Der Bergkamener Stadtverbandsvorsitzende André Rocholl (l., mit dem Bundestagsabgeordneten Oliver Kaczmarek) hat die schwierige Aufgabe, die Bergkamener SPD auf eine gemeinsame Landtagskandidatin oder einen Kandidaten einzuschwören. © Stefan Milk
Landtagswahl

Sozialdemokrat(in) aus Bergkamen soll in den Landtag – aber wer?

Die Genossen aus Bönen und Hamm-Herringen schicken bereits Bewerber um die SPD-Landtagskandidatur ins Rennen. Die SPD in Bergkamen will das auch. Die Einigung auf eine Person wird jedoch schwer.

Wenn es darum geht, ob die Bergkamener SPD einen Kandidaten oder eine Kandidatin bei der Landtagswahl 2022 im Wahlkreis 117 Unna III-Hamm II ins Rennen schickt, macht der Bergkamener Stadtverbandsvorsitzende André Rocholl eine klare Aussage. Bergkamen sei die größte Stadt im Wahlkreis, der auch Kamen, Bönen und Hamm-Herringen umfasst. „Daraus leiten wir auch den Anspruch ab, den Kandidaten oder die Kandidatin zu stellen.“

Wenn es jedoch darum geht, wer das denn sein könnte, bleibt Rocholl im Ungefähren und beim „sowohl als auch“. Er persönlich können sich durchaus vorstellen, dass jemand junges, unverbrauchtes antrete, sagt der Stadtverbandsvorsitzende. Andererseits gebe es aber auch viele erfahrene Politikerinnen und Politiker, die für die Aufgabe geeignet sind. „Wir haben eine ehemalige Bundestagsangeordnete und einen langjährigen stellvertretenden Bürgermeister“, sagt Rocholl, muss aber einräumen, dass sich bisher keiner von beiden für die Kandidatur beworben hat.

Dafür gibt es dem Vernehmen nach aber zwei andere Bewerbungen. Der Nachteil: Beide haben in der Bergkamener SPD noch kein Renommee und sind sogar der parteiinternen Öffentlichkeit bisher eher unbekannt. Ohnehin wird es Rocholl nicht leicht fallen, die Bergkamener SPD-Ortsvereine geschlossen auf eine Kandidatin oder einen Kandidaten einzuschwören. Seit jeher gibt es Animositäten zwischen Ortsvereinen. Der auch vom Stadtverband erzwungene Rücktritt des bisherigen SPD-Landtagsabgeordneten Rüdiger Weiß dürfte die Gräben zwischen einzelnen Ortsvereinen eher weiter aufgerissen als zugeschüttet haben.

Trotz dieser schwierigen Ausgangslage ist Rocholl zuversichtlich, bis zur Entscheidung der Delegiertenkonferenz am 10. November – also in weniger als sechs Wochen – eine Bergkamener Anwärterin oder einen Anwärter präsentieren zu können. Theoretisch würde das auch noch zur Konferenz reichen, sagt Rocholl – aber etwas früher will er die Nominierung doch öffentlich machen. Die- oder derjenige müsste jedoch auch in Bergkamen noch im Rahmen einer Delegiertenkonferenz auf Stadtverbandsebene bestimmt werden. Dem Vernehmen nach haben zumindest noch nicht alle Ortsvereine Delegierte dafür gewählt.

Die Genossen aus Bönen gehen schon mit Silvia Gosewinkel (35) ins Rennen, die Herringer mit Oliver Schmidt-Formann (52). Den Ausschlag könnten die Kamener Genossen geben, die niemanden selbst aufstellen wollen – denn eine eigene Mehrheit hat keiner. Bergkamen hat 16, Bönen 6, Herringen 4 und Kamen 13 Delegierte.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
Zur Autorenseite
Michael Dörlemann

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.