Spannendes Warten auf die Farbe des Apfelsaftes in Heil

dzTag des Apfels

Zum 25. Mal drehte sich an der Ökologiestation alles um das Thema „Apfel“. Das Besucheraufkommen war extrem hoch, denn der selbstgepresste Apfelsaft ist immer für eine Überraschung gut.

von Niklas Mallitzky

Heil

, 26.10.2019, 21:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mal ist er dunkler, mal heller, mal klarer und mal trüber. Die „Naturförderungsgesellschaft für den Kreis Unna“ (NFG) ruft mit dem Apfelprojekt jedes Jahr wieder Obstbaumbesitzer auf, einen Teil ihrer Ernte an sie zu verkaufen. Noch bis zum Freitag konnten die Bürger dem Aufruf nachkommen und bis zuletzt war die Beteiligung groß, berichtet der Leiter der Ökologiestation in Heil, Michael Bub: „So konnten wir auch in diesem Jahr wieder den naturtrüben Apfelsaft abfüllen.“

Für den NFG-Saft kommen alle abgegebenen Sorten in eine gemeinsame Presse. Für Bub ein klarer Vorteil, denn das mache den Geschmack des Saftes besonders reichhaltig und mit vielen, verschiedenen Noten angereichert. In diesem Jahr ist der Saft besonders trüb und fast bräunlich-gelb. Dies würde den Schluss zu lassen, dass überwiegend spät geerntete Sorten verarbeitet wurden, so Bub: „Bei frühgeernteten Sorten ist der Saft meist heller und weniger trüb.“

Silbernes Jubiläum mit rund 60 Ständen

Insgesamt rund 60 Stände bereichern den 25. Tag des Apfels. Selbst hergestellte Dekoartikel aus Holz, Strickwaren und sogar Frischfleisch von lokalen Produzenten – das Angebot ist so vielfältig wie hochwertig. Alle Fleischwaren, egal ob Heckrindergulasch oder frisches, schottisches Hochlandrind, müssen „Neuland Biofleisch“ sein, andere Erzeuger würden sie nicht zulassen, erklärt Bub.

Spannendes Warten auf die Farbe des Apfelsaftes in Heil

Frische Äpfel sind ein Genuss – erst recht, wenn sie mundgerecht serviert werden. © Stefan Milk

Wie viele Besucher es am Samstag sind, kann auch Bub nicht genau sagen, schätzt aber, dass es tausende über den Tag gewesen sein müssten: „Zeitweise hatte ich sogar etwas Sorge, dass wir die maximale Kapazität des Hofes erreicht haben.“

Spannend ist auch der Besuch bei den drei Weisen des Pomologen Vereis. Wie der Name schon sagt, haben sich die Pomologen auf den Apfel spezialisiert und versuchen, die ihnen von den Besuchern präsentierten Äpfel zu klassifizieren. Martin Czygan, Stefan Bley und Andreas Weesten betrachten die Physiologie der Früchte genau und nehmen Geschmacksproben.

Äpfel von Streuobstwiesen

Im selben Raum hat Hartmut Kemper sein Lager aufgeschlagen. Als Ansprechpartner für das Sachgebiet „Landschaft“ bei der Kreisbehörde fällt auch die Förderung der Streuobstwiesen in seinen Zuständigkeitsbereich. Von diesen Wiesen hat er eine Auswahl von Äpfeln und Birnen in verschiedensten Formen, Größen und Farben mitgebracht. Ute Bäcker hat aus ihrem eigenen Bestand einige der Exemplare zugesteuert, vor allem modernere Apfelsorten stammen von ihren Bäumen.

Spannendes Warten auf die Farbe des Apfelsaftes in Heil

Es gab auch Stände, bei denen es nicht (nur) um Äpfel ging: Hier pärsentiert sich die Initiative foodsharing, die gegen die Vernichtung von Lebensmitteln kämpft. © Stefan Milk

Für junge Besucher ist das Halloween-Kürbis-Schnitzen ein besonderer Spaß. Anna Abel und Paula Arnold helfen den Kindern und zeigen, wie es geht. Mit einem speziellen Stift stechen die Kinder ihr Wunschmotiv in den Kürbis, den sie vorher ausgehöhlt haben. Mit speziellen Werkzeugen müssen sie dann nur noch entlang der Linien sägen, um eine schaurige Fratze zu produzieren. Unangetastet halten sich die Kürbisse, deren Innenleben auch essbar ist, bis etwa Dezember. Im geschnitzten Zustand verringert sich die Haltbarkeit auf rund eine Woche. Abel empfiehlt, eine Kerze in den Kürbis zu stellen: „So trocknet er besser und hält sich länger.“

Spannendes Warten auf die Farbe des Apfelsaftes in Heil

Für die Kinder war es spannend, einmal selbst Äpfel auszupressen und Saft zu produzieren. © Stefan Milk Stefan Milk

Den Apfelsaft gibt es übrigens nicht nur aus der Flasche sondern auch frisch vor Ort gepresst. Tillman Hengemühle leistet seinen Bundesfreiwilligendienst ab und bedient die Saftpresse. Nachdem die Äpfel gehäckselt wurden, landet der so produzierte Most in der Schraubpresse. Die Arbeit ist schweißtreibend, doch für das köstliche Erlebnis lohnt es sich. Verschwendet wird auf der Ökologiestation nichts, mit dem ausgepressten Most werden später die Schweine gefüttert.

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