Theaterverein spielt „Damenduell“: Warum Männerwirtschaft sehr kompliziert sein kann

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Hinein ins pralle Leben: Mit viel Herzblut, handwerklichem Geschick und dramaturgischer Fantasie haben die Mitglieder des Theatervereins Overberge Gombolds „Damenduell“ in Szene gesetzt.

von Coralie Nicolei

31.01.2020, 15:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Auswendiglernen, Proben und Schwitzen im Scheinwerferlicht hat sich wieder einmal gelohnt: Der Theaterverein Overberge überzeugte bei der Premiere seines diesjährigen Stückes „Damenduell“ von Bernd Gombold das zahlreiche Publikum voll und ganz. Natürlich ist das ausgewählte Werk eigentlich ein Luststück in drei Akten. Der Theaterverein interpretierte es allerdings neu als Bauernstück – mit einem hohen Anteil höchst komplizierter Interessen und Gefühle.

Drei Monate geprobt

Das gut eingespielte Team hat für dieses besondere Werk rund drei Monate geprobt. Rund 30 Mitglieder tragen den Verein; nicht alle spielen auf der Bühne, und doch sind alle äußerst aktiv.

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Denn hinter den Kulissen gibt es jede Menge Arbeit: Der Theaterverein ist für seine besonders detailreichen Bühnenbilder bekannt. In rund zwölf Stunden erbauten die Mitglieder des Vereins am Dienstag das aufwendige Bühnenbild: Es wurde Strom verlegt, für fließendes Wasser gesorgt und tapeziert.

Die Küche ist nicht nur voll funktionsfähig, sondern auch bevorzugter Schauplatz des bäuerlichen Lebens.

Die Küche ist nicht nur voll funktionsfähig, sondern auch bevorzugter Schauplatz des bäuerlichen Lebens. © Stefan Milk

„Das Ganze kann man sich wie einen kompletten Wohnungsaufbau vorstellen“, erklärte Regisseurin Gerlinde Schlösser. Je authentischer das Bühnenbild, desto glaubwürdiger ist das Damenduell für den Zuschauer. Und das gilt auch für die Personen des Stücks und ihre Darsteller. Neun Schauspieler stellen in den vier Aufführungstagen im studio-theater ihr schauspielerisches Können unter Beweis. Dass ihnen dies so gut gelingt, liegt auch an ihrer Vertrautheit im wirklichen Leben. Bestes Beispiel: Karin und Laura Emmelius spielen im „Damenduell“ Mutter und Tochter und sind dies auch im echten Leben.

Immer beim gleichen Thema . . .

Zum Inhalt: Der Landwirt Johann bewirtschaftet seit dem Tod seiner Frau den Hof zusammen mit seinem einzigen Sohn Alfred. Beide sind zwar sehr tüchtig, aber in dem Männerhaushalt herrscht totales Chaos. Beim leidigen Abwasch in der Küche geraten Johann und Alfred immer wieder aneinander – und immer beim selben Thema: Johann wünscht sich, dass sein Sohn endlich heiratet, was das Chaos in der Küche beenden könnte.

Die feinen Fallstricke der Hofübergabe erfordern die Einbeziehung eines Notars.

Die feinen Fallstricke der Hofübergabe erfordern die Einbeziehung eines Notars. © Stefan Milk

Als Johann seinem Sohn Alfred den Hof übergeben will und eigens dafür den Notar Siegelring einbestellt, muss er feststellen, dass sich die Hofübergabe mangels Ehepartnerin gar nicht so einfach gestaltet.

Vier Frauen sind zwei zuviel - eigentlich

Johann setzt auf Alfreds Wettleidenschaft und schlägt ihm eine Abmachung vor: Wer von beiden zuerst eine Frau findet, bekommt den Löwenanteil des Hofes. Dieser Wette kann Alfred nicht widerstehen und so nimmt das Unheil seinen Lauf. Jeder der beiden Wettpartner – Vater und Sohn – will auch dem anderen zum Glück verhelfen und so suchen beide ohne Wissen des anderen jeweils zwei Frauen – zweimal Mutter und Tochter! Die vier Damen kreuzen gleichzeitig auf und so ist das Chaos in dem sonst so friedlichen Männerhaushalt perfekt. Es beginnt ein richtiges „Damenduell“ um die Gunst der Männer. Vier Frauen sind jedoch in jedem Fall zwei zu viel.

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Gut, dass es da auch noch den ebenfalls verwitweten Nachbarn Eugen und seinen bis jetzt trägen Sohn Franz gibt . . .

  • Wenige Karten für die Aufführung am Samstagabend (19.30 Uhr) sind noch an der Abendkasse erhältlich.
  • Die Aufführung am Sonntag ist ausverkauft.
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