Die Führung der Bergkamener SPD ist sich einig, dass sie mit ihrem Ratsfraktionschef Bernd Schäfer ins Bürgermeister-Rennen ziehen will. Das letzte Wort obliegt aber den Delegierten der Ortsvereine.

Bergkamen

, 27.09.2019, 10:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass ihm 2020 kein leichter Kommunalwahlkampf bevorsteht, ist dem SPD-Kandidaten Bernd Schäfer klar: „Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass ich mit 60 oder 70 Prozent zum Bürgermeister gewählt werde.“ Aber Stadtoberhaupt möchte er schon werden. Und nachdem ihn der Vorstand des SPD-Stadtverbandes vorgeschlagen hat, geht er beim aktuellen Stand der Dinge wohl auch in der Favoritenrolle an den Start des Bürgermeister-Rennens.

Zur Person


  • Bernd Schäfer wurde am 26. Juli 1966 geboren, wuchs in Oberaden auf und lebt seit 2002 in Overberge. Er ist verheitratet und hat zwei erwachsene Kinder.
  • Schäfer machte 1985 seine Abitur am Gymnasium in Bergkamen und begann dann eine Ausbildung bei der Sparkasse Bergkamen-Bönen. Seit 2017 ist er dort Teilmarktleiter des Teilmarktes Bergkamen mit den Geschäftsstellen Oberaden und Rünthe.
  • Schäfer ist seit 2004 Mitglied des Bergkamener Stadtrates. Von 2004 bis 2014 war er Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes. Seit 2014 sitzt er der SPD-Ratsfraktion vor.

Prognosen für die Wahl sind äußerst schwierig

Wobei Prognosen für die Wahl im nächsten Jahr nur mit äußerster Vorsicht abzugeben sind. Zum einen wollen die Oppositionsparteien ihre Kandidatinnen oder Kandidaten erst im Wahljahr selbst benennen. Außerdem erleben die Bergkamener erstmals eine Direktwahl ihres Bürgermeisters, bei der die SPD nicht mit dem Amtsinhaber Roland Schäferin den Wahlkampf zieht. Er trete als Bürgermeister-Kandidat in große Fußstapfen, sagt dann auch Bernd Schäfer pflichtgemäß. Und falls er gewählt wird, will er auch nicht alles anders machen als Roland Schäfer, der die Bergkamener Verwaltung seit 1989 führt – zunächst als Stadtdirektor, dann als hauptamtlicher Bürgermeister. „Jemand der mit fast 70 Prozent wiedergewählt wird, kann ja nicht alles falsch gemacht haben“, sagt Bernd Schäfer mit Blick auf die Kommunalwahl 2014.

Wie Bernd Schäfer ins Bergkamener Rathaus einziehen will

Dem Stadtrat gehört Bernd Schäfer seit 2004 an, seit 2014 ist er Vorsitzender der SPD-Fraktion. © Stefan Milk


„Kommunalwahl ist anders als die Europawahl“

Beim jüngsten Urnengang im Mai dieses Jahres allerdings musste die SPD herbe Verluste hinnehmen und kam auf nicht mal 30 Prozent. „Aber eine Kommunalwahl ist etwas anderes als eine Europawahl“, macht sich Bernd Schäfer Mut. Immerhin kann der Sparkassenbetriebswirt, der die Sparkassen-Geschäftsstellen Oberaden und Rünthe leitet, darauf verweisen, dass er ein waschechter Bergkamener und genauso alt wie die Stadt ist: Schäfer wurde 1966 geboren und wuchs in Oberaden auf. Heute lebt er mit seiner Familie in Overberge. Die Familie Schäfer ist in Bergkamen bestens bekannt, was wohl auch an den Brüdern von Bernd liegt: Zwillingsbruder Klaus ist als Bestattungsunternehmer aktiv, Bruder Uwe betreibt eine Fensterbaufirma. Die Frage, ob da als Bürgermeister Interessenkonflikte drohen, beantwortet Bernd Schäfer „ganz klar mit Nein: Wenn ich Bürgermeister werde, habe ich ja nichts mit Vergaben zu tun.“ Auch, dass er im Falle der Wahl wahrscheinlich den Vorsitz im Verwaltungsrat seines bisherigen Arbeitgebers Sparkasse Bergkamen-Bönen übernehmen würde, hält Bernd Schäfer für unproblematisch.

Wie Bernd Schäfer ins Bergkamener Rathaus einziehen will

Der designierte Kandidat arbeitet bei der Sparkasse und sitzt als Arbeitnehmervertreter im Verwaltungsrat. © Marcel Drawe


Eine eigenständige Sparkasse für Bergkamen

Zum einen sitzt er schon in diesem Gremium – als Arbeitnehmervertreter. Zum anderen sagt er: „Mir liegt daran, eine eigenständige Sparkasse für Bergkamen zu erhalten.“ Ein weiterer thematischer Schwerpunkt, den Bernd Schäfer im Wahlkampf setzen will, ist die Wohnsituation in Bergkamen, die für ältere Menschen nicht unbedingt günstig sei. Und das Dauerthema Bildung steht ebenfalls oben auf der Liste. Bernd Schäfer ist offenkundig nicht das einzige SPD-Mitglied in Bergkamen, dass sich die Nachfolge von Roland Schäfer zutraut. Aber mit den anderen potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern hat er sich schon vor einiger Zeit besprochen, sodass der Fraktionschef der einzige war, der sich im Vorstand des Stadtverbandes zur Kandidatenkür stellte.


Wie Bernd Schäfer ins Bergkamener Rathaus einziehen will

Das Thema Wohnen soll ein Schwerpunkt in Bernd Schäfers Wahlkampf werden. © Marcel Drawe


Ein einstimmiges Votum

Und dabei einstimmige Zustimmung fand, wie der Stadtverbandsvorsitzende André Rocholl berichtet. Nun macht sich Bernd Schäfer auf die Vorstellungstour durch die Ortsvereine, um auch von dieser Seite keine Querschüsse befürchten zu müssen. Denn offizieller Bürgermeister-Kandidat ist Schäfer erst dann, wenn ihn die Stadtverbandsversammlung nominiert hat. Da die Ortsvereine noch ihre Delegierten dafür wählen müssen, wird das wohl erst Anfang des nächsten Wahljahres passieren. Und solange gelten in der Bergkamener SPD die Regeln der innerparteilichen Demokratie, betont Rocholl: „Bis dahin hat noch jedes Mitglied das Recht, seinen Hut in den Ring zu werfen.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Verkaufsoffene Sonntage

Zumindest rund um den Nordberg könnte es weiter Verkaufssonntage geben

Hellweger Anzeiger Grundschulen

Tische und Stühle in der neuen OGS in Overberge stehen schon - bald kommen die Schüler