SPD-Kandidat Bernd Schäfer bekommt nach unkämpferischer Rede eine deutliche Mehrheit

dzBürgermeisterkandidatur

Bei der Wahl des SPD-Bürgermeisterkandidaten Bernd Schäfer gab es eigentlich nur eine Frage: Welche Mehrheit bekommt er? Sie fiel deutlich aus, es gibt aber SPD-Mitglieder, die ihn ablehnen.

Bergkamen

, 17.02.2020, 20:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fragen hatten die Bergkamener Sozialdemokraten nicht, nachdem ihr Ratsfraktionschef Bernd Schäfer seine Bewerbungsrede als Bürgermeisterkandidat gehalten hatte. Und Einwände gegen seine Kandidatur erhoben auf dem Stimmzettel nur wenige: Die SPD-Delegiertenkonferenz wählte ihn am Montagabend mit der deutlichen Mehrheit von 66 Ja- und sechs Nein-Stimmen. Einer der Delegierten enthielt sich der Stimme.

Eine solide, aber unkämpferische Rede

Dass Schäfer gewählt wird, stand schon am Beginn des Abends so gut wie fest, schließlich trat er ohne Gegenkandidaten an. Das war vielleicht der Grund, warum er eine solide, doch vergleichsweise unkämpferische Rede hielt.

Stadtverbandschef André Rocholl (l.) gratuliert dem frisch gekürten Kandidaten Bernd Schäfer.

Stadtverbandschef André Rocholl (l.) gratuliert dem frisch gekürten Kandidaten Bernd Schäfer. © Johannes Brüne

Zwar verwies Schäfer darauf, dass die SPD die Stadt seit ihrer Gründung im Jahr 1966 regiert. Er beanspruchte alles, was positiv ist in Bergkamen, als Erfolg seiner Partei: „Wir als SPD und nicht die CDU oder sonst wer“ hätten das erreicht. Das war es aber auch schon an Seitenhieben gegen den demokratischen politischen Gegner. Deutlicher wurde Schäfer in seiner Kritik an der AfD, für die er den meisten Zwischenapplaus bekam.

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Wenn Schäfers Rede ein Signal für den Weg zur Kommunalwahl am 13. September ist, dann setzt der SPD-Kandidat offenbar auf Konsens. Bezahlbaren Wohnraum will er durch „engere Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Akteuren auf dem Wohnungsmarkt“ erreichen. Bei Letzteren denkt er vor allem an die kommunale Wohnungsbaugesellschaft UKBS und die Wohnungsbaugenossenschaften.

Dialog mit den Unternehmen

Die immer noch zu hohe Arbeitslosigkeit will er „im Dialog mit den Unternehmen“ bekämpfen. Falls Schäfer Bürgermeister wird, will er etwas für den Klimaschutz tun. Aber er betonte auch, dass er dabei nur an Maßnahmen denkt, die bei der Bevölkerung und damit bei den Wählern auf Akzeptanz stoßen: „Eine Bevormundung der Bürgerinnen und Bürger durch das Aussprechen von Verboten auf kommunaler Ebene halte ich für nicht zielführend.“ Dafür will er die VKU überzeugen, dass fünf Euro für eine einfache Schnellbusfahrt von Bergkamen nach Dortmund ein zu hoher Preis sei.

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Auf diese Weise boten die Bergkamener Sozialdemokraten bei ihrer Kandidatenkür ein Bild der Geschlossenheit und der Harmonie. Dass dies nicht immer so war, ließ das Grußwort des Landtagsabgeordneten Rüdiger Weiß ahnen: Der forderte seine Parteifreunde auf, im Wahlkampf „als Team auf dem Platz zu stehen“.

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