Schering-Werksleiter Dr. Alfred Popper: Freundlich und immer für das Museum engagiert

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Er war Berliner, von der direkten aber überaus freundlichen Sorte. Der ehemalige Schering-Werksleiter Dr. Alfred Popper war bei den Mitarbeitern beliebt und engagierte sich in seiner Wahlheimat.

Bergkamen

, 30.01.2020, 12:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer einmal mit Dr. Alfred Popper zu tun hatte, der vergaß ihn so schnell nicht wieder. Popper war eindrucksvoll auf eine außergewöhnliche Art: Er war von 1984 bis 1993 Werksleiter im Schering-Werk Bergkamen, überhaupt nicht autoritär und ungemein unaufgeregt. Popper war Berliner und war direkt, wie es den Hauptstadt-Bewohnern nachgesagt wird. Die Schnoddrigkeit, die man Berlinern nachsagt, ging ihm aber völlig ab. Er war freundlich und verbindlich.

Noch wenn man heute langjährige Mitarbeiter des heutigen Bayer-Werks fragt, geraten sie über ihren ehemaligen Chef ins Schwärmen. Popper war aber längst nicht nur für seinen Arbeitgeber engagiert. Er tat auch viel für seine Wahlheimat in Westfalen, besonders beim Förderverein des Bergkamener Stadtmuseums, bei dem er sich engagierte.

Schering-Werksleiter Dr. Alfred Popper: Freundlich und immer für das Museum engagiert

Dr. Alfred Popper war von 1984 bis 1993 Werksleiter des Schering-Werks Bergkamen. Von 1990 bis 1994 war er Vorsitzendes des Museumsfördervereins und danach Ehrenvorsitzender. © Klaus Hövener

Engagiert im Museumsförderverein schon bei der Gründung

Er gehörte im Jahr 1988 schon zu den Gründungsmitgliedern des Vereins und übernahm gleich den stellvertretenden Vorsitz. Im Jahr 1990 wurde er Vorsitzender des Fördervereins als Nachfolger des Bergwerksdirektors Franz-Josef Lappe.

In seiner vierjährigen Amtszeit bis 1994 stieß er entscheidende Entwicklungen im Bergkamener Museum an. Unter anderem förderte er die Idee, eine eigene Römerabteilung im Museum einzurichten und so deutlicher auf das römische Erbe Bergkamens aufmerksam zu machen.

Durch seine guten Kontakte kam das Museum auch zu dem einen oder anderen bemerkenswerten Ausstellungsstück. Es war seine Idee, die Lehrwerkstatt des Schering-Werks mit der Restaurierung des römischen Fassbrunnens zu betrauen, der seitdem eines der interessantesten Ausstellungsstücke im Museum ist.

Er brachte auch schon damals die Bummannsburg in Rünthe ins Gespräch, die damals noch ein etwas vernachlässigtes Schattendasein neben dem Ostenhellweg führte. In diesem Jahr ist das Museumsfest dort geplant.

Der Ehrenvorsitz war mehr auch Verpflichtung

Auch nachdem er den Vorsitz des Vereins an seinen Nachfolger als Schering-Werksleiter, Dr. Bodo Groß, abgegeben hatte, blieb er im Stadtmuseum präsent. Der Förderverein machte ihn damals zu seinem Ehrenvorsitzenden. Popper begriff das nicht nur als Ehrung, sondern auch als Verpflichtung: Er war immer wieder da, gab Anregungen und kam zu den Veranstaltungen von Stadtmuseum und Förderverein.

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Dr. Alfred Popper bereits am 10. Januar verstorben, nur wenige Tage vor seinem 90. Geburtstag.

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