Stillstand im Baumstreit: So steht es um den alten Silber-Ahorn

dzNachbarschaftsstreit

Er steht genau auf der Grenze zwischen zwei Grundstücken. Und das könnte ihm zum Verhängnis werden. Noch ist das Schicksal des alten Silber-Ahorns aber nicht besiegelt.

Bergkamen

, 05.11.2019, 16:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es soll noch ein Gespräch stattfinden. Hoffentlich zugunsten des Baumes“, sagt Hans-Werner Maidorn. Der Eigentümer ist guter Dinge, doch er kann noch nicht sagen, wie die Chancen für den Silber-Ahorn stehen. Der alte Baum steht genau auf der Grenze zwischen zwei Grundstücken, auf denen sich je ein Mehrfamilienhaus befindet.

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Während der Eigentümerbeirat des einen Hauses, zu dem auch Maidorn gehört, dafür kämpft, dass der Baum stehen bleibt, gibt es in dem anderen Haus Eigentümer, die den Baum loswerden wollen. Einen genauen Grund dafür kennen die Eigentümer um Maidorn nicht, sie haben aber eine Vermutung. Vor einigen Jahren haben sie einen Zaun zwischen den Grundstücken ziehen lassen und somit eine Abkürzung zur Landwehrstraße gekappt. Das könnte den Nachbarn sauer aufgestoßen sein.

Baumstreit: Eigentümer zogen vor Gericht – ohne Erfolg

An den Kosten für die Baumpflege könne es nicht liegen, sagen die Baumfreunde – sie haben vorgeschlagen, dass sie die Kosten dafür vollständig übernehmen. Bis jetzt werden sie geteilt. „Den anderen Eigentümern ist lange bekannt, dass wir die Kosten übernehmen würden“, sagt Maidorn.

Doch offenbar waren nicht alle Eigentümer des Nachbarhauses informiert. Mindestens einer zeigt sich mittlerweile kooperativ. Ein Schritt, über den sich die Partei um Maiwald freuen dürfte. Noch im Sommer zeigten sie sich wenig hoffnungsvoll. Sie nahmen Kontakt zum NABU auf, zogen sogar vor Gericht. Doch das entschied, dass der Grenzbaum gefällt werden darf, wenn einer der Besitzer das will.

Stillstand im Baumstreit: So steht es um den alten Silber-Ahorn

Silvia Niedermark und Helmut Burkert kämpfen darum, dass der große Baum, der genau auf der Grenze von zwei Grundstücken steht, nicht gefällt wird. © Claudia Pott

Baum dient als Schattenspender und Unterschlupf für Tiere

Die Baumfreunde waren geknickt. Das große Blätterdach des Ahorns spende im Sommer Schatten und biete vielen Tierarten Unterschlupf. Weil aber Fledermäuse dort nur Nahrung suchten und keine Brutstätte haben, reichte diese Begründung nicht aus, um ein Verbot auszusprechen. Das erklärte der NABU den Eigentümern. Auch der Stadt sind die Hände gebunden, da keine Baumschutzsatzung existiert, die das Fällen eines Baumes auf dem eigenen Grundstück verbietet. Dennoch begrüßt der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Joachim Peters das Fällen von Bäumen keineswegs.

Im Sommer sagte er zu der Diskussion, dass die Stadt auf den Beratungsgedanken setze und auf die Vernunft der Bürger vertraue. Zudem verteidige die Baumschutz-Kommission die städtischen Bäume mit Herzblut.

Dem Silber-Ahorn in der Heinrich-Jasper-Straße nützt das nicht. Doch dessen Überlebenschancen stehen mittlerweile freilich besser als noch im Sommer.

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