Tausend Dinge für den kleinen Geldbeutel locken Kunden an

dzSecondhand-Kaufhaus

Die Awo-Tochter „DasDiesService hat ihr Secondhandkaufhaus in Bergkamen neu eröffnet und umgestaltet. „Die Stöberei“ bietet unter neuem Namen mehr Platz an einem zentraleren Ort.

von Niklas Mallitzky

Bergkamen

, 30.03.2019 / Lesedauer: 4 min

Lust auf ein neues Outfit für wenig Geld? Vielleicht doch lieber einen gebrauchten Kühlschrank oder ein gebrauchtes Bett? Im Secondhand-Kaufhaus „Die Stöberei“ gibt es all dies und mehr. Vor rund einer Woche war die Neueröffnung, seitdem haben die Mitarbeiter bereits eine Vielzahl an Kunden begrüßen können.

Wer bei den Worten „Secondhand-Kaufhaus“ an unsortierten Ramsch und düstere Geschäftsräume denkt, der wird in der neu eröffneten „Stöberei“ eine große Überraschung erleben. Entgegen gängiger Klischees ist der Laden hell und geräumig, die Waren sind gut sortiert und kundenfreundlich arrangiert. Eine Sitzecke im Eingangsbereich lädt zum Verweilen ein, auch einen Kaffee können die Kunden hier bekommen.

„Wir haben ein breites Angebot“, kann auch Frank Eichhorn bestätigen. Er gehört zu den festangestellten Mitarbeitern der Stöberei. „Von Kleidung, über Hausrat bis hin zu Kinderspielzeug und Elektrogegenständen ist alles vertreten.“ Eines haben die Waren alle gemeinsam, sie sind bereits gebraucht. Und jeden Tag kommt ein bisschen mehr dazu, erklärt Eichhorn: „Das sind meist kleine Dinge, zum Beispiel Tassen oder auch Kleidung.“ Vor rund einer Woche wurde das Secondhand-Kaufhaus an seinem neuen Standort an der Leibnitzstraße 1 eröffnet. Vorher war das Kaufhaus am Stadion untergebracht. Der neue Standort biete gleich mehrere Vorteile, so der Betriebsleiter der Kaufhäuser, Damian Markowski: „Zum einen ist die Ladenfläche mit 485 Quadratmetern deutlich größer. Außerdem ist der Standort besser, weil es mehr Laufkundschaft gibt.“ Das kann auch Frank Eichhorn nur bestätigen. So würden bisher über den Tag verteilt rund 200 Besucher in den Laden kommen, am Stadion seien es dagegen nur etwa rund ein Viertel im gleichen Zeitraum gewesen.

Bevor die Waren in den Verkauf kommen, überprüfen Eichhorn und seine Kollegen die verschiedenen Artikel. So dürfen sie keine Schäden aufweisen oder zu abgenutzt sein. Bei Kleidung spielt zudem auch die Sauberkeit eine Rolle. Schmutzige Kleidung könnten sie natürlich nicht zum Verkauf anbieten, sie reinigen zu lassen wäre zu aufwendig und teuer. „Die müssen wir dann leider wegschmeißen.“

Insgesamt vier dieser Kaufhäuser betreibt die „DasDiesService GmbH“, eine Tochtergesellschaft der Awo im Kreis Unna. Neben dem Standort in Bergkamen gibt es Läden in Kamen, Lünen und Bönen. Früher als Sozialkaufhaus betitelt, sollen nach dem Bergkamener Geschäft auch die übrigen Läden unter dem Namen „Die Stöberei“ laufen. „Das ist eine Marke, die wir jetzt etablieren wollen“, sagt Markowski. „Die Schilder an den Läden außerhalb von Bergkamen werden in den kommenden Wochen angebracht, damit die Kette auch optisch einheitlich daher kommt.“

In Bergkamen werden die Kunden momentan von fünf Verkäufern bedient. Drei davon sind fest angestellt. Die DasDiesService GmbH verfolgt ein integratives Konzept. Es können auch Menschen mit Behinderung in Vollzeit arbeiten. So hat einer der Mitarbeiter ein künstliches Knie, ein anderer einen Bypass im Oberschenkel.

Wie viele Waren die Stöberei momentan im Sortiment hat, das kann Eichhorn nur schätzen: „Das können durchaus bis zu 2000 einzelne Gegenstände sein.“ Während zum Beispiel bei Kleidung oft ein kurzer Blick genügt, um über die Qualität zu entscheiden, gibt es auch Raritäten wie eine alte Standuhr oder Möbelstücke, die ein Gutachter betrachtet und den Preis festlegt. Auch ein Logistikunternehmen ist Teil des Betriebes. So können Möbelspenden direkt vom früheren Besitzer zum Laden und später auch zu den neuen Käufern transportiert werden.

Die Gegenstände sind im Laden arrangiert, müssen aber nicht zusammen gekauft werden. Jede Tasse und Untertasse ist einzeln zu haben, auch der elektrische Lattenrost kommt im Zweifelsfall ohne das ausgestellte Bett. Wer nach speziellen Dingen sucht und nicht fündig wird, muss nicht verzweifeln. In diesem Fall lohnt sich ein Gespräch mit den Verkäufern, denn die können mit einem Telefonanruf feststellen, ob der gewünschte Artikel vielleicht in einem der anderen Kaufhäuer verfügbar ist.

Für eine Bilanz sei es noch zu früh, so Markowski: „Dafür haben wir noch nicht lange genug geöffnet.“ Schon jetzt sei aber ein Anstieg der Kundenzahl zu bemerken. Natürlich sei das noch ausbaufähig. „Wir haben noch täglich Kunden, die den alten Standort aufsuchen.“ Noch nicht überall scheint der neue Laden also bekannt zu sein, das ist aber nur eine Frage der Zeit.

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