Teleskopmast aus Oberaden rettet Flugzeuginsassen sicher

Einsatz in Holzwickede

Um die Insassen eines abgestürzten Leichtflugzeugs zu retten, muss der Teleskopmast aus Oberaden ausrücken. Drehleitern sind für den Einsatz zu unflexibel.

Bergkamen, Holzwickede

, 27.05.2019, 13:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Teleskopmast aus Oberaden rettet Flugzeuginsassen sicher

Das Leichtflugzeug hängt an einem Kran der Dortmunder Berufsfeuerwehr während die beiden Insassen mithilfe des Teleskopmastes aus der Maschine geholt werden. © Feuerwehr

Bei der Rettung von zwei Insassen aus einem abgestürzten Leichtflugzeug in Holzwickede hat die Bergkamener Feuerwehreinheit Oberaden eine Hauptrolle gespielt: Sie musste mit ihrem Teleskopmast anrücken um die beiden Insassen sicher aus dem Flugzeug zu holen, das in einem Baumwipfel hing.

Drehleiter stößt an ihre Grenzen

Die Holzwickeder Feuerwehr hatte zunächst das Flugzeug von der Drehleiter aus freigeschnitten. Beim Versuch die beiden Insassen aus dem Flugzeug zu holen stieß die Drehleiter jedoch an ihre Grenzen. Der Korb ließ sich nicht so platzieren, dass die beiden Flugzeuginsassen, ein 56 Jahre alter Mann und eine 51 Jahre alte Frau, ohne Gefahr hinüberklettern könnten. Deshalb wurde der Teleskopmast aus Oberaden angefordert. „Der Korb ist drehbar und lässt sich deshalb noch genauer an eine bestimmte Stelle bringen“, erläuterte Martin Schmidt, der Pressesprecher der Oberadener Einheit. Außerdem kann der Mast abgeknickt werden, was ihm eine zusätzliche Flexibilität verleiht.

Teleskopmast aus Oberaden rettet Flugzeuginsassen sicher

Der Mast lässt sich abknicken und ist deshalb deutlich flexibler als eine Drehleiter. © Feuerwehr

Nur ein Schritt in den rettenden Korb

Dank dieser Eigenschaften konnte der Korb so vor der Flugzeugtür platziert werden, dass die Insassen nur einen kurzen Schritt in den rettenden Korb machen mussten.

Flugzeug hängt am Kran

Vorher waren noch mehre Sicherungsmaßnahmen notwendig. Das Flugzeug wurde mit einer Schlinge so an einem Kran der Berufsfeuerwehr Dortmund befestigt, dass es während der Rettungsaktion nicht aus der Baumkrone stürzen konnte. Eigentlich hat auch die Dortmunder Feuerwehr einen Teleskopmast. Doch der war nach Schmidts Angaben an diesem Tag außer Dienst.

Gefahr durch den Not-Fallschirm

Zusätzlich musste die Retter darauf achten, dass der Not-Fallschirm des Flugzeugs nicht ausgelöst wird. Er wird ähnlich wie ein Airbag im Auto mit einer kleinen Sprengladung aus dem Flugzeug geschleudert. Ein Experte entschärfte den Mechanismus, als das Flugzeug schließlich am Boden war.

Einziger Teleskopmast im Kreis Unna

Der Oberadener Teleskopmast ist der einzige, der im gesamten Kreis Unna stationiert ist. Er wird häufiger angefordert, wenn die Feuerwehr mit der Drehleiter nicht weiterkommt. Das ist oft der fall, wenn schwergewichtige ans Bett gefesselte Patienten aus dem oberen Stockwerk eines Gebäudes geholt werden und nicht durchs Treppenhaus transportiert werden können.

Die Feuerwehreinheit Oberaden hat erst seit wenigen Wochen einen neuen Teleskopmast. Sein Vorgänger war beim Feuer in der GWA-Anlage in Bönen im vergangenen Sommer unter dramatischen Umständen abgebrannt.

In Holzwickede waren 16 Feuerwehrleute aus Oberaden mehrere Stunden im Einsatz.

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