So lernen Hundeprüfer ihr Handwerk

dzUngewöhnliches Hobby:

Drei angehende Leistungsrichter für Gebrauchshundesport werden auf dem Übungsplatz des MV Oberaden auf Herz und Nieren geprüft. Nur wer Theorie und Praxis meistert, hat hier eine Chance.

von Niklas Mallitzky

Bergkamen

, 02.09.2019, 11:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Normalerweise sind es die Hundeführer, die bei den Leistungsprüfungen mächtig ins Schwitzen geraten. Doch zur Abwechslung waren es nicht sie und ihre vierbeinigen Begleiter, die am Wochenende auf dem Übungsplatz des MV Oberaden an der Königslandwehr auf dem Prüfstand standen. Denn dort fand an zwei Tagen die Abschluss-Prüfung für Leistungsrichter statt. Drei Anwärter stellten sich der Herausforderung.

Aktive Hundeführer können Prüfer werden

Um sich überhaupt für die Abschluss-Prüfung zu qualifizieren, müssen die Teilnehmer bereits im Vorfeld einiges an Qualifikationen mitbringen. So wird von ihren verlangt, aktive Hundeführer zu sein, und mit mehreren Tieren in verschiedenen Disziplinen zu arbeiten. Außerdem müssen sie Leistungsträger in einem Verein sein, also selbst zum Beispiel bereits als Trainer tätig sein. Das Mindestalter für die Anwärter beträgt 25 Jahre, das Höchstalter 55 Jahre.

Ein Hobby, das Spaß macht

Auch regelmäßige Anwartschaften bei Leistungsprüfungen gehören zu den Anforderungen. Das bedeutet, dass die Anwärter bei verschiedenen Leistungsprüfungen des Gebrauchshundesportes einen Leistungsrichter begleiten und ihre eigenen Bewertungen vornehmen. Im Anschluss an die Prüfungen vergleichen Leistungsprüfer und Anwärter dann die Ergebnisse. Der Anwärter bekommt dann Tipps, wie er seine Arbeit verbessern kann. „Auch die Motivation der Hundeführer spielt dabei eine wichtige Rolle“, erklärt Eberhard Uekötter, Mitglied im Oberadener Verein und selbst Leistungsrichter. Denn auch bei nicht bestandenen Prüfungen sollen die Hundeführer am Ball bleiben.

Nach der Theorie geht es zur Praxis

Die drei Teilnehmer aus Düsseldorf, Dortmund und Oschersleben haben all diese Dinge bereits erfolgreich gemeistert. Am Samstag mussten sie sich dann einem schriftlichen Test stellen. Während der erste Teil die Kynologie, also die Lehre vom Hund, behandelt, beschäftigt sich der zweite Teil mit den Prüfungsordnungen der verschiedenen Disziplinen, sowie der Punktevergabe.

Nach der schriftlichen Prüfung mussten die Leistungsrichter-Anwärter einen halbstündigen Vortrag zu einem Thema aus dem Fachbereich halten. Drei Leistungsrichter-Obleute aus verschiedenen Verbänden lauschten den Vorträgen, dazu kam ein vierter des deutschen Dachverbandes. Für die Anwärter sei das Stress pur, meinte Uekötter. Trotz der nervlichen Belastung machen die drei Apsiranten ihre Sache gut, alle bestehen mit Noten zwischen „sehr gut“ und „vorzüglich“.

Am Sonntag ging mit dem praktischen Teil weiter. Am Morgen stand die Fährtenarbeit auf dem Plan, eine der drei Disziplinen im Gebrauchshundesport. Es ist das erste Mal, dass der Verein die Prüfung ausrichtet. Für ihn ging es vor allem darum, Helfer zu finden. „Wir stellen die Hundeführer und kümmern uns um die Verpflegung“, sagte Uekötter.

Fährte, Unterordnung und Schutzdienst

Wichtig für die Anwärter sei es, die verschiedenen Leistungsklassen der Hundeführer richtig zu einzuschätzen. Anfänger müssen sie genauso treffend bewerten wie Hundeführer, die mit ihren Vierbeinern bei Wettbewerben wie der deutschen Meisterschaft oder sogar der Weltmeisterschaft teilnehmen. Nach der Disziplin „Fährte“, auf einem Acker, ging es auf dem Vereinsgelände weiter mit der Bewertung in den Disziplinen „Unterordnung“ und „Schutzdienst“.

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