Stadt: Grünkonzept von den Kreis-Grünen völlig missverstanden

dzGrünflächenpflege

Die Stadt weist die Kritik der Kreis-Grünen an ihrem neuen Pflegekonzept für die Grünflächen zurück. Haupt-Vorwurf: Die Grünen hätten sich nicht richtig informiert und vieles falsch verstanden.

Bergkamen

, 09.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kritik der Kreis-Grünen am neuen Pflegekonzept für Grünflächen trifft bei Dezernent Marc Alexander Ulrich auf fast völliges Unverständnis. Der umweltpolitische Sprecher der grünen Kreistagsfraktion, Klaus-Bernhard Kühnapfel, habe sich noch nicht einmal mit der Stadt in Verbindung gesetzt, um nach den genauen Aufgaben der „schnellen Eingreiftruppe“ zu fragen, ärgert sich Ulrich. „Sonst hätte er von uns erfahren, dass es dabei nicht darum geht, die Wünsche einzelner Bürger zu erfüllen.“

Schnelle Eingreiftruppe für wilden Müll und störende Äste

Die schnelle Eingreiftruppe, die ab Mai in Aktion tritt, soll Missstände, die Bürger melden, innerhalb von Stunden, aber spätestens am nächsten Tag beseitigen. Kühnapfel hatte kritisiert, dass der Geschmack eines einzelnen dann die Pflege der Bergkamener Grünflächen bestimme.

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„Es geht gar nicht darum, den Rasen kurz zu schneiden, weil ein einzelner sich das so wünscht“, sagte Ulrich. Die Eingreiftruppe habe die Aufgabe, wilden Müll schnell zu beseitigen oder aktiv zu werden, wenn ein Ast über einen Fahrrad- oder Fußweg hänge. Davon abgesehen habe auch die Eingreiftruppe die ökologischen Ziele zu beachten, sie sich die Stadt selbst gesetzt hat.

Grünflächen wie diese Fläche in Schönhausen sollen ökologischer gestaltet werden. Geplant sind zum Beispiel Blumenwiesen für Insekten.

Grünflächen wie diese Fläche in Schönhausen sollen ökologischer gestaltet werden. Geplant sind zum Beispiel Blumenwiesen für Insekten. © Michael Dörlemann

Stadt will viele Flächen ökologisch aufwerten

Ulrich verwies darauf, dass die Stadt viele Flächen ökologisch aufwerten will. Unter anderem sollen Blumenwiesen für Insekten angelegt werden. An den Kreisverkehren habe die Umgestaltung beispielsweise schon begonnen.

Außerdem setze die Stadt darauf, Bäume zu erhalten und mehr neue Bäume zu pflanzen. Sie seien besonders wichtig, um das Mikroklima in der Stadt zu verbessern.

Die Grünen kritisieren, dass die Stadt alle Grünstreifen an Straßen in Bergkamen dreimal im Jahr mähen lassen will.

Die Grünen kritisieren, dass die Stadt alle Grünstreifen an Straßen in Bergkamen dreimal im Jahr mähen lassen will. © Stefan Milk

Abstimmung mit dem Kreis über Mähen der Grünstreifen

Kühnapfels Kritik hatte sich allerdings auch dagegen gerichtet, dass die Stadt Bergkamen plant, die Mahd der Grünstreifen auch an den Kreis- und Landesstraßen zu übernehmen. Der Kreis mäht nur zwei mal im Jahr, die Stadt will den Standard an allen Straßen auf drei Mal erhöhen. Kühnapfel kritisiert, dass dadurch der Lebensraum und vor allem die Wanderwege von Insekten zerstört würden.

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Ulrich hält es dagegen für überzogen, daran die Kritik am gesamten Grünkonzept festzumachen. Die Stadt sei zurzeit noch in Gesprächen mit dem Kreis Unna, um die Frage der Grünstreifenpflege zu klären. „Bisher haben wir noch keine Kritik gehört“, sagte der Dezernent. Das sei auch keine politische Entscheidung, sondern werde auf dienstlicher Ebene abgestimmt.

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