Spargelhof Schulze Elberg trotzt Corona und Trockenheit: Hofladen ist beliebter denn je

dzSpargelhof Schulze Elberg

Erst die Corona-Krise und das Bangen um die Erntehelfer, jetzt die Trockenheit: Spargelbauern haben es derzeit nicht leicht. Dabei herrscht im Laden von Hof Schulze Elberg in Rünthe Hochbetrieb.

Bergkamen

, 24.04.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein sonniger Donnerstagvormittag auf Hof Schulze Elberg: Es ist kurz nach 10 Uhr, und in schöner Regelmäßigkeit fahren Autos auf den Hof. Die Kunden, die meisten von ihnen tragen einen Mundschutz, steuern zielstrebig den Hofladen an, um sich mit frischem Spargel einzudecken.

Die Nachfrage im Hofladen scheint größer als in früheren Jahren

Wer am vergangenen Wochenende vorbeischaute, konnte sogar leicht das Gefühl bekommen, dass die Nachfrage größer ist als früher zu Zeiten vor der Corona-Krise. Bis an den Ostenhellweg reichte zeitweise die Schlange der Kunden, die mit dem nötigen Abstand auf Einlass in den kleinen Hofladen warteten. Maximal fünf Personen dürfen sich aus Infektionsschutzgründen gleichzeitig darin aufhalten. Um die Wartezeit künftig etwas komfortabler zu gestalten, stellte Antje Schulze Elberg am Donnerstag Stühle bereit.

Seit Donnerstag gibt es auf dem Hof Schulze Elberg auch einen ausgewiesenen Wartebereich.

Seit Donnerstag gibt es auf dem Hof Schulze Elberg auch einen ausgewiesenen Wartebereich. Damit die Kunden sich nicht die Beine in den Bauch stehen müssen, stehen im Abstand von zwei Metern Stühle bereit. © Stefan Milk

Gönnen sich in Corona-Zeiten etwa mehr Menschen den Genuss des „königlichen Gemüses“ als vorher? Zumindest sei im Hofladen nicht weniger los, sagt Antje Schulze Elberg vorsichtig. „Vielleicht legen die Kunden in diesen Zeiten noch mehr Wert auf regionale Produkte“, sagt sie.

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Da könnte etwas dran sein; zudem gibt es zurzeit ja nicht die Möglichkeit, im Restaurant zu essen, und die Vermutung liegt nahe, dass sich so einige Menschen mehr entschließen, ihren Spargel selbst zuzubereiten.

Neben Spargel werden im Hofladen auch frische Eier verkauft.

Neben Spargel werden im Hofladen auch frische Eier verkauft. © Stefan Milk

Nur zwei Restaurants nehmen noch geringe Mengen Spargel ab

Die Schließung der Restaurants trifft freilich auch die Spargelhöfe. Von rund zehn Restaurants, in denen es sonst Spargel vom Hof Schulze Elberg gibt, sind gerade zwei geblieben, die für ihren Lieferservice allerdings auch nur noch geringe Mengen abnehmen.

Antje Schulze Ellberg mit einer Kiste frischem Spargel.

Antje Schulze Ellberg mit einer Kiste frischem Spargel: Jammern ist ihre Sache nicht. Der Hofladen „brummt“ und kompensiert halbwegs den Absatzeinbruch durch die geschlossenen Restaurants. © Stefan Milk

Antje Schulze Elberg hat sich darauf eingestellt und quasi die Produktion auf den Feldern gedrosselt. Statt wie sonst auf 5,5 Hektar baut sie derzeit „nur“ auf 4 Hektar Spargel an. „Wir könnten aber im Mai noch späte Sorten nachlegen, wenn die Restaurants wieder öffnen und die Nachfrage steigen sollte“, schildert die Spargelbäuerin.

Ingrid Adrian an der Schälmaschine.

Ingrid Adrian an der Schälmaschine: Im Hofladen gibt es den Spargel auf Wunsch auch fertig geschält. © Stefan Milk

Bis dahin kompensiert der Hofladen so gut es geht den Absatzeinbruch, denn Supermärkte beliefert der Hof Schulze Elberg anders als andere Höfe in der Region nicht.

Preisniveau beim Spargel stabil – kaum ein Unterschied zum Supermarkt

Preislich macht es übrigens kaum einen Unterschied, ob man seinen Spargel im Supermarkt oder direkt auf dem Hof kauft. Bei Schulze Elbergs reicht die Preisspanne von 3 Euro pro Kilo für den bleistiftdünnen „Suppenspargel“ bis zu 13 Euro pro Kilo für die Premiumsorte. Genau so viel, nämlich 12,99 Euro pro Kilo, bezahlt man etwa bei Rewe für losen weißen Spargel vom Hof Schulze Blasum aus Werne.

Verschiedene Sorten Spargel werden auf den Feldern des Hofs Schulze Elberg angebaut. Sie kosten zwischen 3 und 13 Euro je Kilogramm.

Verschiedene Sorten Spargel werden auf den Feldern des Hofs Schulze Elberg angebaut. Sie kosten zwischen 3 und 13 Euro je Kilogramm. © Stefan Milk

Allerdings schaffen es aus einem Grund, der nichts mit Corona zu tun hat, derzeit leider längst nicht mehr alle Stangen in den Verkauf: Die anhaltende Trockenheit setzt auch dem Spargel zu. Extra bewässert werden die Felder nicht. Manche zu trockene Stange gehe daher jetzt den Weg der Schalen, bedauert Antje Schulze Elberg: Sie landen auf dem Kompost und werden irgendwann als Humus zurück aufs Feld gebracht.

Andere Branchen trifft die Corona-Krise deutlich härter

Jammern will Schulze Elberg darüber aber nicht. Sechs ihrer Stamm-Erntehelfer aus Polen durften inzwischen einreisen, zumindest diese Sorge ist also passé. „Das war schon eine nervliche Belastung“, räumt Schulze Elberg ein.

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Doch sich zu beklagen, fände sie anderen Branchen gegenüber geradezu unverschämt. Die Restaurants etwa treffe die Krise doch deutlich härter.

Der Hofladen auf dem Spargelhof Schulze Elberg, Ostenhellweg 71 in Rünthe, ist derzeit wie folgt geöffnet: montags bis freitags 8 bis 18.30 Uhr, samstags 8 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags 10 bis 15 Uhr.
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