Schrauberfrühstück zwischen Mustang und Corvette

Markt der US Cars boomt

Mein Beruf ist mein Hobby und wenn ich in Rente gehe, habe ich kein Hobby mehr“, sagt Roland Kikenberg, der vor 30 Jahren sein Herz an die US-Fahrzeuge verloren hat.

Bergkamen

, 17.10.2018, 13:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schrauberfrühstück zwischen Mustang und Corvette

Mit 15 Jahren hat Roland Kikenberg das erste Mal bei einem Nachbarn an einer Corvette geschraubt, das hat ihn geprägt. Seit mittlerweile über 30 Jahren repariert und restauriert er Fahrzeuge klassischer US-Automarken. © Stefan Milk Stefan Milk

Unter dem Label „US Cars Kikenberg“ bietet er seit 1985 das Komplettpaket für all jene, die ihr Herz ebenfalls an die Ami-Klassiker der Automobilszene verloren haben. Wenn es um Reparaturen geht. Mit dem Kapitel Verkauf und Handel hat er abgeschlossen.

Schrauberfrühstück zwischen Mustang und Corvette

Guido Leismann erbeitet bei Kikenberg eigentlich als kaufmännischer Angestellter, seine Leidenschaft ist es aber, zu schrauben. Hier revidiert er gerade den V8-Motor eines Jeep Wagoneer. © Stefan Milk

Nie das richtige Fahrzeug

„Ich bin nicht der große Händler, ich bin der mit den schmierigen Händen“, sagt Kikenberg. Es gab eine Zeit, während der er auch mit US-Fahrzeugen handeln wollte. Da sei er dann allerdings mit einem blauen Auge davon gekommen. „Es ging um viel Geld, ich hatte eine große Lieferung und letzten Endes doch nie das richtige Fahrzeug auf dem Hof“, erinnert sich Kikenberg. Seitdem konzentriert er sich auf das, was ihm ohnehin am meisten Glücksmomente beschert: Das Schrauben. Nicht umsonst bietet er deswegen an jedem zweiten Samstag im Monat ein Schrauberfrühstück an: Ein Treffen, das zum Austausch über PS, Lack und Motoren einlädt und großen Zuspruch findet. Vor fünf Jahren hat der gelernte Karosserie- und Fahrzeugbauer, der in diese US-Fahrzeug-Szene eigentlich „nur so reingerutscht“ sei, noch seine Meisterprüfung gemacht: Das habe die Situation gefordert. Denn sein Unternehmen wächst, mittlerweile beschäftigt Roland Kikenberg fünf Angestellte und ist in der Regel auf bis zu vierzehn Tage ausgebucht. Die Reparaturen, mit denen ihn seine Kunden beauftragen, sind Klassiker: „Es geht eigentlich nur darum, die Autos in Schuss zu halten“, sagt Kikenberg.

Schrauberfrühstück zwischen Mustang und Corvette

Roland Kikenberg mit einem Chevrolet Pickup aus dem Baujahr 1956. © Stefan Milk

Sie haben Charakter

Dabei sei die Technik von Corvette, Mustang oder Pick up eigentlich unverwüstlich. Dennoch haben auch sie ihre Zipperlein und das Geschäft mit der Reparatur und Restauration der alten amerikanischen Fahrzeuge boomt. Kommt die Sprache auf Lackschäden, findet Kikenberg das eher amüsant.

Klar, Steinschlag oder ähnliches könnten dazu führen, dass der Lack der alten Schätzchen leidet. Ansonsten seien es allesamt in der Regel „Schönwetterautos“, die in der Regel keinen Regen sehen und mit Tüchern penibel und auf Hochglanz poliert werden.

Kikenberg, der 1987 in Gladbeck startete und seit den 90ern in Bergkamen dafür sorgt, dass die Ami-Klassiker fahrbereit bleiben, ist in der Szene eine feste Größe. Und die wächst nach wie vor.

Ob Ford Mustang, Camaro, Corvette oder Chevrolet: Amerikanische Straßenkreuzer und Muscle Cars haben eine riesige Fangemeinde. Für die einen sind sie eine Kapitalanlage, für die anderen ein Schönwetterauto, das sie entsprechend pflegen. Das, was die meisten an diesen oft knallfarbenen und ziemlich gewaltig erscheinenden Fahrzeugen schätzen: Sie sind alltagstauglich. Außerdem haben sie, so Kikenberg, einen eigenen Charakter.

Er selbst, der doch täglich einige der schönsten Modelle der US-Fahrzeuge vergangener Jahrzehnte um sich hat, träumt von einem Ford GT 40, ein Rennwagen, der in den Sechzigern vier Jahre in Folge das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewann.

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