So sieht das neue Bergkamener Museum aus

dzEntwurf vorgestellt

Das Stadtmuseum soll nach dem Umbau nicht nur durch seine Ausstellung, sondern auch durch seine städtebauliche Bedeutung glänzen. Das meint der Architekt Markus Meier durchaus wörtlich.

Bergkamen

, 04.11.2019, 19:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich bekommt das Stadtmuseum nur einen neuen Anbau. In der gemeinsamen Sitzung von Kultur- und Bauausschuss am Montag bürgerte sich allerdings schnell der Begriff „Neues Bergkamener Museum“ ein. Durchaus zurecht. Denn der Entwurf, den Architekt Markus Meier aus Hagen vorstellte, verleiht dem Gebäude an der Jahnstraße ein ganz neues Aussehen. Er wolle der städtebauliche Bedeutung des Museums gerecht werden und ihm eine gewisse Strahlkraft verschaffen, sagte Meier. Und das ist wörtlich zu verstehen.

So sieht das neue Bergkamener Museum aus

So stellt sich der Architekt Markus Meier das neue Bergkamener Museum vor. In den Neubau links kommen der Eingangsbereich und das Museumscafé. Der Altbau rechts erhält eine neue Fassade. © Meier und Partner

Fassade mit mattem Goldglanz

Die neue Fassade, die Meier für den Altbau plant, wird einen matten Goldglanz haben. Das erreicht der Architekt, indem er messingbeschichtete Lamellen verwendet. Die haben nicht nur eine ästhetische Funktion. Die neue Fassade lässt sich verschieben, sodass die Museumsleute den Lichteinfall in jeden Raum variabel steuern können.

Möglichst viel natürliches Licht für Kunstausstellungen ist ebenso möglich wie eine vollständige Abdunkelung, um bestimmten Präsentationen eine besondere Wirkung zu verleihen. Eine neue Museumsoptik und Funktion verspricht auch der Neubau, den Meier anstelle des Zwischentraktes neben dem Altgebäude des Museums errichten will.

So sieht das neue Bergkamener Museum aus

Ein Blick auf die geplante Rückseite des Museums. © Meier und Partner

Für die Cafeteria braucht man keine Eintrittskarte

Hier soll ein komplett neuer Eingangsbereich seinen Platz finden. Noch vor der Kassentheke wird die Cafeteria eingerichtet. Wer dort einen Kaffee trinken möchte, kann das tun, ohne vorher den Museumseintritt bezahlen zu müssen. Das „Neue Museum“ erhält also nicht nur eine architektonische, sondern auch eine gesellschaftliche Funktion für den Stadtteil. Das gilt auch und gerade für den neuen Multifunktionsraum. Der steht nicht nur dem Museum, sondern auch den Vereinen zur Verfügung, denen ja langsam aber sich die Treffpunkte in Oberaden ausgehen. Im Museum erwarten sie optimale akustische Bedingungen. Die Decke sei eigens mit einem Akustiker abgestimmt, erläuterte Maier.

Umbau des Museums

Zeitplan und Kosten

  • Der Abriss des Zwischentraktes soll in zwei Wochen beginnen und noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.
  • Da das Gebäude als zweiter Rettungsweg diente, ist parallel zum Abriss der Bau einer provisorischen Fluchttreppe an der Rückseite des Museums geplant.
  • Die Bauarbeiten für den Neubau sollen Anfang nächsten Jahres beginnen. Der Architekt rechnet mit einer Bauzeit von voraussichtlich neun Monaten, sodass das Gebäude im September oder Oktober 2020 zur Verfügung stünde.
  • Die Modernisierung und Sanierung das Altbaus sollen 2021 abgeschlossen sein.
  • Für den Neubau kalkuliert der Architekt mit Kosten von fast zwei Millionen Euro. Für die Sanierung und Modernisierung des Altbaus will er rund 3,6 Millionen Euro ausgeben.
  • Stadt und Architekt argumentieren, dass sich 65 Prozent der Summe aus „Sowieso-Kosten“ zusammensetzen, die ohnehin für die Instandsetzung des Stadtmuseums anfielen.

Raum mit variabler Bühne

Eine moderne Belichtungsanlage will er ebenso einbauen wie eine variable Bühne, sodass im Museum künftig ein Saal zur Verfügung steht, in dem sich ohne großen Aufbauaufwand auch Kulturveranstaltungen organisieren lassen. Zu warm wird den Besuchern dabei nicht werden, der Architekt verspricht eine zeitgemäße Lüftung und Kühlung: „Wir erinnern uns ja noch alle den vergangenen Sommer.“ Frische Luft schnappen können die Museumsgäste ebenfalls, sowohl der Multifunktionsraum als auch die Cafeteria werden über eine Terrasse verfügen.

So sieht das neue Bergkamener Museum aus

Auch der Museumsplatz wird neu gestaltet. Der Entwurf ist noch in Arbeit und in dieser Animation nicht berücksichtigt. © Meier und Partner


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Aufzug fährt in alle Etagen

Die Barrierefreiheit ist bei den Umbauplänen ebenfalls ein wichtiges Thema. Zum Eingang führt eine Rampe für Rollstuhlfahrer. Im Gebäude selbst wird niemand mehr vor unüberwindlichen Stufen stehen. Zwischen dem Neu- und dem Altbau plant Maier ein neues Treppenhaus samt Fahrstuhl. Der wird, anders als der bestehende Lift, auch in den Keller fahren.

Damit, so erläuterte Kulturdezernent Marc Alexander Ulrich, folgen die Museumsplaner den Empfehlungen der Fachleute das Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Die haben dabei vor allem den reibungslosen Transport von Ausstellungsstücken im Blick.

Den Aufwand, den die Stadt treibt, begründete Ulrich mit der städtebaulichen Bedeutung von Museen: „Sie sind Lichtpunkte, Visitenkarten und Aushängeschilder einer Stadt.“ So soll auch der Museumplatz ein neues Gesicht bekommen. Diesen Auftrag hat die Stadt an einen Landschaftsgestalter vergeben, der seine Ergebnisse demnächst vorstellen wird.

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