Sprung in den Kanal ist gefährlich - die Wasserschutzpolizei kommt aber nur selten

dzBaden im Sommer

An heißen Sommertagen sieht man viele Badende im Kanal. An manchen Stellen ist das auch erlaubt. Aber nicht alle halten sich an die Regeln und gefährden damit sich und andere.

Bergkamen

, 27.07.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Regeln für das Baden im Datteln-Hamm-Kanal sind eigentlich ganz einfach: „Es ist überall dort erlaubt, wo es nicht ausdrücklich verboten ist“, sagt Peter Holthaus von der Hammer Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes Rheine. Wer nun aber meint, dass Baden auf der gesamten Länge des Datteln-Hamm-Kanals in Bergkamen legal ist, weil hier ja keine Verbotsschilder stehen, der irrt sich.

Denn was für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger die die Straßenverkehrsordnung ist, das ist für die Kanalnutzer auf, im und am Wasser die Binnenschifffahrtsstraßenordnung. Und die verbietet das Baden „im Bereich bis zu 100 Meter ober- und unterhalb einer Brücke, eines Wehres, einer Hafeneinfahrt, einer Liegestelle oder einer Anlegestelle der Fahrgastschifffahrt“. Das dient dem Schutz der Schifffahrt, vor allem aber dem der Badenden.

DLRG warnt vor Baden im Kanal

Die Begegnung eines Schwimmers mit einem Kanalkahn ist für den Menschen höchst gefährlich, weiß der Vorsitzende der DLRG Bergkamen. Tobias Schwittek: „Die großen Schiffe entwickeln eine Sogwirkung, die die Schwimmer anzieht“, sagt er. Sie geraten dann unter das Schiff und damit in Lebensgefahr: „Die Schiffsführer merken das gar nicht.“

Begegnungen mit Frachtschiffen können für Kanal-Badende tödlich enden.

Begegnungen mit Frachtschiffen können für Kanal-Badende tödlich enden. © Stefan Milk

Schwittek rät vom Schwimmen im Kanal grundsätzlich ab. Auch weil es hier keinerlei Aufsicht gibt, die im Notfall helfen kann. Das bewachte Schwimmen außerhalb der gefliesten Freibadbecken ist in diesem Corona-Sommer in Bergkamen und Umgebung allerdings nicht möglich: Das Naturfreibad in Heil ist ebenso geschlossen wie der Horstmarer See.

Der Sprung von der Brücke ist verboten und sehr gefährlich

Wer regelmäßig am Kanal unterwegs ist, weiß, dass Schwitteks Rat an heißen Sommertagen ebenso ignoriert wird wie das Badeverbot in Brückennähe. Auch der Sprung von der Brücke ist immer noch beliebt.

An heißen Sommertagen wissen viele Menschen ein erfrischendes Bad im Kanal zu schätzen.

An heißen Sommertagen wissen viele Menschen ein erfrischendes Bad im Kanal zu schätzen. © Johannes Brüne

Der ist nicht nur ebenfalls verboten, sondern höchst gefährlich, warnt Schwittek: Der Springer könne nicht erkennen, ob unter der Wasseroberfläche irgendwelche Gegenstände liegen.

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Wer gegen die Baderegeln im Kanal verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld zwischen 50 und 200 Euro rechnen - wenn er erwischt wird. Für die Kanal-Kontrolle ist die Wasserschutzpolizei zuständig: „Die Fallzahlen sind sehr gering“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Kein Wunder: Im Kanal sieht man zwar häufig Badende, die Patrouillenboote der Polizei sind hingegen ein eher rarer Anblick.

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