Schüler müssen Masken tragen – aber Lüften während des Unterrichts ist verboten

dzCoronavirus

Fenster, die sich nicht öffnen lassen – dieses Problem gibt es an Bergkamener Schulen nicht mehr. Lüften hilft gegen Virusinfektionen. Trotzdem bleiben die Fenster während des Unterrichts geschlossen.

Bergkamen

, 11.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Virologen empfehlen die Räume, in denen sich relativ viele Menschen aufhalten, gut zu lüften. Das senkt die sogenannte Virenlast in der Luft und damit die Ansteckungsgefahr. Das Lüften wäre in einigen Bergkamener Schulen noch vor wenigen Jahren schwierig geworden. Damals waren beispielsweise am städtischen Gymnasium einige Fenster so marode, dass sie zugeschraubt waren. Wenn jemand sie geöffnet hätte, wäre die Gefahr groß gewesen, dass der Fensterflügel herausfällt.

Dieser Missstand ist inzwischen beseitigt, sagt die Bergkamener Schuldezernentin Christine Busch. Mittlerweile sind in allen Schulen die alten, maroden Fenster ersetzt worden – zu einem großen Teil mithilfe der Konjunkturpakete der Bundesregierung. An allen Schulen können die Klassenräume ausreichend gelüftet werden – allerdings nur in den Pausen.

Noch vor einigen Jahren hätten sich manche Schulfenster gar nicht zum Lüften öffnen lassen. Mittlerweile sind jedoch neue Fenster eingebaut, wie vor drei Jahren am Städtischen Gymnasium.

Noch vor einigen Jahren hätten sich manche Schulfenster gar nicht zum Lüften öffnen lassen. Mittlerweile sind jedoch neue Fenster eingebaut, wie vor drei Jahren am Städtischen Gymnasium. © Stefan Milk

Fenster müssen zur Vermeidung von Unfällen geschlossen bleiben

Während des Unterrichts ist es nicht gestattet, Fensterflügel zum Lüften zu öffnen, auch wenn das wegen der Corona-Pandemie zurzeit sinnvoll wäre. Hintergrund ist die Gefahr, dass Schüler sich verletzen könnten, wenn sie vor das geöffnete Fenster laufen. Auf Kipp darf es auch nur stehen, wenn keine Unfallgefahr besteht, erläutert die Dezernentin.

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Busch ist trotzdem zuversichtlich, dass der Schulstart in dieser Woche an den Bergkamener Schulen einigermaßen reibungslos verläuft – trotz der Corona-Pandemie. Die Schulen hätten in den vergangenen Wochen ausreichend Zeit gehabt, Konzepte vorzubereiten. Nach ihrem Eindruck hätten sie die Zeit auch genutzt. „Viele Lehrer sind schon lange wieder da, um Vorbereitungen zu treffen“, lobt sie. „Diesmal hatten wir einen langen Anlauf.“

Nur wenige Lehrer gehören zur Risikogruppe

Sie hält das Konzept, dass Schüler und Lehrer an den weiterführenden Schulen auch während des Unterrichts Mund-Nasen-Masken tragen müssen für richtig. Anders sei der Schutz vor allem in den größeren Klassen mit bis zu 30 Schülern kaum zu gewährleisten. Die Schulen versuchten außerdem, große Klassen in kleinere Lerngruppen aufzuteilen, um das Ansteckungsrisiko zu senken.

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Der Unterrichtsausfall, weil Lehrer zur Risikogruppe gehören und deshalb keinen Unterricht geben können, ist in Bergkamen vergleichsweise gering. Der Anteil bei den Lehrern, der zu einer Risikogruppe gehört, liege bei den Bergkamener Schulen nur bei etwa zehn Prozent. „das ist deutlich unter dem Landesdurchschnitt“, sagt sie.

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