Sichere Energieversorgung durch eine neue, 5,5 Kilometer lange Erdgasleitung

dzPlanfeststellungsbeschluss

Die Bezirksregierung hat genehmigt, dass durch Bergkamen eine neue Gasleitung verlegt wird. Sie soll gewährleisten, dass die Versorgung gesichert ist, obwohl die Niederlande ihre Förderung zurückfahren.

Bergkamen

, 11.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bauherr der neuen, 5,5 Kilometer langen Gasleitung durch Bergkamen ist die Open Grid Europe GmbH mit Sitz in Essen. Der östliche, etwa drei Kilometer lange Bauabschnitt soll ein kompletter Neubau sein. Er soll an einer neuen Station an der Kerstheider Straße in Hamm beginnen, über die der neue Abschnitt an eine bereits vorhandene, sogenannte H-Leitung angebunden wird.

Neue Armaturenstation auf dem Bayer-Werksgelände

Der westliche, etwa 2,5 Kilometer lange Abschnitt soll überwiegend auf schon vorhandenen Leitungstrassen verlaufen. Er soll an einer neuen Armaturenstation auf dem Bayer-Werksgelände enden. Von dort wird eine schon vorhandene Leitung angeschlossen, die nach Oberaden führt und den westlichsten Bergkamener Stadtteil mit Erdgas versorgt.

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Hintergrund für den Bau der neuen Gasleitung sind Pläne der Niederlande, die Gasförderung im sogenannten „Groninger Feld“ zurückzufahren, wie Andreas Nörthen von der Abteilung Bergbau und Energie der Bezirksregierung erläuterte.

Aus dem Gasfeld im Norden des Nachbarlandes wird Low-Gas (L-Gas) mit einem niedrigen Brennwert gefördert.

Nach Nörthens Angaben hat es durch die Gasförderungen in den Niederlanden starke Erschütterungen gegeben. Außerdem gehe das Gas aus dem Feld langsam zur Neige.

Sichere Energieversorgung durch eine neue, 5,5 Kilometer lange Erdgasleitung

Die neue Leitung soll insgesamt 5,5 Kilometer lang sein und zum Teil auf schon vorhandenen Leitungstrassen verlaufen. © Thyssengas

Leitung für Gas mit höherem Brennwert

Die neue Leitung wird an eine Versorgungsleitung mit H-Gas mit höherem Brennwert angeschlossen.

Im Rathaus

Planfeststellungsbeschluss liegt öffentlich aus

Der Planfeststellungsbeschluss liegt bis einschließlich Montag, 24. Februar, im Raum 515 (5. Etage) im Bergkamener Rathaus öffentlich aus. Interessierte können den Plan dort montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 16 Uhr, mittwochs von 8 bis 14.30 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr einsehen. Außerdem ist er über die Homepage der Bezirksregierung zugänglich.

Dadurch ist die Versorgung aus vielen verschiedenen Quellen möglich. Das Gas kann aus Russland, aus Norwegen oder über eine transalpine Pipeline auch aus Südeuropa stammen.

Nach Angaben der Bezirksregierung ist das Projekt im von der Bundesnetzagentur bestätigten Netzentwicklungsplan 2018 bis 2028 als „vordringlich“ eingestuft. Gleichzeitig hat die Bezirksregierung auch eine neue, vier Kilometer lange Gasleitung von Werne-Stockum bis Hamm-Bockum-Hövel genehmigt.

Wann die Leitung gebaut wird, konnte Nörthen noch nicht sagen. Sie soll durch den Bereich zwischen Rünthe und Overberge und durch den Wald nördlich der Gartensiedlung verlaufen.

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Die Unterlagen zum Planfeststellungsbeschluss liegen von diesem Dienstag bis einschließlich Montag, 24. Februar im Bergkamener Rathaus und im Technischen Rathaus in Hamm öffentlich aus.

Eine Anfechtungsklage gegen den Planfeststellungsbeschluss hat keine aufschiebende Wirkung. Sie kann nur innerhalb eines Monats beim Oberverwaltungsgericht Münster gestellt werden.

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