Sozialwissenschaftler führen Interviews zur Integration und planen öffentliche Workshops

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Zum Begriff „Integration“ gibt es unterschiedliche Definitionen und Vorstellungen, aber kaum konkrete Handlungsvorschläge. Sozialwissenschaftler sollen der Stadt helfen, solche zu entwickeln.

Bergkamen

, 14.06.2019, 17:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 50 Bergkamener werden in diesen Tagen dazu befragt, was ihnen zum Thema Integration einfällt. Die Interviews führt eine Mitarbeiterin des „Instituts für soziale Innovation“ aus Solingen. Das wiederum hat von der Stadt Bergkamen den Auftrag bekommen, ein „Integrationsmanagement“ zu entwickeln.

Mehr als „Antragslyrik“

Man könne diesen Begriff ja durchaus als „Antragslyrik“ verstehen, meinte Sozialdezernentin Christine Busch im jüngsten Integrationsausschuss. Aber genau darum gehe es nicht. Deshalb, so erläutert Nadine Haßlöwer vom „Institut für soziale Innovation“, führe ihre Kollegin ja die Telefon-Interviews. Bei denen kommen zwar auch Mitarbeiter von Beratungsstellen und anderen Institutionen zu Wort, die sich professionell mit dem Thema Integration befassen. Aber auch ganz normale Mitglieder von Moschee- und Kirchengemeinden, Vereinen und Verbänden werden befragt. Sogar ein Kleingartenverein steht auf der Interview-Liste. Und auch Bergkamener, die nicht von den Sozialforschern befragt werden. können sich zu Wort melden.

Workshops nach den Sommerferien

Nach den Sommerferien sind mehrere Workshops geplant, bei denen eingeborene und zugewanderte Bergkamener über ein friedliches Miteinander diskutieren und sich Gedanken machen sollen, wie sich die Bildung von konfliktreichen Parallelgesellschaften verhindern lässt. „Die Workshops sind öffentlich“, betonte Haßlöwer. Allerdings werde ihr Institut dazu auch gezielt Bergkamener einladen, von denen sie glaubt, dass sie etwas zum Begriff der Integration zu sagen haben. Wobei der natürlich auch erst einmal mit Inhalt zu füllen ist. Diese Aufgabe soll auch eine Steuerungsgruppe für das Integrationsmanagement übernehmen, die im Mai zum ersten Mal getagt hat. Der gehören nicht nur Vertreter des Integrationsrates und der Stadtverwaltung

sondern auch Mitglieder von Moschee- und Kirchengemeinden, Vereinen, der VHS und auch von Bergkamener Schulen an.

Unterschiedliche Blickwinkel

Allein schon diese Zusammensetzung betrachtet Busch als einen Schritt in die richtige Richtung: In dieser Konstellation habe man in Bergkamen wahrscheinlich zum ersten Mal zusammengesessen. Und dass dabei ganz unterschiedliche Blickwinkel und Perspektiven zur Sprache kommen, sei ausdrücklich erwünscht, meinte die Dezernentin. Denn auch das könne durchaus zu einem Erkenntnisgewinn führen, meinte Busch. Beim derzeitigen Stand der Dinge könne die Stadtverwaltung zwar für sich in Anspruch nehmen, dass sie sich um Integration bemühe: „Aber wir wissen bisher nicht, was die andere Seite dazu sagt.“

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