Schulen bekommen das schnelle Netz – nun müssen sie es pädagogisch sinnvoll nutzen

dzDigitalisierung

Die Städte Bergkamen und Kamen schließen ihre Schulen ans schnelle Internet an. Das ist nicht nur eine Frage der Technik. Die Schulen müssen lernen, die neuen Möglichkeiten sinnvoll einzusetzen.

Bergkamen, Kamen

, 26.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Leiter der Bergkamener Schulen erfahren an diesem Donnerstag, was mit der Digitalisierung auf sie und ihre Schüler zukommt. Nun gut, ganz so umfassend wird das Gespräch mit Wolfgang Richter womöglich doch nicht.

Aber der Berater soll den Schulen zumindest erklären, was sie mit dem schnellen Internet anfangen können, wenn sie es demnächst haben. Richter arbeitet für das Beratungsunternehmen Dr. Garbe, Lexis und von Berlepesch aus Halle/Westfalen.

Ein Medienkonzept für die Schulen

Das hat von der Stadt Bergkamen – sowie von etlichen anderen Kommunen – den Auftrag erhalten, ein Medienkonzept für die Schulen zu erstellen. So ein Konzept ist Voraussetzung dafür, dass Fördermittel vom Land fließen, die die Städte Bergkamen und Kamen nutzen, um ihre Schulen ans schnelle Internet zu bringen. Im Januar 2021 sollen die Schillerschule und die Overberger Grundschule in Bergkamen sowie die Südschule in Kamen ans Glasfasernetz angeschlossen werden. Weitere Schulen folgen bis Ende 2021.

Die Städte Bergkamen und Kamen wollen ihre Schulen ans Breitbandnetz anschließen.

Die Städte Bergkamen und Kamen wollen ihre Schulen ans Breitbandnetz anschließen. © Stefan Milk

Für Schulleitungen, Lehrer und auch Eltern stellt sich deshalb die Frage, wie sich die neuen Web-Möglichkeiten pädagogisch sinnvoll nutzen lassen. Eine einfache Antwort darauf kann allerdings auch der Berater nicht geben. Zumindest halte er kein Patentrezept für den Online-Unterricht bereit, sagt Richter. Das hängt auch mit dem Bildungsföderalismus zusammen. Für die technische Ausstattung der Schulen sind die Schulträger, also die Städte, zuständig. Die Schulämter müssen sich um die Verkabelung der Schulen und um die Anschaffung von Geräten wie Smart-Boards und Tablets kümmern. Die pädagogischen Inhalte legt das Landesschulministerium fest.

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Technik und Unterrichtsinhalte bedingen einander

Allerdings lassen sich Technik und Pädagogik nach Ansicht von Richter nicht sauber von einander trennen. Schließlich bedingt die technische Ausstattung einer Schule auch die Möglichkeiten, die sich im Unterricht ergeben. Der Konzept-Entwickler sieht sich deshalb auch als Vermittler zwischen den Schulen und dem Schulträger.

Keine Schule in Bergkamen und Kamen fängt in Sachen Internet bei Null an. Die Freiherr-von-Ketteler-Schule in Rünthe ist besonders weit.

Keine Schule in Bergkamen und Kamen fängt in Sachen Internet bei Null an. Die Freiherr-von-Ketteler-Schule in Rünthe ist besonders weit. © Borys Sarad

Wobei es ihm zufolge auch zu kurz gegriffen wäre, in das Konzept zu schreiben, dass eine bestimmte Schule diese und jene Pläne in Sachen Internet-Unterricht hat und dafür diese und jene Ausstattung benötigt. Denn oft ist es auch umgekehrt: Eine Schule entwickelt dann sinnvolle Ideen für die Nutzung des schnellen Netzes, wenn ihr bereits eine gute Infrastruktur zur Verfügung steht.

In Rünthe lernen die Schüler schon mit dem schnellen Netz

Das lässt sich auch in Bergkamen beobachten. Vermutlich muss keine Schule beim Thema Internet bei Null anfangen. Aber die Freiherr-von-Ketteler-Schule in Rünthe ist besonders weit.

Uwe Wilms bringt den Schülern der Freiherr-von-Ketteler-Schule in Bergkamen Medienkompetenz bei.

Uwe Wilms bringt den Schülern der Freiherr-von-Ketteler-Schule Medienkompetenz bei. © Borys Sarad

Das liegt zum einen daran, dass sie schon ans Breitband-Netz angeschlossen ist. Zum anderen an Uwe Wilms, dem stellvertretenden Schulleiter. Der ist besonders computeraffin und bildet auch Kollegen von anderen Schulen im Umgang mit dem Internet fort. „Dabei geht es nicht um den Umgang mit den Geräten, sondern um die Inhalte des Unterrichts“, sagt er.

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Allerdings hat auch Wilms kein Patentrezept für die Anwendung des Internets im Unterricht. Aber er kann gelungene Praxisbeispiele aus seiner Schule liefern, wo die Schüler zum Beispiel mit Hilfe eines Tablets den Roboter Bernie steuern. Wilms geht es allerdings weniger um technische Fertigkeiten als um Medienkompetenz. Dazu zählt auch, dass die Schüler lernen, in sozialen Netzwerken mit einer gewissen Vorsicht zu agieren und nicht zu viele Informationen von sich öffentlich preiszugeben.

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