Die Sommerhitze macht den Gästeführern zu schaffen

dzJahresbilanz

Die Gästeführer ziehen eine durchwachsene Jahresbilanz. Im Sommer mussten einige Führungen mangels Teilnehmern ausfallen. Das liegt allerdings wohl weniger an den Themen als am Wetter.

Bergkamen

, 26.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch die Bergkamener Gästeführer spüren den Klimawandel. Wie im vergangenen Jahr fällt auch die Bilanz 2019 eher verhalten aus. Das berichtet Stadtarchivar Martin Litzinger, der die Arbeit des ehrenamtlichen Gästeführerrings koordiniert. Die Gästeführer mussten im Sommer etliche Führungen absagen, weil nicht genug Teilnehmer kamen. Aus Litzingers Sicht hat das eine eindeutige Ursache: Die Hitze.

Die Sommerhitze macht den Gästeführern zu schaffen

Die Gästeführer, in diesem Fall Gerd Koepe, sind nicht nur zu Fuß unterwegs, sondern auch mit dem Fahrrad. © Stefan Milk

Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad haben nur wenige Menschen Lust, die Bergkamener Stadtgeschichte zu Fuß oder per Fahrrad zu erkunden. Litzinger hat das selbst gespürt, als er während einer Hitzeperiode den SPD-Ortsverein Weddinghofen-Heil durch Weddinghofen führte: „Das war schon sehr anstrengend“, erinnert er sich.

2020 gibt es eine Führung zum Thema Nationalsozialismus

Litzinger ist deshalb auch überzeugt, dass die tropischen Temperaturen und nicht die Themen der Gästeführer Schuld am Ausfall der Führungen sind: „Zu denen, bei denen angenehmeres Wetter herrschte, sind auch Leute gekommen.“ Der Archivar ist daher optimistisch, dass die Gästeführer im nächsten Jahr wieder ihr Publikum finden werden.

Jetzt lesen

„Wir planen gerade das neue Programm“, sagt er. Und das wird auch Neuheiten enthalten. So plant Udo Nüsken, der in diesem Jahr einen Gästeführer-Kurs bei Litzinger absolviert hat, eine Führung zum Thema „Bergkamen in der Zeit des Nationalsozialismus“. „Ich denke, dass das auf großes Interesse stößt“, meint Litzinger.

Radtour durch die ganze Stadt zu anstrengend

Es gibt aber auch Angebote, die die Gästeführer mangels Resonanz streichen. Die fünfstündige Radtour „Rund um Bergkamen“ will Litzinger nicht wiederholen. „Das war doch sehr strapaziös“, meint er. Und die Zahl der Teilnehmer war nicht so hoch, dass sie den Aufwand gerechtfertigt hätten.

Jetzt lesen

Allerdings will Litzinger auf Nachfrage weitere Stadtrundfahrten per Rad anbieten. „Dabei kann man sich ja auf einen bestimmten Teil der Stadt beschränken.“ Ohnehin erreichen den Archivar häufiger Anfragen von Gruppen, die sich für eine individuelle Führung durch Bergkamen interessieren. Das sind sowohl Bergkamener als auch Auswärtige.

Und dann gibt es noch eine Klientel, die sich für Litzingers Dienste als Gästeführer interessiert: Grundschulklassen die eine Stadtführung per Bus unternehmen. „Meist haben sie vorher die Geschichte Bergkamens im Unterricht behandelt“, sagt der Archivar. „Dann haben die Schüler Grundkenntnisse, auf denen man aufbauen kann.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Freiherr-vom-Stein-Realschule
Die Realschule kämpft beim Tag der offenen Tür um neue Schüler
Hellweger Anzeiger Sperrmüll und Einkaufswagen
LEG kämpft vergebens gegen illegalen Müll in der Bergkamener City
Meistgelesen