Städte-Präsident zu Maskenpflicht an frischer Luft: „Ich sehe das etwas differenzierter“

dzRoland Schäfer

Müssen Bürger bald auf öffentlichen Plätzen eine Maske tragen? Bergkamens Bürgermeister Roland Schäfer (SPD) will als Präsident der Städte und Gemeinden in NRW nur unter bestimmten Bedingungen so weit gehen, wie Kollegen fordern.

Bergkamen/Kreis Unna

, 28.09.2020, 16:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

In München gilt bereits eine Maskenpflicht in den Fußgängerzonen zum Schutz vor Corona. Ob auch in anderen Städten künftig ein Mund-Nasen-Schutz auf öffentlichen Plätzen getragen werden muss, hängt von anstehenden Beratungen ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel will mit den Ländern am Dienstag über Maßnahmen gegen steigende Corona-Infektionszahlen sprechen.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund in Berlin hat eine Ausweitung der Maskenpflicht gefordert – laut Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg überall dort, „wo im öffentlichen Raum der Abstand nicht eingehalten werden kann – etwa bei Weihnachtsmärkten oder belebten Plätzen – und wo das Infektionsgeschehen die kritische Grenze von mehr als 50 Neuinfektionen pro Woche auf 100.000 Einwohner erreicht hat oder überschreitet.“

Bergkamens Bürgermeister Roland Schäfer (SPD) ist Präsident des Städte- und Gemeindebunds NRW und würde eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit nur einführen, wenn weitere Voraussetzungen vorliegen .„Ich sehe das etwas differenzierter“, kommentiert er Landsbergs Äußerungen.

„Wir müssen schauen, wie sich die Infektionszahlen im lokalen und regionalen Bereich entwickeln und dann schnell reagieren. Es kann sinnvoll sein, dass man individuell für einen Ort oder für Ortsteile eine zusätzliche Maskenpflicht im öffentlichen Raum anordnet oder Veranstaltungen reduziert.“

Maskenpflicht abhängig von Infektionsketten

Schärfere Anti-Corona-Maßnahmen drohen nach derzeitigem Stand, wenn eine Schwelle von 50 Neuinfektionen pro Woche auf 100.000 Einwohner erreicht oder überschritten wird. In Hamm lag der Wert zeitweise etwa doppelt so hoch.

Schäfer meint, dass aus der Überschreitung der 50 nicht automatisch eine Maskenpflicht folgten sollte. „Es kommt darauf an, ob man erkennen kann, was die Infektion ausgelöst hat. Wenn das so ist wie bei der Hochzeitsfeier in Hamm, macht es wenig Sinn, eine allgemeine Maskenpflicht im öffentlichen Raum einzuführen“, sagt Schäfer. Für den Kreis Unna sehe er so eine Maskenpflicht pauschal nicht. „Wenn es einen Anstieg der Corona-Zahlen gibt, würden wir das mit dem Gesundheitsamt zusammen analysieren.“

Schäfer sieht französische Städte als Vorbild

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zur Vermeidung von Infektionen, so wie derzeit auf Wochenmärkten und Geschäften verpflichtend, kann aus Schäfers Sicht sinnvoll sein. „Wir müssen flexibel vor Ort reagieren, und eine erweiterte Maskenpflicht gehört dazu.“ So wie es beispielsweise einige französische Städte machen, darunter die Bergkamener Partnerstadt Gennevilliers.

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Schäfer ist als Bergkamener Bürgermeister nur noch wenige Tage im Amt, weil er mit dem Ende der Ratsperiode in den Ruhestand geht und dann die Geschäfte an seinen Nachfolger Bernd Schäfer übergibt. Als Präsident des Städte- und Gemeindebunds werde er noch so lange im Amt bleiben, bis voraussichtlich 2021 ein Nachfolger gewählt wird.

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