Spektakuläre Brückenbauarbeiten: Über der Lippe schweben 150 Tonnen Stahl

dzMit Video

Die Lippebrücke zwischen Bergkamen und Werne ist bis Sonntagabend gesperrt, an den Bauzäunen stehen viele Schaulustige: Die Bauarbeiten bieten wirklich spektakuläre Anblicke.

Bergkamen, Werne

, 04.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die neue Lippebrücke fährt die Kran-Firma Schares mit Hauptsitz in Bocholt ihre stärksten Stücke auf: Zwei riesige Autokräne stehen am Wochenende unübersehbar auf dem Nord- und auf dem Südufer des Flusses zwischen Bergkamen und Werne. Jeder von ihnen kann bis zu 500 Tonnen heben. Und diese Kraft wird auch gebraucht: Die drei mächtigen Stahlträger, die den Unterbau der neuen Brücke bilden, kommen an ihren Platz über der Lippe.

Die Träger für die Brücke zwischen Bergkamen und Werne sind jeweils 60 Meter lang und wiegen 150 Tonnen.

Die Träger sind jeweils 60 Meter lang und wiegen 150 Tonnen. © Borys Srad

Auf ihren vorläufigen Platz, muss man sagen. Sie sollen zunächst einmal eine Behelfsquerung für den Autoverkehr auf der B 233 bilden, die sich zwischen der alten Brücke und dem Steg für Radler und Fußgänger befindet. Dann kann das alte Bauwerk abgerissen werden. Später wird die neue Brücke an ihren endgültigen Platz geschoben.

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Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke

Jeder Stahlträger ist 60 Meter lang und 150 Tonnen schwer

Aber das ist im Moment noch Zukunftsmusik. Erst einmal müssen die drei 60 Meter langen und 150 Tonnen schweren Stahlteile auf die frisch gebauten Widerlager aus Beton bugsiert werden. Das dauert eigentlich gar nicht so lange: Etwa 20 Minuten brauchen die beiden Kräne am Samstagnachmittag, um den zweiten von drei Trägern von der Brücke aus auf seine Position über dem Fluss zu heben.

Vorher muss das lange Stahlteil allerdings auf die Brücke gebracht werden und das ist mit erheblich größerem Zeitaufwand verbunden. Im Mai haben drei Schwertransporte die drei Brückenelemente an der Lippe abgesetzt. Dort lagern sie auf der Werner Seite.

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Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke.

04.07.2020
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Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke. © Borys Srad
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke© Johannes Brüne
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke© Johannes Brüne
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke© Johannes Brüne
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke© Johannes Brüne
Spektakuläre Bauarbeiten an der Lippebrücke

Am Wochenende kommen zwei selbstfahrende Plattformen zum Einsatz, die für besonders schwere Lasten auf schwierigen Wegen ausgelegt sind: Sie haben jeweils zehn Achsen mit je acht Reifen.

Per Fernbedienung dirigiert ein Fahrer die rollenden Ungetüme unter einen der aufgebockten Stahlträger. Dann hebt die Hydraulik die Plattform an, die schließlich in Richtung Brücke rollt.

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Zentimeterarbeit mit der Fernbedienung

Dafür braucht man Geduld: „Das Verladen dauert eineinhalb bis zwei Stunden“, sagt Daniel Lueb, Bauleiter der Firma Eiffage Infra West (ehemals Heinrich Walter Bau) aus Borken, die die neue Brücke baut. Bis die Plattformen auf der Brücke angekommen sind, dauert es noch einmal ein bis zwei Stunden. Das letzte Stück bedeutet für den Fernbediener Zentimeterarbeit, er muss den sperrigen Transport auf die exakte Position dirigieren.

Zwei selbstfahrende Plattformen transportierten die Träger auf die alte Brücke zwischen Bergkamen und Werne.

Zwei selbstfahrende Plattformen transportierten die Träger auf die alte Brücke © Johannes Brüne

Bereits zu diesem Zeitpunkt kommen die beiden Autokräne zum Einsatz. Sie heben den Träger leicht an und übernehmen so einen Teil der Last: „Das Gewicht des Trägers und der beiden Plattformen würde die Brücke sonst nicht aushalten“, erläutert Markus Feller, Projektleiter des Landesbetriebes Straßen NRW.

Zahlreiche Schaulustige verfolgten die spektakulären Bauarbeiten zwischen Bergkamen und Werne.

Zahlreiche Schaulustige verfolgten die spektakulären Bauarbeiten. © Borys Srad

Schaulustige stehen hinter den Bauzäunen

Dann kommt der spektakuläre Moment, in dem die Kräne ihre Hauptarbeit machen und der Stahlkoloss über dem Lippe-Wasser zu schweben scheint. Die zahlreichen Schaulustigen hinter den Bauzäunen auf beiden Seite der Brücke greifen zu Mobiltelefonen und Kameras.

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Nachdem die Kräne den Träger auf den Widerlagern abgelegt hat, blickt Bauleiter Lueb zufrieden: „Wir liegen voll im Zeitplan“. Auf der Brückenbaustelle kehrt ein wenig Ruhe ein. Der dritte und letzte Träger kommt erst am frühen Sonntagmorgen an die Reihe. Wenn diese Arbeit erledigt ist, steht der Abtransport der mächtigen Kräne und des übrigen Materials an. Am Sonntagabend kann der Verkehr, eher als geplant, dann wieder über die Brücke rollen.

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