Streit auf dem Parkplatz kostet Mann 900 Euro

dzBeleidigung wegen Familienparkplatz

Ein Familienvater macht eine Autofahrerin darauf aufmerksam, dass sie allein nicht berechtigt ist einen Familienparkplatz zu nutzen.- Der folgende Streit eskaliert – und wird teuer.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 22.11.2018, 14:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Auseinandersetzung um einen Familienparkplatz am Penny-Markt an der Jahnstraße in Oberaden beschäftigte jetzt den Strafrichter im Amtsgericht Kamen. Er kommt einen 35 Jahre alten Bergkamener teuer zu stehen. Als Ergebnis muss der Angeklagte bis zum 20. Dezember 900 Euro an das Frauenforum Kreis Unna zahlen.

Im Mittelpunkt des Prozesses stand der Nachmittag des 1. Juni. An diesem Tag stellte der Angeklagte seinen Wagen mit Frau und Sohn auf einem Familienparkplatz ab, um schnell frische Brötchen vom Bäcker zu holen. Als er zurück zum Auto kam, fiel ihm das benachbarte Fahrzeug auf. Die Fahrerin hatte ebenfalls auf einem Familienplatz geparkt, obwohl sie alleine unterwegs war. Darüber regte sich der Angeklagte auf und sprach die Frau an. Diese reagierte – aber nicht so wie er gedacht hatte. Sie sagte, er sollte sich mal lieber an die eigene Nase fassen. Schließlich habe er seinen Sohn bei 38 Grad Celsius mit geschlossenem Fenster alleine im Auto gelassen.

Das stimme gar nicht, empörte sich der 35-jährige Bergkamener. Seine Ehefrau habe die ganze Zeit neben dem Kind gesessen. Das hatte die andere Autofahrerin aber wegen der dunklen Scheiben wohl nicht gesehen.

Situation außer Kontrolle

Anschließend geriet die eigentlich harmlose Situation auf dem Supermarkt-Parkplatz schnell außer Kontrolle. Die Frau, so der Angeklagte, habe ihn mehrfach als Rabenvater beschimpft. „Ich war geladen“, räumte der Angeklagte vor Gericht ein. Um weiteren Ärger zu vermeiden, habe er sich in sein Auto gesetzt. Auf Nachfrage seiner Frau, was denn los sei, habe er „Ach die Fotze“ gesagt. Das habe die Frau draußen gehört und die Tür aufgerissen. Was er da gerade gesagt hatte, habe sie wissen wollen. Er habe daraufhin das Wort wiederholt. „Das stimmt leider“, gab der 35-Jährige vor dem Amtsgericht zu.

Die beleidigte Frau sowie zwei Augenzeugen schilderten die Situation vor Gericht jedoch etwas anders. Danach habe nicht die Frau zuerst beleidigt, sondern der Angeklagte. Und er habe auch nicht nur „Fotze“ gesagt, sondern auch den Begriff „Schlampe“ verwendet. Die Geschädigte erklärte, „etwas Schiss“ vor dem Bergkamener gehabt zu haben, weil der bedrohlich auf sie zugekommen sei. Sie habe ihn deshalb als Rabenvater bezeichnet, weil er die Schimpfwörter in Gegenwart seines Kindes gesagt hatte. Wäre das nicht so gewesen, hätte die Frau allein wegen der Beleidigungen gar keine Anzeige erstattet, sagte sie vor Gericht aus.

Am Ende entschied der Richter, das Verfahren gegen den bislang unbescholtenen Mann vorläufig einzustellen. Zahlt er den Betrag von 900 Euro rechtzeitig und vollständig an das Frauenforum, wird die Akte endgültig geschlossen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Bergkamener Straße/Nordring

Anwohner verärgert: Gelbe Mülltonnen bleiben wegen Straßen-Großbaustelle ungeleert

Hellweger Anzeiger Parkfriedhof Bergkamen

Wie ehemalige Langzeitarbeitslose auf einem Friedhof zu neuen Menschen werden

Hellweger Anzeiger Stadtmuseum

Ohne Handys und Tiefkühlpizza: Wie die Arbeit mit Holz Wertschätzung lehrt (+Video)

Hellweger Anzeiger Vortrag im Stadtmuseum

Bergkamener 9/11: So erlebten Zeugen den ersten Groß-Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg

Hellweger Anzeiger Feuerwehr Bergkamen

Besonderes „Weihnachtsgeschenk“: Die Einheit Oberaden ist bei Unfällen bald noch schneller

Meistgelesen