setzt, sind der gesellschaftliche Zusammenhalt, den er stärken will. Außerdem werde er sich für altersgerechte Wohnungen und für zusätzliche Kindergartenplätze stark machen, meint er. Sein Konkurrent von der SPD hatte allerdings bis auf seine Haltung zur IGA ähnliche Wahlkampfziele genannt.

CDU-Kandidat

Zur Person: Thomas Heinzel

  • Thomas Heinzel wurde 1962 geboren. Er wuchs in Rünthe auf, wo er auch heute noch lebt.
  • Thomas Heinzel ist Diplom-Ingenieur der Elektro-Technik und arbeitet für die Stadtwerke Lünen.
  • Thomas Heinzel ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder

Gewerbe in der Marina Nord

Kontroverser könnte es bei der Frage zugehen, wo die Stadt neue Gewerbefläche ansiedeln soll. Heinzel bevorzugt nach wie vor das „Marina Nord“ genannte Areal am Westenhellweg zwischen Ortsausgang Rünthe und dem Kraftwerk Heil. Auch die Flächen rund um die A2-Auffahrt in Weddinghofen müsse man sich noch einmal genauer anschauen, meint Heinzel.

Auf der Marina Nord genannte Fläche in Bergkamen-Rünthe will Thomas Heinzel Gewerbe ansiedeln.

Auf der Marina Nord genannten Fläche in Rünthe will Thomas Heinzel Gewerbe ansiedeln. © Stefan Milk

Heinzel betont, dass er sich keineswegs als Zählkandidat betrachte und ernsthaft ins Bürgermeisterbüro im Bergkamener Rathaus strebe. Angewiesen sei er darauf aber nicht, schließlich habe er einen Beruf: „Deshalb muss ich Wahlkampf am Wochenende und nach Feierabend machen.“

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