Stadt baut an ihren Kindergärten an

dzRaumnot in Familienzentren

In mindestens zwei von drei städtischen Kindergärten herrscht drangvolle Enge. Und vor allem in ihrem Familienzentrum „Mikado“ muss die Stadt dringend anbauen.

Bergkamen

, 08.11.2018, 14:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Betriebsgenehmigung für den Kindergarten an der Eichendorffstraße läuft nur noch zwei Jahre. Und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat der Stadt deutlich signalisiert, dass er sie nicht verlängert, wenn sie nichts gegen den Platzmangel tut, berichtete der Leiter des Jugendamtes, Udo Harder. Spätestens seit die Stadt vor ein paar Jahren eine fünfte Gruppe eingerichtet hat, ist es in dem Kindergarten richtig eng. „Wir nutzen seitdem einen Gymnastikraum als Gruppenraum“, sagt Harder. Das werde der LWL nicht mehr allzu lange akzeptieren. Zumal das „Mikado“ als Familienzentrum noch zusätzliche Aufgaben übernommen hat: „Wir haben dort nicht einmal einen Raum für Elternveranstaltungen.“

Die Erweiterungsmöglichkeiten in dem Gebäude selbst sind längst ausgereizt. Deshalb rechnet Harder damit, dass die Stadt einen alten Plan reaktiviert und einen freistehenden Neubau neben dem Kindergarten errichtet. Der könnte auf der Fläche zwischen dem Haupteingang und dem benachbarten Bolzplatz entstehen. Spruchreif ist dieses Vorhaben noch nicht, die konkreten Pläne dafür müssen erst noch entwickelt werden, sagt Harder.

Stadt baut an ihren Kindergärten an

Das Familienzentrum Mikado liegt an der Eichendorffstraße. Der Johanniter-Kindergarten links daneben ist noch so neu, dass er auf der Karte nicht eingezeichnet ist.

Keine neuen Plätze

Zusätzliche Betreuungsplätze würden durch den Neubau allerdings nicht entstehen. Im Gegenteil, die Stadt überlegt sogar, ihre Zahl langfristig zu verringern. Wenn die Awo den geplanten Kindergarten am Hermann-Görlitz-Zentrum eröffnet, werde die Stadt wahrscheinlich die fünfte Gruppe an der Eichendorff-Straße schließen, kündigte Harder an. Das allein würde die Platz-Probleme aber auch nicht lösen. Und da bisher noch nicht einmal klar ist, wann der Bau des Awo-Kindergartens beginnt, wird die Stadt die Mikado-Erweiterung wohl vorantreiben.

Ähnliche Pläne hegt das Jugendamt auch für einen weiteren städtischen Kindergarten, das Familienzentrum „Tausendfüßler“ Im Sundern in Oberaden. Dort wird zum Beispiel dringend Platz für eine größere Küche gebraucht. „Die Zahl der Mittagessen liegt mittlerweile im dreistelligen Bereich“, sagte Harder. Weil im bestehenden Gebäude dafür kein Platz ist, will die Stadt dort einen Anbau errichten. „Dafür ist sogar schon Geld im Doppelhaushalt eingeplant“, sagte Harder. Allerdings muss die Bauabteilung im Rathaus noch die Pläne machen und den Auftrag ausschreiben. Und weil die Stadt gerade ziemlich viel Geld zur Verfügung hat, das sie in ihre Kindergärten, Schulen und sonstigen Gebäude stecken kann, haben die Bauexperten derzeit reichlich zu tun.

Das ist auch einer der Gründe, aus denen die Stadt trotz des akuten Mangels an Betreuungsplätzen nicht auf die Idee kommt, noch weitere Kindergärten in Eigenregie zu errichten, sondern das den Freien Trägern beziehungsweise den mit ihnen zusammenarbeitenden Investoren überlässt. In der Verwaltung fehlten dazu schlicht die Kapazitäten, sagte Sozialdezernentin Christine Busch in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses.

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