So sorgt die Stadt für die Sicherheit bei Lichtermarkt und Hafenfest

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Die Besucher beim Lichtermarkt und beim Hafenfest bemerken meist einen großen Teil der Organisation gar nicht, die hinter der Veranstaltung steckt. Dabei geht es um ihre Sicherheit.

Bergkamen

, 15.10.2019, 17:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn die Besucher am Freitag der kommenden Woche, 25. Oktober, zum Lichtermarkt strömen, wird ihnen ein Teil des Sicherheitskonzepts wahrscheinlich gar nicht auffallen. Auf der Ebertstraße stehen vor und hinter dem Stadtmarkt große Lastwagen des städtischen Baubetriebshofs: Sie stehen dort nicht, um nach dem Lichtermarkt den Müll so schnell wie möglich zu beseitigen, sondern um die Straße zu blockieren und mögliche Lkw-Anschläge wie in Nizza oder Berlin zu verhindern.

Gegenüber Betonpollern, die in anderen Städten bei solchen Veranstaltungen zum Einsatz kommen, haben sie einen großen Vorteil. „Wenn jemand etwas anliefen will, können wir sie eben zur Seite fahren und dann wieder hinstellen“, sagt Thomas Hartl, der Leiter Innere Verwaltung bei der Stadt Bergkamen. Radler und Fußgänger können ungehindert passieren.

So sorgt die Stadt für die Sicherheit bei Lichtermarkt und Hafenfest

Zum Lichtermarkt auf dem Stadtmarkt, im Zechenwald und der St. Elisabeth-Kirche kommen in jedem Jahr einige tausend Menschen. © Stefan Milk

Müllfahrzeug blockiert die Zufahrt zum Hafenfest

Schon beim Hafenfest im vergangenen Jahr gab es ein ähnliches Sicherheitskonzept. Ein großes Fahrzeug des Entsorgungsbetriebs Bergkamen (EBB) versperrte die Zufahrt zum Marina-Gelände über den Hafenweg. Anlieferer durften durch. Den Busverkehr aber ließ die Stadt nicht wie früher auf dem Marina-Gelände, sondern schon vor der Absperrung an der Werner Straße halten.„Seit der Love-Parade-Katastrophe 2010 in Duisburg haben sich die Anforderungen an unsere Sicherheitskonzepte bei Großveranstaltungen drastisch verschärft“, sagt Hartl. Zusätzliche Sicherheitsanforderungen sind unter anderem nach den Anschlägen mit Lkw in Nizza und beim Berliner Weihnachtsmarkt hinzugekommen.

So sorgt die Stadt für die Sicherheit bei Lichtermarkt und Hafenfest

Zum Hafenfest in der Marina kommen mindestens 40.000 bis 50.000 Menschen. Entsprechend hoch ist der Sicherheitsaufwand. Meist sind allein 35 Security-Mitarbeiter im Einsatz, auch um bei einer Panik vor der Bühne eingreifen zu können. © Michael Neumann

Sicherheitskonzept mit an die 100 Seiten

Bei Großveranstaltungen wie dem Lichtermarkt oder dem Hafenfest in der Marina Rünthe umfasst das Sicherheitskonzept, das vom Stadtmarketing vorgelegt werden muss, schon allein an die 100 Seiten. Die Arbeit daran beginnt schon Monate vor der Veranstaltung. „Für das Hafenfest Anfang Juni beginnen wir schon im Januar mit den ersten Vorbereitungen und Gesprächen für das Sicherheitskonzept“, sagt Hartl. In dem Konzept wird zum Beispiel festgelegt wo Rettungskräfte und wo Feuerwehr für den Notfall bereitstehen und wo es mögliche Fluchtwege gibt, über die sich Besucher im Notfall in Sicherheit bringen können. Der Plan muss mit unterschiedlichen Stellen abgestimmt werden, die etwas mit Sicherheit und Katastrophenschutz zu tun haben. Dazu gehören zum Beispiel die Kreispolizeibehörde, das DRK, die Feuerwehr und das THW.

Viele Security-Mitarbeiter

Allein für das Hafenfest engagiert das Stadtmarketing zusätzlich zur Polizei, die vor Ort ist, 35 Sicherheitskräfte. Beim Lichtermarkt werden etwa 25 Security-Mitarbeiter vor Ort sein. Sie kontrollieren beispielsweise, dass das Glasverbot auf den Veranstaltungen auch tatsächlich eingehalten wird und kontrollieren Besucher, die mit großen Taschen oder Rucksäcken zum Fest kommen. „Alle Besucher lassen sich aber bei solchen großen Veranstaltungen nicht kontrollieren“, sagt Hartl. Er gibt sich trotz des umfangreichen Konzepts und aller Sicherheitsmaßnahmen jedoch nicht der Illusion hin, dass sich alle gefährlichen Situationen vermeiden lassen. Beim Lichtermarkt zum Beispiel gibt es so viele Möglichkeiten auf das Gelände zu kommen, dass sich nicht alle Zugänge tatsächlich komplett kontrollieren lassen. Falls es zu einem Vorfall kommt, sind aber immerhin viele Helfer und Sicherheitskräfte vor Ort und können eingreifen.

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