Tanzstück über das Anpassen und Ausgrenzen

dz„Tetris“ auf der Bühne

Die Tanzwoche für junges Publikum ist eröffnet: Und mit „Tetris“, einer Performance, die sich an das gleichnamige Videospiel anlehnt, konnten Schüler selbst auf der Bühne stehen.

Bergkamen

, 07.11.2018, 15:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Tetris“ ist ein Tanzstück für Mädchen und Jungen und basiert auf dem gleichnamigen Videospiel. Das Stück ist eine Mischung aus Akrobatik und Tanz, die zeigt, wie sehr Menschen sich auf der einen Seite anpassen, auf der anderen aber sie selbst sein wollen. Und schließlich alle Teile ineinander passen müssen.

Die Jugendkunstschule hat das Tanzstück in Zusammenarbeit mit dem Kultursekretariat Gütersloh für Bergkamener Mädchen und Jungen ab acht Jahren ausgewählt und angeboten. Zuschauer waren Schüler der Gerhart-Hauptmann- und der Freiherr-vom-Stein-Realschule.

Inspiriert durch das Game-Boy Spiel Tetris tanzen die vier Tänzer der Formation mit vermeintlichen Mauern, Wänden und den Räumen, die sie umgeben. Das Quartett erforscht Stück für Stück auf der Bühne, wie Menschen sich miteinander verbinden können – ganz ohne Worte. Die vier Tänzer zeigen auf spielerische Weise und mit viel Akrobatik, was geht und was nicht geht. Sie probieren neue Figuren aus, testen ein gemeinsames Ganzes und laufen schließlich doch wieder auseinander.

Und die Schüler? Die nehmen das, was ihnen da auf der Bühne angeboten wird, anfangs relativ unbeteiligt hin. Schauen, lachen mal und – staunen. Je länger die Tänzer die Bühne des studio theaters einnehmen und allein mit ihrer Performance zeigen, wie anpassen und abgrenzen funktionieren könnten, desto gespannter ist das Publikum.

Schüler spielen mit

Mehr und mehr nehmen die zwei Frauen und zwei Männer ihre Zuschauer mit in eine Welt, in der eigentlich alles zusammen passen könnte – wenn nicht immer wieder jemand aus der Reihe tanzen würde. Die Schüler quittieren dies mit Beifall, ebenso wie immer wieder auch die akrobatischen Einlagen der Truppe.

Erst zum Schluss erfahren sie, dass sie selbst ein Teil des Ganzen sind: Nach und nach holen die Tänzer die Schüler von den Stühlen, ziehen mit ihnen durchs Publikum und schließlich auf die Bühne. Dort gestalten schließlich die Schüler den Schlussakt, während die vier Tänzer fast unbemerkt auf den Plätzen im Zuschauerraum des studio theaters Platz genommen haben. „Tetris“ ist nicht das einzige Angebot, das die Tanzwochen für junges Publikum in Bergkamen bestimmt: An diesem Donnerstag erwartet die Overberger Grundschüler die Tanzperformance „Rock wie Hose“. Das Tanzstück spielt mit den geläufigen Geschlechterklischees. Und dabei wird vieles ausprobiert: Bewegungen, Klamotten, Frisuren, Requisiten. Das Stück wirbelt alles durcheinander. Der Breakdancer wird zum „Girly“, die Tänzerin spielt mit den Muskeln. Ein Tanzstück, das zeigt, dass die oft gesellschaftlich vorgeschriebenen Rollen durchlässig sind. Bergkamen ist Mitgliedstadt des Kultursekretariats und kommt so in den Genuss der beiden Tanzproduktionen vor Ort.

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