Streit zwischen Fußgänger und Autofahrer eskaliert

dzAnklage wegen Körperverletzung

Anfang des Jahres kam es zwischen einem 17 Jahre alten Fußgänger und einem Autofahrer in Bergkamen zum Disput, der für den Passanten übel endete. Jetzt steht der Autofahrer vor Gericht.

von Sylvia Mönnig

Bergkamen

, 21.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Ihm wird Körperverletzung zur Last gelegt.

Der Zwischenfall ereignete sich am Abend des 13. Januar. Auf der Schulstraße in Weddinghofen kam der Fußgänger dem 23-jährigen Bergkamener, der mit einem Auto unterwegs war, buchstäblich in die Quere. Es kam zwischen Autofahrer und Fußgänger zum Streit, in dessen Verlauf der Fahrer seinen Gegner mehrfach geschubst haben soll. Der so attackierte Fußgänger stieß schließlich gegen einen scharfkantigen Zaun und zog sich dabei eine Wunde am Arm zu, die sogar genäht werden musste. Kurze Zeit nach diesem Streit zog die Polizei den Führerschein des 23-jährigen Bergkameners vorläufig ein.

Vor dem Amtsgericht Kamen wollte der junge Mann den Vorwurf jedoch nicht so stehen lassen, wie ihn die Staatsanwaltschaft gegen ihn erhoben hatte. Plötzlich und keineswegs auf dem Zebrastreifen habe der 17-Jährige vor seinem Auto gestanden. Er habe ihn quasi blockiert und dann sogar auf seine Motorhaube gehauen, schilderte der 23-Jährige den Vorfall aus seiner Sicht. Er sei ausgestiegen, habe Alkoholgeruch bei seinem Gegenüber registriert, habe ihn leicht weggeschoben und als ein Wagen gekommen sei, auf den Bürgersteig gezogen. Als der Schüler wieder auf ihn zugekommen sei, habe er ihn weggestoßen und dabei sei der 17-Jährige rückwärts gegen den Zaun gestolpert, schilderte er den Vorfall. Damit noch nicht genug: Er sei danach noch von einer Zeugin und dem Vater des jungen Mannes beschimpft worden. Sein Verteidiger fügte hinzu, dass der Angeklagte vielleicht etwas zu fest geschubst habe. Aber er habe nicht die Absicht gehabt, jemanden zu verletzen.

Sein Kontrahent schilderte die Ereignisse an diesem Abend jedoch völlig anders. In der Situation habe er plötzlich das Licht der Scheinwerfer registriert und habe noch gerade beiseite springen können, bevor er angefahren wurde. Der Fahrer sei ausgestiegen und habe ihn gefragt, warum er vor sein Auto springe. Als er das bestritten habe, habe ihn der Bergkamener zum ersten Mal geschubst. Und auf die Motorhaube habe er keinesfalls geschlagen.

Erste Zeugen wurden gehört und weitere sollen Anfang September befragt werden, wenn der Prozess fortgesetzt wird – unter ihnen die Freundin des Schülers.

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