Sperren sollen Raserszene stoppen

dzParkplatz am Wellenbad

Anwohner beschweren sich immer wieder über den Lärm auf dem Wellenbad-Parkplatz. Jetzt sollen neue Sperren die jungen Leute und ihre Autos abhalten.

Bergkamen

, 13.12.2018, 14:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spaziergänger wundern sich schon, weil direkt neben den Pollern auf dem Wellenbad-Parkplatz jetzt auch noch rot-weiße Gitter installiert sind. Sie sollen der Raserszene jetzt endgültig den Weg verbauen, um ihre illegalen Rennen auf dem Parkplatz auszutragen. Den Rundkurs hat die Stadt den jungen Autofahrern, die sich vor allem abends auf dem Parkplatz treffen, ohnehin schon verbaut. Dafür haben jetzt die Beschleunigungsrennen zugenommen, sagt Dezernent Marc Alexander Ulrich. Vor allem junge Männer versuchen, ihre Fahrzeuge auf einer kurzen Strecke zu beschleunigen. Wer am Ende die Nase vorn hat, bevor sie bremsen müssen, hat gewonnen.

Die Stadt hofft, damit auch den weiteren Lärm einzuschränken, über den sich Anwohner jenseits des Häupenweges schon seit längerer Zeit beschweren. Bei aufheulenden Motoren und quietschenden Reifen bleibt es meist nicht. Anwohner beschweren sich auch über laute Musik und laute Rufe, die aus Auto-Anlagen bis über die Straße zu ihren Häusern dröhnt. „Das ist der typische Begleitlärm für solche Treffen“, sagt Ulrich. Die Stadt hofft, mithilfe der Absperrungen die ganze Szene vom Parkplatz zu verbannen, sodass auf diese Weise Ruhe einkehrt am Wellenbad.

Problem schon seit Jahren

Das Problem mit dem Lärm auf dem Wellenbad-Parkplatz beschäftigt die Stadt schon seit einigen Jahren, denn Beschwerden von Anwohner gibt es schon lange. Zwischendurch war es etwas ruhiger um die Treffen am Wellenbad, aber in jüngster Zeit kocht das Thema wieder hoch. Bürger nutzten unter anderem den politischen Frühschoppen der IG BCE Weddinghofen vor einigen Wochen, um ihren Ärger zu äußern. Auch in einer Sitzung des Jugendhilfeausschusses wurde darüber diskutiert.

Auf andere Art, als mit den zusätzlichen Sperren einzugreifen, fällt der Stadt schwer. Der städtische Ordnungsdienst ist mit zwei Stellen nicht gerade üppig besetzt. Außerdem fehlt der Ordnungsbehörde die Handhabe, grundsätzlich gegen die Treffen vorzugehen – denn es ist nicht verboten, sich auf einem öffentlichen Parkplatz zu treffen. Nur der ruhestörende Lärm ist eine Ordnungswidrigkeit, gegen den die Polizei vorgehen kann. Die rückt offenbar auch häufiger zum Wellenbad-Parkplatz aus, um für Ruhe zu sorgen – vor allem in den Sommermonaten. Die Polizei kann im Extremfall Platzverweise aussprechen. Der Nachteil: Die gelten nur für den Abend. Manchmal ist die Raserszene am nächsten oder übernächsten Abend schon wieder da. Sogar das Streetwork des Jugendamtes, das an anderen Stellen schon die eine oder andere problemetische Situation gelöst hat ist relativ machtlos. Bei der Szene handelt es sich nicht um Jugendliche, sondern meist um junge Erwachsene, die sich ein PS-starkes Auto leisten können.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Platanen-Alleen
Baudezernent sieht wenig Spielraum für Diskussion über Bäume in Schönhausen
Hellweger Anzeiger Noch freie Plätze
Sabine Mottog und ihre Musical-Kinder bringen Martin Luther King auf die Bühne
Hellweger Anzeiger Ex-Abgeordneter Hüppe
Kritik an Bodelschwingh-Schule: Falsche Förderung und ein Hindernis für die Inklusion
Hellweger Anzeiger Verzögerung beim Museums-Abriss
Unzuverlässigen Unternehmen muss die Stadt keine Aufträge geben
Meistgelesen