Christel Gröhling, die Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Schönhausen kritisiert, dass die Stadt fast alle Platanen in der Siedlung fällen will. Sie pocht darauf, dass die Anwohner in die Entscheidung einbezogen werden. © Stefan Milk
Platanenalleen

Siedlergemeinschaft entsetzt über Kahlschlag-Pläne für Schönhausen

Die Siedlergemeinschaft Schönhausen drängt schon seit Jahren auf eine Lösung bei einzelnen Bäumen in der Siedlung, die Probleme machen. Über die Pläne der Stadt ist die Vorsitzende jedoch entsetzt.

Wenn Christel Gröhling, die Vorsitzende der Siedlergemeinschaft über die Pläne der Stadt zu den Platanen in der Siedlung spricht, ist ihr der Ärger auf der Stelle anzumerken. Die Siedlergemeinschaft habe schon seit mehr als 20 Jahren immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass einige der mehr als 100 Jahre alten Platanen Schäden an Gebäuden verursachen, sagt Gröhling. Bei einer Nachbarin verursachten die Baumwurzeln beispielsweise Schäden am Anbau. Mit der Forderung nach Maßnahmen sei sie bei der Stadt aber immer wieder aufgelaufen. „Man hat mir immer wieder gesagt: Da kann man nichts machen.“

Gröhling: Die meisten der Bäume sollen erhalten werden

Von der Lösung, die jetzt von der Stadtverwaltung vorgeschlagen wird, ist sie jedoch entsetzt. Die Pläne, die ein Landschaftsarchitekt gemacht hat, sehen vor, alle Platanen in der Russellstraße zu fällen, bis auf einige wenige an den Straßenenden. „Wir wollen alle Platanen behalten, bis auf wenigen Bäume, die Probleme an Häusern machen“, sagt sie. Gröhling wohnt schon seit mehr als 40 Jahren in der Siedlung. „Schönhausen ohne die Platanen ist für mich undenkbar“, sagt sie.

Die Vorsitzende der Siedlergemeinschaft weist darauf hin, was die großen Bäume für das Klima in der Siedlung und in den alten Zechenhäusern bedeuten, insbesondere an heißen Sommertagen. Mit buckligen Pflastersteinen in der Einfahrt durch die Baumwurzeln könnten sie und die meisten anderen Schönhauser leben – und die Kritik des Gutachters, dass die Bäume zu nahe an unterirdisch gelegten Leitungen stehen, nicht nachvollziehen. „Als die Bäume vor über 100 Jahren gepflanzt wurden, gab es die Leitungen noch gar nicht“, sagt sie. Da seien wohl eher die Leitungen an der falschen Stelle verlegt worden.

Kritik an der fehlenden Bürgerbeteiligung

Die Vorsitzende der Siedlergemeinschaft kritisiert auch das Vorgehen der Stadt mit deutlichen Worten. Ihr sei immer wieder versichert worden, dass keine Entscheidung zu den Bäumen fallen soll, ohne die Bürger vorher anzuhören. Jetzt wolle die Stadt eine Entscheidung und dann nur die Anwohner in Schönhausen darüber informieren.

Gröhling hat sich auch mit den Plänen für die Bepflanzung auseinandergesetzt, die der Gutachter als Ersatz für die Platanen vorsieht. Nur an wenigen Stellen sollen als Ersatz andere, kleinkronige Bäume gepflanzt werden, sowie „Großsträucher“. Die gleiche Wirkung für das Kleinklima wie die Platanen habe die Bepflanzung auf keinen Fall, meint sie. Außerdem sehe sie nicht gut aus.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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Michael Dörlemann

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