Schnelles Internet für die Bergkamener Gewerbegebiete bis 2022

dzBreitbandausbau

Bergkamen bekommt über eine Million Euro Fördermittel, um die Gewerbegebiete bis 2022 mit schnellem Internet zu versorgen. Das ist zwar nicht so viel wie in Nachbarstädten – aber das hat zwei gute Gründe.

Bergkamen

, 29.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die meisten Bergkamener Firmen sollen schon in relativ kurzer Zeit über schnelles Internet verfügen können. Der Breitband-Betrieb Bergkamen (BBB) ist schon dabei, den Bau und Betrieb eines Glasfasernetzes für die Gewerbegebiete in Bergkamen, Kamen und Bönen auszuschreiben. Voraussichtlich im August soll sie veröffentlicht werden.

Der stellvertretende Betriebsleiter Walter Kärger geht davon aus, dass der Auftrag Anfang 2021 vergeben werden kann. „Bei maximal einem Jahr Bauzeit sollten die Arbeiten spätestens im Laufe des Jahres 2022 abgeschlossen sein“, sagt Kärger.

Baukosten von 1,3 Millionen Euro

Bergkamen kann jedoch nicht mit einer so hohen Fördersumme wie die Nachbarstadt Kamen rechnen, wo der BBB den Breitbandausbau ebenfalls federführend betreut. In Kamen wird die Versorgung der Gewerbegebiete mit schnellem Internet mit gut 3,9 Millionen Euro gefördert. In Bergkamen geht es um „nur“ 1,3 Millionen Euro, von denen die Stadt auch noch zehn Prozent selbst tragen muss.

Das größte Bergkamener Gewerbegebiet, der Gewerbepark Rünthe mit Poco und Bulten hat schon seit gut acht Jahren einen Glasfaseranschluss.

Das größte Bergkamener Gewerbegebiet, der Gewerbepark Rünthe mit Poco und Bulten hat schon seit gut acht Jahren einen Glasfaseranschluss. © Stefan Milk

Bergkamen hat schon vor Jahren vorgearbeitet

Das hat allerdings Gründe, die eher positiv für Bergkamen sind. Der erste Grund: Das größte Bergkamener Gewerbegebiet, der Gewerbepark Rünthe, hat längst eine Glasfaserversorgung. Dort klagten Unternehmen schon vor Jahren über die schlechte Internetanbindung, sogar Abwanderungen standen im Raum. Bereits in den Jahren 2011/2012 verlegte das kommunale Telekommunikationsunternehmen Helinet Glasfaserkabel in dem Gewerbepark, indem es immerhin so namhafte Unternehmen wie Poco oder den schwedischen Schraubenhersteller Bulten gibt.

Der Logistikpark an der A2 war von vornherein mit Glasfaserkabeln angeschlossen worden.

Das Gewerbegebiet „Am Schlagbaum“ in Overberge hat noch keinen schnellen Internetanschluss, obwohl dort namhafte Unternehmen wie das Neuseelandhaus ihren Sitz haben.

Das Gewerbegebiet „Am Schlagbaum“ in Overberge hat noch keinen schnellen Internetanschluss, obwohl dort namhafte Unternehmen wie das Neuseelandhaus ihren Sitz haben. © Stefan Milk

Förderung für drei mittlere und kleinere Gebiete

Die Gewerbegebiete, die mithilfe der Förderung mit Glasfaserkabeln erschlossen werden sollen, sind „In der Schlenke“ in Oberaden, das Gewerbe- und Industriegebiet auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Grimberg 1/2, das Gewerbegebiet „Am Schlagbaum“ in Overberge, in dem das Neuseelandhaus seinen Sitz hat und das kleine Gewerbegebiet nördlich des Kreisverkehrs Erich-Ollenhauer-/Hubert-Biernat-Straße. Dort hat unter anderem das Reiseunternehmen Warias seinen Sitz.

Von den voraussichtlich 1,3 Millionen Euro Kosten trägt der Bund die Hälfte, das Land NRW 40 Prozent. Die restlichen zehn Prozent muss die Stadt im Gegensatz zu Kamen und Bönen selbst beisteuern. Auch das hat einen im Grunde genommen positiven Hintergrund: Bergkamen ist die einzige der drei Kommunen, die kein Defizit im Haushalt und deshalb auch kein Haushaltssicherungskonzept (HSK) hat. Nur sogenannte HSK-Kommunen bekommen eine 100-Prozent-Förderung.

Auch das Gewerbegebiet „In der Schlenke“ in Oberaden soll einen Glasfaseranschluss bekommen.

Auch das Gewerbegebiet „In der Schlenke“ in Oberaden soll einen Glasfaseranschluss bekommen. © Stefan Milk

Tatsächliche Förderung richtet sich nach realen Kosten

Der Förderbescheid auf Grundlage der geschätzten Kosten von 1,3 Millionen Euro ist aber zunächst nur vorläufig. Die endgültige Fördersumme richtet sich nach den Kosten, die sich bei der Ausschreibung ergeben. Mit anderen Worten: Wenn die Breitbandversorgung der Gewerbegebiete doch teurer wird, bekommt Bergkamen auch einen entsprechend höheren Zuschuss.

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Wahrscheinlich muss es eine EU-weite Ausschreibung geben. Das muss der BBB noch abstimmen. Falls es zu einer EU-weiten Ausschreibung kommt, rechnet Kärger mit einem halben Jahr, bis der Auftrag vergeben werden kann.

Die Breitbandversorgung der Gewerbegebiete ist für Bergkamen enorm wichtig. Wenn Firmen über kein schnelles Internet verfügen, kann das ein Grund sein, abzuwandern. Vor allem aber ist ein ein Nachteil beim Werben um Neuansiedlungen.

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