Stromausfall in Weddinghofen und Mitte: Bergkamen kommt glimpflich davon

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Am frühen Morgen war es in weiten Teilen Bergkamens stockfinster. In Weddinghofen und Mitte fiel der Strom aus. Wir haben nach den Auswirkungen gefragt.

Bergkamen

, 21.11.2019, 10:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

An diesem Donnerstag dürfte der eine oder andere Bergkamener verschlafen haben, der auf einen elektronischen Wecker setzt: Um 5.19 Uhr fiel der Strom in großen Bereichen von Weddinghofen und Bergkamen-Mitte aus.

Defekt an einem Erdkabel sorgt für Stromausfall

Die Ursache lag in einer 10 kv-Umspannstation in Weddinghofen. Ein Kabelfehler unter einem Fußweg zwischen der Gedächtnisstraße und dem Städtischen Gymnasium hatte zu einem Kurzschluss geführt, der die Stromversorgung an der Umspannstation und neun Verteilerstationen unterbrach.

Betroffen war unter anderem der Bereich um Rathaus, Sparkasse und Kaufland-Haus, das Städtische Gymnasium, Schönhausen und Teile der Landwehrstraße.

Stadtwerke suchen noch nach der Ursache

Die Stadtwerke wollten den Fußweg aufgraben lassen und sich auf die Suche nach dem Kabelfehler machen. Wie es dazu kam, konnte GSW-Sprecher Timm Jonas noch nicht sagen. „Das Problem kann durch eine Bergsenkung entstanden sein, aber auch nur durch einen Stein, der sich ins Kabel gedrückt hat“, sagte er.

Bergkamener, die während des Stromausfalls in Richtung Rathaus blickten, sahen nur Dunkelheit und ein rotes Leuchten. Es handelte sich um die Beleuchtung des Kaufland-Hauses an der Töddinghauser Straße. Der Supermarkt verfügt über ein Notstromaggregat.

Stromausfall in Weddinghofen und Mitte: Bergkamen kommt glimpflich davon

Bei Kaufland gab es keine Probleme: Als der Strom ausfiel, sprang ein Notstromaggregat an. Die Frischeprodukte wurden weiter gekühlt. © Borys Sarad

Im Kaufland springt das Notstromaggregat an

Es sei den Kaufland-Mitarbeitern gleich merkwürdig vorgekommen, als die ersten schon vor 6 Uhr am Markt eintrafen, sagte Abteilungsleiter Danilo Alves. „Rundherum war es stockfinster, aber im Markt alles ganz normal.“ Offenbar war das Notstromaggregat sofort beim Stromausfall angesprungen. Kaufland hat es installiert, damit die verderbliche Ware bei einem Stromausfall auch weiterhin gekühlt wird.

Das Rathaus und die Sparkassen-Hauptstelle waren vom Stromausfall offenbar nicht betroffen, obwohl in der Umgebung die Laternen dunkel blieben. „Wir bekommen eine Meldung, wenn der Strom ausgefallen ist“, sagte Hartl.

Die Stadtverwaltung und die Sparkasse haben für den Fall vorgesorgt, dass der Strom ausfällt. Im Rathaus sorgt ein Notstromaggregat dafür, dass sich Server ordnungsgemäß herunterfahren und keine Daten verloren gehen. Die Türen lassen sich auch mechanisch öffnen.

Stromausfall in Weddinghofen und Mitte: Bergkamen kommt glimpflich davon

An der Sparkasse öffnen sich die Türen zum Vorraum mit den Geldautomaten automatisch, wenn der Strom ausfällt, damit niemand eingeschlossen wird. © Borys Sarad

Sparkassen-Türen lassen sich auch ohne Strom öffnen

Das gilt auch für die Sparkasse. Auch wenn Kunden im Vorraum an den Geldautomaten außerhalb der Öffnungszeiten vom Ausfall überrascht werden, kommen sie heraus. Die Türen automatisch, wenn der Strom ausfällt, versichern Pressesprecher Michael Krause und Knut Littwin, der stellvertretende Abteilungsleiter Organisation in der Sparkasse.

Auch die Schließfächer im elektronisch gesicherten Tresor sind bei einem Stromausfall weiter sicher, sagt er. „Nach Geschäftsschluss werden sie ohnehin auch mechnanisch gesichert“, erklärt Littwin.

Stromausfall in Weddinghofen und Mitte: Bergkamen kommt glimpflich davon

Das Rathaus kann man auch über mechanische Türen betreten und verlassen. Ein Notstromaggregat liefert den Strom, um die Server herunterzufahren. © Borys Sarad

GSW stellt Versorgung nach 40 Minuten wieder her

Den Technikern der GSW gelang es, gegen 6 Uhr wieder alle Verteilerstationen ans Netz zu bringen.

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Wie GSW-Sprecher Timm Jonas unserer Redaktion sagte, seien die zur Sicherheit in Ringen geschaltet. Die Schaltung musste so umgelegt werden, dass sie wieder mit Strom versorgt wurden.

Zahlreiche Anrufe von Bergkamenern beim Störungsdienst

Beim Störungsdienst der GSW gab es zahlreiche Anrufe von Bergkamenern, die den Stromausfall meldeten. Zu Beginn waren es so viele, dass nicht jeder Anrufer durchkam.

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Auch online gab es eine ganze Reihe von Schadensmeldungen, die erste etwa gegen 5.30 Uhr. Jonas machte allerdings darauf aufmerksam, dass Online-Meldungen erst zu den Geschäftszeiten bearbeitet und bemerkt werden. Die telefonische Störungsannahme ist dagegen rund um die Uhr besetzt.

Zu größeren Schäden durch den Stromausfall ist es offenbar nicht gekommen. Viele Betroffene verschliefen ihn wohl einfach.

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