Stadt kommt bei Bekämpfung von Giftraupen nicht mehr nach

dzWarnung an die Bürger

Die Stadt kann den Eichen-Prozessionsspinner nicht auf allen ihren Flächen bekämpfen. Sie stellt deshalb Warnschilder auf und gibt Verhaltensregeln für die Bürger.

Bergkamen

, 21.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Eichen-Prozessionsspinner hat in Bergkamen derart überhand genommen, dass die Stadt teilweise bei der Bekämpfung der Raupen mit ihren giftigen Brennhaaren kapitulieren muss. Bürgermeister Roland Schäfer macht darauf aufmerksam, dass die Stadt die Raupen nicht an allen Stellen im Stadtgebiet beseitigen kann. Dort gibt es lediglich Warnhinweise. Die Bürger müssen selbst die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Baubetriebshof saugt Raupen und Nester ab

Ein Trupp des Baubetriebshofs ist schon seit einigen Wochen den ganzen Tag über damit beschäftigt, die städtischen Flächen zu untersuchen, auf denen die Raupen gemeldet wurden und Maßnahmen zu ergreifen. In Bereichen, in denen sich besonders viele Menschen aufhalten, wie Schulen, Kindergärten, Altenheime oder Friedhöfe saugt der Baubetriebshof die Tiere und ihre Nester ab. Bei anderen Bereichen schafft es die Mitarbeiter nicht immer, die Tiere abzusaugen. Diese Bereiche werden abgesperrt oder es werden Warnschilder aufgestellt.

Stadt kommt bei Bekämpfung von Giftraupen nicht mehr nach

Auch die alten Nester der Raupen sind noch gefährlich. Auch dort gibt es die Brennhaare, die allergische Reaktionen auslösen. © Stefan Milk

Warnung in Waldgebieten

Vor allem Bereiche wie die Waldgebiete, die städtisches Eigentum sind, können nicht komplett abgesperrt werden. Das gilt beispielsweise auch für das Beverseegebiet, für das der Regionalverband Ruhr (RVR) zuständig ist. Bürger sollten diese Bereiche so weit wie möglich meiden. Hundebesitzer sollten ihre Tiere anleinen, damit sie nicht mit den Raupen in Kontakt kommen. Auf keinen Fall sollten Spaziergänger auf die Idee kommen, sich die Raupen anzuschauen. Sie können ihre Brennhaare verschießen. Der Kontakt ruft Hautreizungen hervor. Im Extremfall kann es sogar zu Asthmaanfällen und zu einem allergischen Schock kommen. Wer sich von den befallenen Bäumen fernhält kann das Risiko klein halten.

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Befall weitet sich trotz aller Maßnahmen aus

Die Eichenprozessionsspinner waren im vergangenen Jahr erstmals in Bergkamen aufgetreten. Die Stadt hatte zwar Maßnahmen ergriffen, um einen erneuten Befall zu verhindern. Das half aber wenig: Die Raupen, aus denen später Nachtfalter werden, haben sich so stark ausgebreitet, dass die Stadt mit der Bekämpfung nicht mehr nachkommt. Bei befallenen Eichen, die auf Privatgrundstücken stehen, ist übrigens nicht die Stadt, sondern der jeweilige Eigentümer für Maßnahmen verantwortlich.

Auch wenn die Raupen verschwunden sind, besteht noch Gefahr

In einigen Wochen sind die Raupen verschwunden, wenn sie ich verpuppen. Eine Restgefahr bleibt allerdings bestehen: Auch in den Nestern befinden sich noch Brennhaare. Die Stadt hofft, dass viele der Nachtfalter gefressen werden, bevor sie wieder Raupeneier für das nächste Jahr legen können.

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