Steinmetz rettet weitere Kampmann-Figuren

dzKunst im öffentlichen Raum

Steinmetz Wolfgang Kerak hat die Kampmann-Kuntswerke am Stadtmuseum für die Nachwelt gesichert. Damit ist seine Arbeit an den Werken des Künstlers aber noch nicht beendet.

Bergkamen

, 18.06.2019, 16:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Steinmetz Wolfgang Kerak sind die Skulpturen von Lothar Kampmann so etwas wie eine Herzensangelegenheit. Kerak, der selbst Mitglied der Künstlergruppe sohle 1 ist, hat bereits eine ganze Reihe der Plastiken aus Beton saniert, die der Kamener Künstler der Stadt Bergkamen kurz nach der Stadtgründung geschenkt hat.

Sitzende Frau soll Platz am Parkfriedhof bekommen

Noch sind aber nicht alle Skulpturen gerettet. Die Plastiken, die ihre Platz am Stadtmuseum hatten, hat Kerak mittlerweile mithilfe von Sponsoren restauriert oder zumindest in Augenschein genommen. Die letzte Figur vom Stadtmuseum, die Kerak gründlich restaurieren musste, ist eine sitzende Frau. Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel möchte sie gerne neben den anderen vier Figuren vor dem Eingang des Parkfriedhofs unterbringen. Nach Keraks Einschätzung ist dort auch noch Platz für eine weitere Skulptur.

Steinmetz rettet weitere Kampmann-Figuren

Die Kampmann-Figuren am Hallenbad sind noch nicht restauriert. Die Stadt muss einen neuen Platz für sie finden, weil der Bereich überplant wird. © Marcel Drawe

Drei Figuren bleiben am Stadtmuseum

Drei Figuren sollen auf Wunsch der Künstlergruppe am Stadtmuseum stehen bleiben. Sie sollen einen neuen Standort bekommen, wenn der Vorplatz des Gebäudes neu gestaltet ist. Bei zwei der Figuren ist der Sanierungsbedarf nach Keraks Einschätzung nicht sehr hoch. Er geht davon aus, dass er sie nur konservieren und über die Bauphase am Museumsplatz bei sich einlagern muss.

Steinmetz rettet weitere Kampmann-Figuren

Ursprünglich standen fast alle der Plastiken aus Beton an der Lessingstraße. © Marcel Drawe

Stadt muss noch Platz für die Figuren am Hallenbad suchen

Noch ungeklärt ist, was aus den Kampmann-Skulpturen wird, die noch am Hallenbad an der Lessingstraße stehen. In den 60 Jahren hatte die Stadt dort zunächst alle Betonskulpturen aufgestellt. Ein Teil war später ans Stadtmuseum versetzt worden. An der Lessingstraße können die Skulpturen nicht bleiben. Die Stadt will das Hallenbad abreißen, sobald das neue Ganzjahresbad am Häupenweg fertig ist und den gesamten Bereich neu überplanen.

Steinmetz rettet weitere Kampmann-Figuren

Der Künstler hatte die Figuren kurz nach der Stadtgründung gestiftet. © Marcel Drawe

Weitere Sponsoren gesucht

Das Kulturreferat und Kerak suchen auch weiterhin Sponsoren, die bereit sind, die Restaurierung der Plastiken zu unterstützen. Als Kampmann sie geschaffen hat, hat er mit unterschiedlichen Materialien experimentiert – unter anderem mit Beton. Da ihm möglicherweise die Erfahrung fehlte, ist Feuchtigkeit bis zum Metallkern vorgedrungen und hat dort Rostschäden verursacht. Kerak hat einen Weg gefunden, die Figuren zu restaurieren. Drei von ursprünglich 18 sind aber schon verlorengegangen.

Steinmetz rettet weitere Kampmann-Figuren

Ursprünglich waren es einmal 18. Jetzt sind noch 15 übrig geblieben. © Marcel Drawe

Kunst für das „kulturlose“ Ruhrgebiet

Für die Kulturreferentin sind die Kunstwerke auch aus kulturhistorischer Sicht wichtig. „Kampmann war der erste, der gesagt hat: Das Ruhrgebiet hat Anspruch auf Kultur“, sagt Schmidt-Apel. Auch deshalb habe er Kunstwerke für den öffentlichen Raum geschaffen, von denen es in Bergkamen einige gibt.

Kamener Künstler

Kunst im „kulturlosen Ruhrgebiet“

  • Der Künstler Lothar Kampmann wurde 1925 in Aachen geboren, wuchs aber in Kamen auf, wo er 1993 auch verstarb.
  • Kampmann studierte an der Werkkunstschule in Dortmund Bildhauerei und arbeitet zunächst als Studienrat am Stadtgymnasium Dortmund.
  • Im Jahr 1960 bekam er einen Lehrauftrag an der damaligen Pädagogischen Hochschule Dortmund. An 1968 war er Professor und gründete 1975 das Kunstlabor der Universität Dortmund.
  • Seine besondere Leistung war, dass er Kunst in den öffentlichen Raum des als kulturlos geltenden Ruhrgebiets brachte.
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