Sperrtor entwickelt sich zum Schandfleck am Kanal: Wird die Brücke zugemacht?

dzVandalismus

Das Sperrtor am Datteln-Hamm-Kanal in Bergkamen ist ein Brennpunkt des Vandalismus. Die zuständige Behörde zieht eine drastische Maßnahme in Erwägung – die vor allem Spaziergänger träfe.

Bergkamen

, 22.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hüter des Datteln-Hamm-Kanals haben zumindest schon darüber nachgedacht, den Fußgängern den Weg über das Kraftwerk Heil zu verwehren. Spaziergänger gelangen bisher problemlos über den Steg des Sicherheitstors auf das andere Kanalufer.

Und weil sich das Sicherheitstor zu einem Schandfleck am Kanal entwickelt hat, haben die Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Rheine in Erwägung gezogen, den Zugang zu sperren. Das berichtet Peter Holthaus vom Außenbezirk Hamm der Wasserbehörde, der unter anderem für den Bergkamener Kanal-Abschnitt zuständig ist.

Vandalismus und Müll im Inneren des Sperrtores

Grund für die Sperr-Gedanken sind nicht etwa technische Probleme oder der Verschleiß des Bauwerks. Sondern vielmehr Vandalismus und Rücksichtslosigkeit. Das Sperrtor ist an heißen Sommertagen ein beliebter Treffpunkt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Das ist aus Sicht des Amtes zunächst einmal kein Problem.

Das Treppenhaus ist völlig beschmiert, auch Müll liegt hier immer wieder rum.

Das Treppenhaus ist völlig beschmiert, auch Müll liegt hier immer wieder rum. © Johannes Brüne

Auch wenn jeder, der öfter am Kanal unterwegs ist, weiß, dass das ausdrückliche Badeverbot an dieser Stelle geflissentlich ignoriert wird. Doch selbst dabei wäre die Behörde wohl noch bereit, ein Auge zuzudrücken. Anders sieht es beim Thema Abfall und Zerstörungen aus.

Etliche Kanalbesucher lassen ihren Müll einfach am Ufer liegen oder müllen das Innere des Sperrtores zu. Auch Zerstörungen und Schmierereien an dem Bauwerk seien an der Tagesordnung, berichtet Holthaus.

Jetzt lesen

Der Übergang bleibt erst einmal geöffnet

Das Sperrtor als Ort des Ärgernisses über Unordnung und Belästigung ist nicht ganz neu. Schon früher hatte es das Ordnungsamt mit Feiernden zu tun, die ihre Umgebung über die Maßen beschallten.

Zuletzt habe es allerdings keine solchen Einsätze gegeben, berichtet Heiko Brüggenthies vom Ordnungsamt. Die Unsitte, mit dem Auto direkt ans Kanalufer zu fahren, ist aber offenbar noch nicht ausgestorben.

Der Steg bietet Fußgängern eine bequeme Möglichkeit, den Kanal zu überqueren – noch.

Der Steg bietet Fußgängern eine bequeme Möglichkeit, den Kanal zu überqueren – noch. © Johannes Brüne

Beim Wasser- und Schifffahrtsamt ist der Ärger über die Unvernünftigen unter den Kanalnutzern groß. Von einer Sperrung des Sperrtores allerdings habe man erst einmal abgesehen, sagt Holthaus. Schließlich ist der Steg eine wichtige Verbindung für Spaziergänger, die zum Beispiel aus Richtung der Ökostation kommen.

Die nächsten Brücken befinden sich an der Jahn- bzw. der Werner Straße und sind zu Fuß ziemlich weit entfernt. Gleichwohl ist eine Sperrung nicht ganz vom Tisch, meint Holthaus: „Bei weiteren massiven Beschädigungen müssten wir diese Möglichkeit in Erwägung ziehen.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Auch Pflegeheim betroffen
Coronavirus: 29 neue Fälle übers Wochenende im Kreis Unna – Hotline wird reaktiviert
Hellweger Anzeiger Bürgermeisterkandidat der SPD
Bernd Schäfer: Echter Bergkamener und Kämpfer für bezahlbare Wohnungen
Hellweger Anzeiger Kommunalwahl 2020
Mario Löhr (49): Ein Reformer und Visionär mit großen Plänen für den Kreis Unna
Hellweger Anzeiger Freizeittipps NRW
Halde Großes Holz in Bergkamen ist viel mehr als nur ein Relikt aus der Bergbau-Zeit
Meistgelesen