Das neue Gerüst auf dem Spielplatz an der Kuhbachtrasse ist schon da, geklettert werden darf noch nicht. Auf anderen Spielflächen klafft noch eine Lücke. © Stefan Milk
Spielplatztest

Schlechte Noten für schlecht ausgestattete Spielplätze

Vor allem in einem Stadtteil fehlen auf den Spielplätzen wichtige Spielgeräte. Das schlägt sich in Noten nieder, die Familien beim Spielplatztest vergeben. Bis Besserung eintritt, dauert es noch.

Die neue Kletterwand auf der Fläche an der Einmündung der Kuhbach- in die Zechenbahntrasse in Overberge kommt zu spät für den Spielplatztest. Mitarbeiter des städtischen Bauhofes haben sie in dieser Woche aufgestellt. Aber noch ist das Gerät abgesperrt. Bis die Kinder darauf klettern können, wird es noch zwei drei Wochen dauern, sagt Christian Scharwey aus dem städtischen Kinder- und Jugendbüro.

Die Spielplatztester konnten das Klettergerät daher noch nicht ausprobieren. Das Kinderbüro hat seine Klientel in den Osterferien aufgerufen, die 43 städtischen Spielplätze einem Praxis-Check zu unterziehen. Und immerhin 14 zumeist dreiköpfige Gruppen machten sich ausgestattet mit Kamera und Fragebogen auf den Weg über die Spielplätze.

Familien testen die Spielplätze

„In der Regel waren das Familien“, sagt Scharwey. Die Testauswertung im Kinderbüro laufe noch, aber zumindest ein – erwartbares – Ergebnis zeichnet sich bereits ab. „Die schlecht ausgestatteten Spielplätze haben auch schlechte Noten bekommen“, sagt Scharwey.

Moderne Vogelnestschaukeln sind aus Metall. Ein solche hat Christian Scharwey aus dem Kinder- und Jugendbüro jetzt auch für den Spielplatz an der Ernst-Reuter-Straße bestellt. © Stefan Milk © Stefan Milk

Das dürfte vor allem die Spielflächen in Overberge betreffen. Dort hatte die Stadt in den vergangenen Jahren etliche veraltete und kaputte Spielgeräte abgebaut und nicht gleich für Ersatz gesorgt. Und nicht überall sind die Fortschritte schon so sichtbar wie auf dem Platz an der Kuhbachtrasse. „Die neuen Spielgeräte sind bestellt“, sagt Scharwey. Eine Garantie, dass sie noch vor den Sommerferien aufgestellt werden können, will er aber lieber nicht abgeben.

Schwerpunktspielplätze mit großen Einzugsbereich

Bei den Flächen in Overberge handelt es sich um so genannte Ergänzungsspielplätze, die vor allem von Anliegern genutzt werden. In anderen Stadtteilen gibt es besser ausgestattete Schwerpunktspielplätze, die einen größeren Einzugsbereich haben. Als Beispiel nennt Scharwey den Spielplatz am Römerpark in Oberaden, der auch Spielende etwa aus Weddinghofen oder Rünthe anlockt.

Zu Schwerpunktspielplätzen wie dem am Römerpark in Oberaden kommen auch Spielende aus anderen Stadtteilen. © Stefan Milk © Stefan Milk

Scharwey will die Ergebnisse des Spielplatztestes für seine weiteren Planungen berücksichtigen. Dabei zeichnet sich der Trend ab, dass Spielgelegenheiten für kleine Kinder unter drei Jahren sehr beliebt sind. Scharwey will nun entweder entsprechende Geräte auf vorhandenen Spielplätzen aufstellen oder sogar eigene U3-Spielplätze schaffen: „Die eine oder andere Fläche dafür haben wir schon ins Auge gefasst.“

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne
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