Schottergärten sind verboten – Stadt Bergkamen will in Broschüre darüber aufklären

dzMit der Baugenehmigung

Die Stadt Bergkamen will beim Kampf gegen geschotterte Gärten nachlegen. Demnächst will sie schon über die Nachteile aufklären, wenn Bergkamener einen Bauantrag für ihr Eigenheim stellen.

Bergkamen

, 11.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es nach der nordrhein-westfälischen Bauordnung geht, dürfte es in Bergkamen überhaupt keine geschotterten Vorgärten geben. Sie schreibt nicht nur vor, dass die Vorgärten einen Beitrag zur „Auflockerung und freundlichen Gestaltung des Orts- und Stadtbildes“ beitragen sollen. Sie sollen außerdem „wasseraufnahmefähig hergestellt“ sein, wie es im Behördendeutsch heißt, sowie „begrünt und bepflanzt“.

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Zwar liegt Schönheit durchaus im Auge des Betrachters, aber reine Schottergärten sind nicht grün und wenn sie auch noch mit einer Folie als Unkrautsperre versehen sind, auch nicht „wasseraufnahmefähig“.

Hoffnung, dass Fachleute ihre Kunden aufklären

Darauf hat die Stadt Bergkamen alle heimischen Gartenbaubetriebe auch schon mit einem Schreiben aufmerksam gemacht. Sie hegt die Hoffnung, dass die Gartenbaubetriebe ihre Kunden darauf aufmerksam machen, dass Schottergärten weder erwünscht noch erlaubt sind. Zumal ihnen durchaus bewusst ist, dass der erhoffte Effekt ausbleibt. Auch durch die Steine wächst Unkraut, sogar trotz Folie – und lässt sich dann meist auch noch viel schwieriger entfernen als aus dem Gartenboden.

Wer eine wasserundurchlässige Folie gegen Unkraut verwendet, verstößt auf jeden Fall gegen die Bauordnung.

Wer eine wasserundurchlässige Folie gegen Unkraut verwendet, verstößt auf jeden Fall gegen die Bauordnung. © Stefan Milk (Archiv)

Broschüre kommt mit der Baugenehmigung

Bald sollen auch alle, die einen Bauantrag stellen, auf diese Sachlage aufmerksam gemacht werden. Nach Angaben von Tim-Felix Heusner, dem Leiter des Amtes für Bauordnung und Bauberatung, bereitet die Stadt eine entsprechende Broschüre vor, in der sie auf die Regelung in der Bauordnung und den ökologischen Schaden durch Schottergärten aufmerksam macht.

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Ob das wirkt, kann Heusner allerdings noch nicht abschätzen. Nach seinen Erfahrungen legen viele Bauherren den geschotterten Vorgarten nicht sofort an, wenn das Haus fertig ist. „Viele gestalten ihn erst später, wenn nach der Bauphase wieder etwas Geld übrig ist“, hat er festgestellt. Manche gestalten den eigentlich grünen Vorgarten oder Garten erst nach Jahren um, weil sie irgendwo einen Schottergarten gesehen haben und zu dem Fehlurteil gekommen sind, er sei pflegeleichter.

Unkraut wächst auch dort, wo Schotter liegt und lässt sich meist schlechter entfernen als aus dem Gartenboden.

Unkraut wächst auch dort, wo Schotter liegt und lässt sich meist schlechter entfernen als aus dem Gartenboden. © Stefan Milk (Archiv)

Stadt kann die Umgestaltung sogar durchsetzen

Da es sich bei den Schottergärten um einen Verstoß gegen die Landesbauordnung handelt, kann die Stadt sogar notfalls die Beseitigung und Umgestaltung als Ordnungsbehörde verlangen.

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Zumindest bei den Gartenbaubetrieben gibt es offenbar keinen Widerspruch nach dem Schreiben der Stadt. Beim dafür verantwortlichen Umweltbeauftragten Norman Raupach hat sich noch niemand gemeldet.

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