Hof Schulze-Bergcamen: Stadt Bergkamen sieht keine Probleme für Wohngebiet

dzWohnen in Bergkamen

Die Hallen des ehemaligen Hofs Schulze-Bergcamen an der Nordfeldstraße sind fast abgerissen. Die WFG will dort ein neues Wohngebiet anlegen. Das ist an dieser Stelle aber eigentlich nicht vorgesehen.

Bergkamen

, 16.06.2020, 09:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer einen Blick auf den ehemaligen Hof Schulze-Bergcamen an der Nordfeldstraße wirft, sieht dass die riesigen Hallen dort schon fast abgerissen sind. Das Gelände wird in einigen Wochen sogar ganz frei: Die Firma Fausto, die es dort noch gibt, bezieht dann ihren neuen Firmensitz in Heeren-Werve.

Aufgelockerte Wohnsiedlung statt landwirtschaftlichem Betrieb

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Kreises Unna hatte das Gelände schon vor einiger Zeit gekauft – zusammen mit dem gesamten Grundbesitz des Landwirts im Kreis Unna. Landwirtschaft – oder besser gesagt: einen landwirtschaftlichen Produktionsbetrieb – soll es an der Nordfeldstraße künftig nicht mehr geben. Die WFG hat andere Pläne: Sie will das Gelände für ein neues, kleines Wohngebiet erschließen, wie WFG-Sprecherin Elke Böinghoff auf Anfrage noch einmal bestätigte.

Die Hallen im südlichen Bereich des Geländes sind schon fast komplett abgerissen.

Die Hallen im südlichen Bereich des Geländes sind schon fast komplett abgerissen. © Stefan Milk

Fläche gehört eigentlich zum Außenbereich

Vorgesehen ist das Wohngebiet an dieser Stelle laut der offiziellen Planung eigentlich nicht. Im Flächennutzungsplan der Stadt Bergkamen ist der gesamte Bereich als „Fläche für die Landwirtschaft“ ausgewiesen. Im Landschaftsplan Bergkamen-Werne gehört der Bereich zwar nicht zu einem Landschaftsschutzgebiet, aber sehr eindeutig zum sogenannten Außenbereich, in dem der Bau von Wohnhäusern nicht ohne weiteres möglich ist.

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Die Stadt Bergkamen hatte den Bereich nördlich der Nordfeldstraße in Richtung Heinrichstraße bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans vor einigen Jahren sogar statt als Siedlungsfläche wieder als landwirtschaftlichen Bereich ausgewiesen – um eine weitere Ausdehnung der Siedlungsfläche zu vermeiden.

Das Gelände liegt zwar eigentlich im sogenannten „Außenbereich“ außerhalb der ausgewiesenen Siedlungsflächen. Die Stadt sieht aber keine Probleme mit der Wohnsiedlung.

Das Gelände liegt zwar eigentlich im sogenannten „Außenbereich“ außerhalb der ausgewiesenen Siedlungsflächen. Die Stadt sieht aber keine Probleme mit der Wohnsiedlung. © Stefan Milk

Kein förmliches Verfahren, um Flächennutzungsplan zu ändern

Dennoch hat der Bergkamener Planungsamtsleiter Thomas Reichling keine Bedenken gegen die Pläne der WFG. Schon die vorherige Nutzung sei eigentlich kein Bauernhof mehr gewesen, sondern ein landwirtschaftlicher Gewerbebetrieb. Eine aufgelockerte Wohnsiedlung sei eher eine Verbesserung – zumal sie sich aus Sicht des Stadtplaners gut in die vorhandene Nutzung einfügt. Fast direkt westlich gibt es die kleine Wohnsiedlung „Auf der Worth“, direkt östlich einen Bauernhof.

Eine förmliche Änderung des Flächennutzungsplans sei nicht erforderlich. Er können nachrichtlich geändert werden, wenn die Siedlung fertig ist, sagte Reichling.

Der Kreis Unna, der den Landschaftsplan aufstellt und Wächter des Außenbereichs ist, äußerte sich noch nicht zu den Plänen. Der Fachbereich Umwelt und Natur werde sich damit befassen, wenn es einen Bauantrag gibt, sagte Kreis-Sprecherin Birgit Kalle.

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