Scheibe des Optikers hält dem Gully-Deckel stand: Polizei fängt bewaffneten Täter (17)

dzPolizei umstellt Waldgebiet

In der Nacht versucht ein Jugendlicher, das Fenster eines Optikers mit einem Gullydeckel einzuwerfen. Das Panzerglas hält, die Alarmanlage löst aus, der Täter flieht. Aber er kommt nicht weit.

Bergkamen

, 13.02.2020, 14:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Oberadener Optiker Dieter Mittmann weiß schon, warum er an seinem Geschäft an der Jahnstraße ein Schaufenster aus Panzerglas und eine Alarmanlage installiert hat: Sie verhindern auch brachiale Einbruchsversuche, wie sich in der Nacht zu Donnerstag zeigte. Dank eines schnellen Einsatzes gelang es der Polizei auch, den verhinderten Einbrecher zu fassen: Es handelt sich um einen 17-Jährigen.

Täter flieht in ein Waldstück

Der hatte gegen 2 Uhr in der Nacht versucht, das Schaufenster mit einem Gullydeckel einzuwerfen. Allzu weit musste er das Tatwerkzeug nicht tragen: „Der Gully befindet sich direkt vor meinem Geschäft“, berichtete Mittmann am nächsten Tag. Der Augenoptiker wurde in der Nacht von einem Anruf der Polizei-Leitstelle aus dem Schlaf gerissen, die ihn darüber informierte, dass die Alarmanlage an dem Laden ausgelöst hatte.

Zeitgleich benachrichtigten die Polizisten ihre Kollegen, die auch schnell am Tatort eintrafen. Dem Täter gelang es zwar zunächst, in das kleine Waldgebiet zwischen der Erich-Ollenhauer-Staße und der Oberadener Heide zu fliehen. Doch die Polizisten blieben ihm auf der Spur. Nachdem weitere Streifenwagen in Oberaden eingetroffen waren, umstellten die Beamten den Wald. Schließlich kam der junge Mann der mehrmaligen Aufforderung nach, sich zu stellen. Noch an Ort und Stelle gab er den Einbruchsversuch in das Optik-Geschäft zu.

Verstoß gegen das Waffengesetz

Doch nicht nur deshalb dürfte der junge Mann Ärger mit der Justiz bekommen. Die Polizisten entdeckten bei ihm eine Softair-Waffe. „Das ist eine so genannte Anscheinswaffe, die man laut Waffengesetz nicht bei sich führen darf“, erläuterte Polizei-Sprecher Christian Stein. Allerdings handelt es sich bei diesem Verstoß um eine Ordnungswidrigkeit. Schwerer als diese dürfte zudem der Vorwurf des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr wiegen, den der Verdächtige mutmaßlich beging, als er den Gullydeckel aus der Straße hob.

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Das ist eine Straftat, für die die Höchststrafe fünf Jahre Haft beträgt. Der junge Mann kam noch im Laufe des Donnerstagmorgen auf freien Fuß, die Polizisten übergaben ihm einem Erziehungsberechtigten.

Obwohl es beim Einbruchsversuch blieb, beklagt Optiker Mittmann einen relativ hohen Schaden. Den Einbau einer neuen Panzerglasscheibe bezifferte er mit 7000 bis 8000 Euro. Aber der Schutz ist offenkundig notwendig. Bei ihm habe es in den vergangenen Jahren mindestens fünf bis sechs Einbruchsversuche gegeben, sagte Mittmann.

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