Straßengegner wollen L 821n wegen Entwässerung aushebeln

dzStraßenbau

Die L 821n-Gegner suchen nach einem neuen Hebel, um den Bau der Straße doch noch zu verhindern. Der Landesbetrieb Straßen.NRW sieht den jüngsten Versuch aber sehr gelassen.

Bergkamen

, 16.10.2019, 16:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit der Landesbetrieb Straßen.NRW den Bau der L 821n zügig vorantreibt, beschränken sich die Auseinandersetzungen um die Straße scheinbar auf Leserbriefe in der Zeitung. Im Hintergrund aber versuchen die Straßengegner die L 821n erneut auszuhebeln. Sie haben bei der Bezirksregierung in Arnsberg Anfragen wegen der aus ihrer Sicht ungeklärten Entwässerungssituation gestartet.

Gegner beziehen sich auf Schreiben des Verkehrsministeriums

Wenn die Antwort aus Arnsberg nicht zu ihrer Zufriedenheit ausfällt, wollen sie nach einem Weg suchen, doch erneut gegen die Straße zu klagen, sagt Rolf Humbach. Er ist Vorsitzender der Grünen in Bergkamen und bei der Bürgerinitiative „L 821n – Nein!“ engagiert.

Die Straßengegner beziehen sich dabei auf ein Schreiben des Verkehrsministeriums, das aus ihrer Sicht besagt, dass die Entwässerungssituation für den zweiten Bauabschnitt der Straße, der im nächsten Jahr starten soll, noch nicht geklärt ist. Nach ihrer Ansicht müsste das Planfeststellungsverfahren neu aufgerollt werden.

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Straßen.NRW sieht mögliche Klage gelassen

Das sieht Melanie Nölke, die Leiterin der Abteilung Straßenbau bei Straßen.NRW in Bochum, jedoch ganz anders. Nach ihren Angaben ist das Schreiben, um das es offenbar geht, schon älter. Darin gehe es lediglich darum, dass die Ausführungsplanung für die Entwässerung noch fehlt. Es sei aber völlig üblich, dass in dem Entwurf für die Planfeststellung die Richtlinien für die Entwässerung festgelegt würden und dass die Ausführungsplanung erst kurz vor Baubeginn erfolge. „Wir halten uns an die vorher vereinbarten Einleitungsmengen und haben mit den geplanten Rigolen auch einen Weg gefunden, den Abfluss zu steuern“, sagte Nölke. Einen Anlass für eine Klage mit Erfolgsaussichten sieht sie nicht.

Im baucontainer
Bürgersprechstunde zum Bau der L 821n

Straßen.NRW bietet an diesem Donnerstag eine weitere Bürgersprechstunde zum Bau der L 821n an. Die Sprechstunde ist von 17 bis 18 Uhr im Baucontainer an der Lünener Straße. Er steht dort, wo die neue Straße an einem Kreisverkehr von der Lünener Straße abzweigen soll.

Die sind wohl auch bei zwei anderen Versuchen, den Bau der L 821n zu stoppen, zumindest zweifelhaft. Die Straßengegner haben weder von der Europäischen Union noch vom Petitionsausschuss des Landes bisher eine Antwort bekommen. Bei der EU hatten sie Beschwerde eingelegt, weil ihrer Ansicht nach die Umweltverträglichkeitsprüfung zur Straße zu alt und damit überholt ist.

Mittlerweile nimmt Straßen.NRW auch die Vorarbeiten für den zweiten Bauabschnitt in Angriff. Vertreter von Straßen.NRW sind bereits bei Humbach vorstellig geworden, dass er im Winter sein gepachtetes Gehege räumen soll, das im Bereich der Trasse liegt. Dort soll für die Straße ein Stück Wald gerodet werden.

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