Streit um geräumte Häuser spitzt sich weiter zu

dzTöddinghauser Straße

Die Fronten zwischen den Wohnungseigentümern aus den geräumten Häusern und den Behörden verhärten sich offenbar weiter. Die Stadt signalisiert, dass sie einem Wiederbezug nicht zustimmt.

Bergkamen

, 09.08.2019, 16:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bewohner der geräumten Häuser können nicht damit rechnen, dass die Stadt ihrem Ultimatum nachgibt und sie in der nächsten Woche wieder einziehen lässt. Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters machte deutlich, dass die bisher getroffenen Brandschutzmaßnahmen aus seiner Sicht nicht ausreichen, um die Forderungen aus der Ordnungsverfügung der Stadt zu erfüllen. Mit der Ordnungsverfügung hatte die Stadt die Häuser wegen Brandschutzmängeln für unbewohnbar erklärt.

Stadt will Untersuchung auf mögliche weitere Mängel

Aus Sicht der Bewohner sind alle Auflagen aus der Verfügung erfüllt. Sie gehen davon aus, dass sie die darin aufgelisteten Mängel beseitigt haben. Peters bezieht sich jedoch auf einen Nachsatz zur Auflistung der Brandschutzmängel. Dort heißt es: „Für die endgültige Feststellung aller Schäden ist eine gutachterliche Untersuchung unerlässlich“. Diese gutachterliche Untersuchung liege bisher immer noch nicht vor, sagt Peters.

Dezernent bezweifelt sachgerechte Beseitigung von Mängeln

Das ist nicht das einzige, was der Dezernent vermisst. Die Wohnungseigentümer und ihr „Brandschutzberater“, wie Peters den Gutachter Thomas Albrecht nennt, hätten auch keinerlei Beweise dafür erbracht, dass sie Brandschutzmängel tatsächlich sachgerecht beseitigt hätten. „Es hat keine Abstimmung mit den Behörden gegeben und uns liegen auch keine Bescheinigungen von Fachfirmen vor, dass sie die Arbeiten fachgerecht vorgenommen haben“, sagte er.

Der Dezernent widerspricht auch der Ansicht von Albrecht, dass die Lüftungsschächte für Bäder und Küchen Bestandschutz genießen und deshalb nicht saniert werden müssen. Wenn von den Lüftungen eine Gefahr ausgehe, müssten sie saniert werden.

Streit um vereinbarten Besichtigungstermin

Peters weist auch den Vorwurf zurück, dass die Stadt eine vereinbarten Besichtigungstermin am 5. August verstreichen lassen hat. Die Behörden hätten den Termin schon drei Tage vorher abgesagt, weil sie die Brandschutzauflagen als nicht erfüllt ansehen.

Der Dezernent wirft den Wohnungseigentümern sogar vor, mehrere Wochen verschenkt zu haben. Statt ein genehmigungsfähiges Konzept zur Sanierung der Brandschutzmängel vorzulegen, hätten sie alle in einem Gespräch Mitte Juli vereinbarten Zielvereinbarungen nicht eingehalten.

Die Fronten verhärten sich offenbar weiter. Auch die Wohnungseigentümer werfen der Stadt vor, dass sie sich nicht an Vereinbarungen aus dem Gespräch gehalten hat.

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