Spielhallen-Dieb vor Gericht: Seine Tante half dem Opfer

dzDiebstahl in Spielhalle

Weil ein 35-Jähriger in einer Spielhalle einen Mitarbeiter bestohlen hatte, landete er vor Gericht. Die relativ milde Strafe verdankt er einer Verwandten: Die Tante des Diebes kennt das Opfer.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 10.06.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Kein Job, kein Geld, aber eine Gelegenheit zum Diebstahl. Und die nutzte ein 35-Jähriger und landete dafür auf der Anklagebank des Amtsgerichts Kamen. Am Ende wurde die Tante des Täters zum Helfer des Opfers.

120 Euro in bar und sämtliche Dokumente befanden sich in der Tasche der Aufsicht einer Spielhalle in Bergkamen. Als der Mitarbeiter am 27. Oktober vergangenen Jahres kurz seinen Platz verließ, schnappte sich der Angeklagte die Tasche und verschwand.

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Der Dieb legt ein Geständnis ab

Im Gericht gab er den Diebstahl zu. Aber auch ohne Geständnis wäre ihm die Polizei dank Bilder einer Überwachungskamera auf die Schliche gekommen. „Ich habe die Tasche genommen, weil ich meinen Job verloren hatte und kein Geld mehr hatte“, erklärte der 35-Jährige. Das Jobcenter habe ihm vier Monate lang keine Unterstützung gezahlt.

Wie sich herausstellte handelte es sich bei dem Opfer um einen Bekannten der Tante des Angeklagten. Sie forderte ihren Neffen auf, die Angelegenheit zu klären. Der Bergkamener entschied daraufhin, die 120 Euro zu behalten, den Rest aber im Fundbüro abzugeben.

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Der Angeklagte kommt mit Bewährung davon

Auch, wenn dieses Verhalten nur auf das Einwirken der Tante zurückzuführen war, legte das Gericht dem Angeklagten das positiv aus. Ebenso sein Geständnis.

Dennoch gab es vier Monate Haft auf Bewährung für den Bergkamener. Grund dafür waren vier Vorstrafen wegen Trunkenheitsfahrt, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und in zwei Fällen illegalen Drogenbesitzes.

Als Bewährungsauflage muss der arbeitslose Metzger 300 Euro an die Gerichtskasse zahlen. „Ich bin froh, dass ich nicht in den Knast muss“, akzeptierte der Angeklagte das Urteil sofort.

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