Der Schlips ist ab – die Sparkasse Bergkamen-Bönen hat einen neuen Dresscode

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Die Sparkasse Bergkamen-Bönen schneidet einen alten Schlips ab: Sie lockert die Bekleidungsvorschriften für ihre Angestellten. Damit unterscheidet sie sich deutlich von Banken in der Nachbarschaft.

Bergkamen

, 03.01.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kunden, die regelmäßig zur Sparkasse kommen, haben es schon gemerkt: Die Sparkasse Bergkamen-Bönen hat die Bekleidungsvorschriften für ihre Mitarbeiter gelockert. Sie hat sich von dunklem Anzug, weißem Hemd und Krawatte verabschiedet. Mitarbeiterinnen müssen schon lange kein dunkles Kostüm und keine weiße Bluse mehr tragen.

Test mit neuer Kleiderordnung war erfolgreich

Die neue Regelung war in Bergkamen zunächst nur ein Test, der bis Ende 2019 lief. Doch die neue Kleiderordnung hat sich bewährt: Die Mitarbeiter haben es bequemer und Vertrauen bei den Kunden haben sie dadurch auch nicht eingebüßt, sagt Michael Krause, der Sprecher der Sparkasse. Deshalb will das Geldinstitut seine Bekleidungsvorschriften nun endgültig lockern.

Die Sparkasse Bergkamen-Bönen ist damit so etwas wie ein Trendsetter: Auch die Sparkassen in Dortmund und Hamm sind dabei, ihre Bekleidungsvorschriften zu lockern. Andere, wie die Sparkasse Unna-Kamen sowie die Volksbanken Kamen-Werne und Unna, denken allenfalls vage darüber nach.

Der Schlips ist ab – die Sparkasse Bergkamen-Bönen hat einen neuen Dresscode

Auf diesem Foto ist noch deutlich zu erkennen, wer bei der Sparkasse ist: der neue Sparkassen-Vorstand mit Jörg Jandzinsky (l.) und dem Vorstandsvorsitzenden Tobias Laaß (r.) mit roter Krawatte sowie Bürgermeister Roland Schäfer. © Marcel Drawe

Erste Lockerung im heißen Sommer

Der neue Dresscode bei der Sparkasse Bergkamen-Bönen ist letztlich ein Ergebnis des heißen Sommers 2019. Als die Temperaturen an einigen Tagen an die 40-Grad-Marke stiegen, entschloss sich der Sparkassen-Vorstand im übertragenen Sinne, die Krawatten zu lockern.

Mitarbeiter durften auch im kurzärmeligen Hemd und ohne Krawatte Kunden beraten, Mitarbeiterinnen auch im schicken Sommerkleid kommen – zumindest solange ein bestimmter Kodex eingehalten wird.

Als die Hitze im September abflaute, hatte die Sparkasse so viel Gefallen am neuen Dresscode gefunden, dass sie den Test bis zum Jahresende weiterlaufen ließ.

Mit Erfolg: Nicht nur die Mitarbeiter seien zufrieden, auch die Sparkassen-Kunden. „Die meisten unserer Kunden haben sehr positiv auf unseren neuen Dresscode reagiert“, sagt Krause.

Der Schlips ist ab – die Sparkasse Bergkamen-Bönen hat einen neuen Dresscode

Ein Bild, das bei der Sparkasse Bergkamen-Bönen wohl in den meisten Fällen der Vergangenheit angehört: Ein Sparkassen-Mitarbeiter im dunklen Anzug, mit weißen Hemd und Krawatte berät eine Familie in Alltagskleidung. © Sparkasse

Strengere Kleiderordnung an bestimmten Tagen

Es gibt jedoch Ausnahmen: Wenn die Sparkasse offiziellen Besuch empfängt oder an besonderen Tagen wie dem Weltspartag, der in diesem Jahr am 30. Oktober ist, gilt die alte Kleiderordnung.

Männliche Mitarbeiter müssen dann eine rote Krawatte zum dunklen Anzug und zum weißen Hemd tragen, weibliche ein dunkles Kostüm, eine weiße Bluse und ein rotes Tuch.

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Broschüre zur richtigen Wahl der Kleidung

Ganz frei können die Mitarbeiter auch an den anderen Tagen nicht entschieden, wie sie zur Arbeit kommen. Es gibt die Broschüre „Business Casual Look“, die Empfehlungen gibt und No-Gos auflistet.

Der Schlips ist ab – die Sparkasse Bergkamen-Bönen hat einen neuen Dresscode

So sieht der ideale Business-Casual-Look aus, wie ihn sich die Sparkasse Dortmund in ihrer Broschüre vorstellt. © Thomas Thiel

Sparkassen-Mitarbeiter dürfen nicht im T-Shirt, mit Turnschuhen oder Flip-Flops kommen, Holzfällerhelden sind ebenso verboten wie zu kurze Röcke oder bauchfreie Oberteile.

Die Farbe der Kleidung soll dezent sein, ebenso das Make Up, Tattoos sollen bedeckt sein. Hochwertige Pullover, Polo-Shirts und Kleider ohne Strümpfe sind erlaubt.

Viele Geldinstitute halten an der alten Kleiderordnung fest

Freilich sind noch längst nicht alle Geldinstitute bereit, ihre Kleidungsvorschriften so weit zu lockern. Thomas Gickel, Prokurist bei der Volksbank Kamen-Werne, sieht zurzeit keine Notwendigkeit für eine Diskussion um die Kleidung. Die Volksbank Kamen-Werne setzt also weiter auf Anzug, Hemd und Krawatte – so wie die Volksbank Unna.

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Ganz ähnlich sieht es bei der Sparkasse Unna-Kamen aus. Die Frage stehe zurzeit nicht auf der Tagesordnung, sagte Sprecher Andreas Schlüter. Er kann die Diskussion aber nachvollziehen. Kleidung habe nicht mehr den Stellenwert wie früher. Am Ende komme es darauf an, wie vertrauenswürdig der Mensch ist, sagt er – und nicht auf die Kleidung. Und die muss in der Sparkasse offenbar nicht immer aus Hemd und Schlips bestehen – zumindest nicht in Bergkamen.

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