Waldhütten statt Hotels am Strand: Diese Kinder verbringen ihre Sommerferien in der Natur

dzSommerferienaktion: Steinzeitwoche

Wie lebten die Menschen in der Steinzeit? Das erleben 16 Kinder in der Ökologiestation hautnah. Sie haben ihre eigenen Hütten gebaut und müssen ganz ohne Hilfsmittel auskommen.

Heil

, 17.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Wer die Feriengruppe an der Ökologiestation besuchen möchte, muss erst einmal lange suchen. Die Kinder haben ihre Hütten nämlich mitten im Wald aufgeschlagen. Wobei von aufschlagen nicht die Rede sein kann. Die Hütten bestehen aus Ästen und Blättern, die an Bäume gelehnt sind. „Die Gruppe baut sehr gerne“, sagt die Naturerlebnis-Pädagogin Heike Barth. Und tatsächlich haben sich die Kinder offensichtlich viel Mühe gegeben. Einige der Behausungen haben sogar Vorgärten. Wenn in der Steinzeitwoche gerade nichts ansteht, ziehen sich die Bewohner in ihre Hütten zurück – und wehe jemand tritt versehentlich in den mit Baumstämmen markierten Vorgarten. „In den Hütten können sogar vier nebeneinander liegen“, sagt Leon.

Gemüse und Tonkrüge aus dem selbst gebauten Erdofen

Ob die Steinzeitmenschen auch so viel Wert auf ihre Grundstücke gelegt haben, ist ungewiss. Das, was man heute aber noch über diese Zeit weiß, haben die Teilnehmer der Steinzeitwoche in einem Theorieteil gelernt. Theorie und Praxis sollen in der Steinzeitwoche für Kinder ineinandergreifen. Nachdem die Kinder gelernt haben, wie die Neandertaler lebten, haben sie mit Barth und der Wildnispädagogin Sandra Bille selbst Kordeln aus Leinen hergestellt. Mit den fertigen Kordeln haben sie spitze Steine an Stöcke gebunden. Mit den Steinzeitmessern werden sie Gemüse schneiden, das dann in einem eigenen Erdofen zubereitet werden soll. Am nächsten Tag fertigen sie aus Ton Trinkbecher an. Sorgfältig bearbeiten die Kinder den sogenannten Bänderton bis daraus Trinkgefäße entstehen. Dabei müssen sie vor allem darauf achten, dass keine Risse entstehen können. Die Becher werden im Erdofen gebrannt.

Waldhütten statt Hotels am Strand: Diese Kinder verbringen ihre Sommerferien in der Natur

Beim Hüttenbauen hatten die Kinder besonders viel Spaß. Einige haben sogar einen Vorgarten. © Stefan Milk Stefan Milk

Eine Woche pure Natur ohne Plastik oder Hilfsmittel

Für die Kinder ist die Woche quasi Sachunterricht mitten in der Natur. „Sie lernen auch, dass man alles in der Natur findet“, sagt Barth. Die Kinder erfahren, dass sie auch ohne Plastik und Behelfsmittel zurechtkommen können.

Barth und Bille bieten regelmäßig Ferienaktionen für Kinder an. Die Mottos ändern sich immer wieder. So habe es etwa Indiana Jones, oder Robin Hood gegeben. „Aber die sind weiterentwickelter“, sagt Barth mit Blick auf die Steinzeit. Menschen wie es sie heute gibt, gab es damals noch nicht.

An der Ferienaktion nehmen 16 Kinder aus dem ganzen Kreis Unna teil. An der frischen Luft lernen und erleben sie, wie die Steinzeitmenschen damals zurechtkamen. Und dass auch ein Leben ohne Plastik möglich ist.

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