Stoffmasken: Sogar Frankfurt näht mit – Weitere Helfer für Hilfsaktion gegen Coronavirus

#wirhaltenzusammen

Hilfsbereitschaft ohne Grenzen: Unser Aufruf, Masken für Pflegedienste und -einrichtungen zu nähen, wurde sogar in Frankfurt gehört. Wir suchen weitere Freiwillige für die Hilfsaktion gegen das Coronavirus.

Kreis Unna

, 31.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Geschäftsführerin Sandra Oelgeklaus und Justin Wienecke (von links) von der Kamener Firma Kareima, die eigentlich Reinigungsmaschinen vertreibt, spendeten zwei Kartons mit Vliestüten, aus denen Freiwillige nun bis zu 1600 Mundschutzmasken nähen können.

Geschäftsführerin Sandra Oelgeklaus und Justin Wienecke (von links) von der Kamener Firma Kareima, die eigentlich Reinigungsmaschinen vertreibt, spendeten zwei Kartons mit Vliestüten, aus denen Freiwillige nun bis zu 1600 Mundschutzmasken nähen können. © Marcel Drawe

Rund 180 Kilometer Luftlinie und knapp drei Autostunden liegen zwischen Unna und Frankfurt/Main: In der hessischen Finanzmetropole haben vermutlich die wenigsten schon mal was von Fröndenberg, Holzwickede und anderen beschaulichen Orten zwischen Ruhr und Lippe gehört. Auch Katja Mauch hat eigentlich so gar keinen Bezug zu dieser Region. Und doch näht sie mit. 30 Mund-Nase-Masken gehen dieser Tage auf den Postweg gen Unna, damit sie hier an Pflegedienste und -einrichtungen verteilt werden können.

Die 40-Jährige hat im Moment viel Zeit und möchte diese sinnvoll nutzen. Eigentlich hat sie am Montag im Internet nach einer vergleichbaren Aktion im Frankfurter Raum gesucht – dort aber nichts, stattdessen unseren da erst wenige Stunden alten Aufruf gefunden.

Stoffmasken: Wir bringen Angebot und Nachfrage zusammen

Wir suchen Freiwillige, die provisorische Stoffmasken nähen, damit wir sie unter den suchenden Pflegediensten und -einrichtungen im Kreis Unna aufteilen können. Freilich gibt es bereits überall im Kreis Unna derlei Initiativen, die sich allerdings häufig auf einzelne Einrichtungen konzentrieren. Wir möchten vermitteln, um Angebot und Nachfrage über Ortsgrenzen hinweg miteinander zu vernetzen.

Coronavirus: Die Gesellschaft hält zusammen

Dass das auch ein Angebot aus dem hessischen Frankfurt umfassen würde, hätten wir freilich nicht gedacht – und die Initiatorin vermutlich genauso wenig. Getreu unseres Mottos #wirhaltenzusammen war nämlich Leserin Friederike Buß mit der Anregung auf uns zugegangen, dass sich Angebot und Nachfrage doch irgendwie zentral bündeln lassen müssen – die Idee haben wir gerne aufgegriffen. Das zeigt schließlich umso mehr, wie sehr die Gesellschaft gegen das Coronavirus zusammenhält.

#wirhaltenzusammen – dieses Motto verbindet die Gesellschaft im gemeinsamen Kampf gegen das Coronavirus.

#wirhaltenzusammen – dieses Motto verbindet die Gesellschaft im gemeinsamen Kampf gegen das Coronavirus. © Verlag

Für Katja Mauch jedenfalls war die Entfernung kein Hindernis: Sie setzte sich gleich an ihre Nähmaschine – so wie auch schon einige andere Leserinnen und Leser. Manche bieten Masken, andere ihr handwerkliches Geschick – und wiederum andere das erforderliche Material.

Die Reinigungsspezialisten der Firma Kareima mit Sitz in Kamen etwa stellen spontan 400 Vliestüten zur Verfügung, die normalerweise zu Staubsaugerbeuteln werden, sich mit ein wenig Geschick aber zu jeweils vier Mund-Nase-Masken mit hervorragenden Eigenschaften verarbeiten lassen. Finden sich kurzfristig genügend Näherinnen, wären das auf einen Schlag 1600 Masken.

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Zur Sache

Suchen und bieten: So funktioniert es

  • Sie suchen Mund-Nase-Masken für eine Senioreneinrichtung, einen Pflegedienst oder eine vergleichbare Einrichtung im Kreis Unna?
  • Oder möchten Sie freiwillig nähen und können derlei Masken zur Verteilung auf solche Einrichtung nähen und bieten?
  • Einfach das Suche-Biete-Formular ausfüllen – wir kümmern uns um den Rest, indem wir Anbieter und Abnehmer miteinander vernetzen. Dazu nehmen wir Kontakt mit beiden Seiten auf und sprechen eine möglichst unkomplizierte Übergabe ab.
  • Wir sind der Vermittler zwischen Anbieter und Abnehmer – die „Lieferung“ erfolgt durch die Freiwilligen selbst. Wir treffen dazu die erforderlichen Absprachen.
  • Anleitungen und Schnittmuster für Masken der Marke „Do it yourself“ gibt es im Internet reichlich. Zum Beispiel diese: Nähanleitung von der Stadt Essen, Nähanleitung von Einzigware von der Caritas, Nähanleitung von der Zeitschrift „Burda Style“.

Natürlich: Selbst genähte Mund-Nasen-Masken sind nur ein Behelf und keinesfalls ein Ersatz für professionelle Schutzmasken für den medizinischen Bedarf. Deshalb garantieren die selbst benähten Masken auch keinen Schutz vor dem Coronavirus. Gleichwohl bremsen sie den Tröpfchenflug beim Atmen und Sprechen – und tragen so zu einem geringeren Risiko bei, sich selbst oder andere zu infizieren. Weil professionelle Masken darüber hinaus gerade vor allem in Krankenhäusern gebraucht werden, sind erstens die Vorräte knapp und zweitens die Lieferzeiten lang. Einfache Masken sind besser als gar keine – und sind deshalb eine willkommene Alternative für den Übergang.

Eine gute Hand voll Freiwillige nähen schon mit

Schon nach dem ersten Aufruf hat sich eine gute Hand voll freiwilliger Näherinnen gefunden, die Nadel und Faden zücken und an ein paar Dutzend Masken arbeiten. Gebraucht werden natürlich viel mehr. Deshalb suchen wir weiter: Freiwillige, die nähen möchten – und Einrichtungen, die von dem Angebot Gebrauch machen möchten. Damit wir Angebot und Nachfrage zusammenbringen können. #wirhaltenzusammen

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