Schimmel in der frisch renovierten Wohnung: „Wir wurden getäuscht!“

dzUnglückliche Mieter

Das Ehepaar Kreuschner hat ein Schimmelproblem in ihrer Wohnung. Es glaubt, dass die schlechte Isolierung schuld daran ist. Der Vermieter weigert sich, ohne Gutachten für den Schaden aufzukommen.

Oberaden

, 23.12.2019, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf den Fensterbänken der Wohnung liegen gefaltete Stofflappen, die das Wasser auffangen sollen. Das laufe an den Fenstern herunter, als würde jemand einen Wasserschlauch daran halten, sagt Karin Kreuschner. Vor vier Monaten zog sie mit ihrem Mann in die Wohnung in Oberaden ein. Sie war frisch renoviert und weiß.

Doch heimisch fühlt das Ehepaar sich dort nicht. Die Wände im Bad, im Schlafzimmer und in der Küche seien feucht, im Bad und in der Küche bildete sich Schimmel. Bertholf Kreuschner hat die betroffenen Stellen im Badezimmer mit spezieller Farbe überstrichen. In der Küche sind die gelben Flecken an der Wand noch deutlich zu sehen.

Schimmel in der frisch renovierten Wohnung: „Wir wurden getäuscht!“

Die Fensterbänke in der Wohnung sind nass. Lappen sind überall verteilt. © Borys Sarad

Seine Frau ist überzeugt davon, dass der Vermieter um das Problem weiß und die Wände überstrichen hat, um sie zu täuschen. „Wir wurden gelinkt“, sagt Kreuschner. Von einer Nachbarin habe sie gehört, dass vor ihr und ihrem Mann eine Familie ebenfalls wegen Schimmel gerichtlich gegen den Vermieter vorgegangen sei.

Den Prozess habe die Familie verloren, die Ursache soll falsches Lüften gewesen sein. Kreuschner will das nicht glauben. Und auch in ihrem Fall soll falsches Lüften nicht der Grund sein. „Ich führe seit 50 Jahren einen Haushalt und so etwas haben wir noch nie gehabt. Ich weiß wie man lüftet.“

Kreuschner glaubt, dass eine schlechte Isolierung der außenliegenden Wohnung Schuld sein könnte. „Die Wohnung ist eine Kältebrücke.“

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Vermieter wird ohne Gutachten nicht tätig

Dass es an der Isolierung liegt, bezweifelt indes der Vermieter. Es gebe mehrere Wohnungen in der Lage und nur in dieser sei das Problem aufgetreten, erklärt Mark Fischer, zuständig für die Wohnanlage. „Sie wurden zeitgleich gebaut.“

Er habe einen Gutachter beauftragt, der die Wohnung untersucht hat. Eine Feuchtigkeitsmessung habe ergeben, dass die Wände trocken sind.

Fischer habe den Kreuschners vorgeschlagen, einen eigenen Sachverständigen hinzuzuholen, wenn sie das Gutachten nicht hinnehmen möchten. Das sei bisher nicht geschehen. „Wir übernehmen den Schaden, wenn faktisch feststeht, dass wir ihn verursacht haben“, so Fischer. Erst wenn ein entsprechendes Gutachten vorliegt, wird der Vermieter für den Schaden aufkommen.

Schimmel in der frisch renovierten Wohnung: „Wir wurden getäuscht!“

Karin und Berthold Kreuschner sind mit der Situation in ihrer neuen Wohnung unglücklich. © Borys Sarad

Die Kreuschners schalten einen Anwalt ein

Die Kreuschners haben indes einen anderen Weg eingeschlagen und einen Anwalt eingeschaltet. Der habe dem Vermieter eine Frist gesetzt. Vor Ablauf soll der Schaden behoben werden. Passiert das nicht, will Kreuschner es mit einer Mietminderung versuchen.

Tatsächlich könnten beide Parteien recht haben. Laut Verbraucherzentrale, gibt es für Schimmelschäden in Wohnräumen verschiedene Gründe, „zum Beispiel unzureichendes Lüften, zu sparsames Heizen oder bauliche Mängel.“ Besonders ältere und schlecht gedämmte Gebäude mit vielen Wärmebrücken seien anfällig für Schimmel.

Schimmel in der frisch renovierten Wohnung: „Wir wurden getäuscht!“

Das Haus, in das Berthold Kreuschner mit seiner Frau gezogen sind, stammt aus der Bergbauzeit. Das Ehepaar glaubt, dass die Isolierung erneuert werden muss. © Borys Sarad

„Erst wenn die Ursache entdeckt und der Schaden behoben ist, kann Schimmelbefall fachgerecht und dauerhaft beseitigt werden. Sonst kommen Feuchtigkeit und Schimmel sehr wahrscheinlich wieder.“ Tipps zur Beseitigung gibt es auf der Internetseite der Verbraucherzentrale oder vor Ort bei der Verbraucherzentrale in Kamen an der Kirchstraße 7.

Die Kreuschners hoffen auf Einsicht des Vermieters. Sie sind aus Cappenberg nach Oberaden gezogen, weil es dort eine bessere Busanbindung gibt. Ausziehen möchten sie eigentlich nicht, aber sie denken darüber nach. „Das geht an die Gesundheit und an die Substanz.“

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