Das Jockenhöfer-Gelände in Rünthe ist bisher nur zu vermieten oder zu verpachten. Daran könnten die Pläne für ein Hotel scheitern. © Marcel Drawe
Gastronomie in Bergkamen

Schandfleck in Rünthe: Auf Jockenhöfer-Brache soll ein Hotel entstehen

Auf der Brache an der Jockenhöfer-Kreuzung in Rünthe sprießt bisher nur Unkraut. Das könnte sich bald ändern: Ein Unternehmer aus Werne hegt Pläne für ein Hotel – sie sind schon recht konkret.

Wenn es nach den Plänen von Alfons Böcker aus Werne geht, dann wird sich bald auf einem der hartnäckigsten Schandflecke in Bergkamen etwas tun. Er will ein Hotel auf der Brachfläche an der sogenannten Jockenhöfer-Kreuzung an der Werner Straße/Westenhellweg in Rünthe errichten.

Böcker kommt aus Werne und hat sowohl Erfahrung mit Bauen als auch mit Gastronomie: Der Diplom-Ingenieur betreibt die Firma Böcker Projektbau GmbH. Außerdem gehört ihm das Diner „Route 66“ an der Kamener Straße in der Nachbarstadt, das er gerade wiedereröffnet hat. Mit dem will Böcker expandieren. Allerdings nicht an die Jockenhöfer-Kreuzung: „Die ist nur ungefähr einen Kilometer von meinem Laden entfernt“, sagt er – er wolle sich ja nicht selbst Konkurrenz machen.

Alfons Böcker betreibt bereits das Diner „Route 66“ in Werne – nun will er auch in Bergkamen aktiv werden. © Reininghaus © Reininghaus

Ein „Boardinghaus“ mit Zimmern und Apartments

In Rünthe plant Böcker deshalb ein so genanntes Boardinghouse. Das ist eine Art Hotel im Niedrig-Budgetbereich mit Zimmern und Apartments, die auch für längerfristige Nutzer gedacht sind – zum Beispiel Menschen, die beruflich in der Umgebung zu tun haben. Die Lage an der viel befahrenen Kreuzung hält Böcker für ideal dafür.

Die Gespräche mit dem Grundstückseigentümer seien auf gutem Wege, sagt er. Auch im Rathaus stießen die Pläne auf positiven Widerhall. „Jeder der in Bergkamen einen Hotelstandort plant, ist einmal willkommen“, sagt dazu Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters. Das Grundstück in Rünthe sei sicherlich grundsätzlich dafür geeignet. Auf der Fläche, die so etwas wie das Eingangstor nach Bergkamen bildet, stand lange die Ruine der ehemaligen Gaststätte Jockenhöfer – seitdem sie vor ein paar Jahren abgerissen worden ist, sprießt dort nichts außer Unkraut.

Das könnte sich jetzt ändern. Vorausgesetzt, Böcker findet einen Betreiber für das Hotel und kann das Projekt auf diese Weise finanzieren. In Eigenregie will er es nicht führen.

Alfons Böcker hat das „Route 66“ vor kurzem wiedereröffnet. © Wilco Ruhland © Wilco Ruhland

Plan für ein Diner und ein Hotel in Rünthe

Böcker hatte noch einen Plan B in Bergkamen: Ein Diner samt Hotel, das er auf einem städtischen Grundstück iin Rünthe an der Ecke Industriestraße und Sandbochumer Weg errichten wollte. „Für das Diner habe ich einen Betreiber gefunden, für das Hotel nicht“, sagt er.

Deshalb will er jetzt das Vorhaben an der Jockenhöfer-Kreuzung vorantreiben. Böcker ist optimistisch, einen Partner dafür zu bekommen. Dafür spreche nicht nur die zentrale Lage. So ein Boardinghouse könne man mit einem relativ geringem personell Aufwand betreiben, weil sich viel automatisieren lasse. Der Betreiber müsse nicht mal einen Koch einstellen, weil eine gastronomische Zusammenarbeit mit seinem „Route 66“ möglich ist.

Der Innenbereich des Diner Route 66 in Werne ist in dezenten Grau-, Beige- und Brauntönen gehalten.
Der Innenbereich des Diner Route 66 in Werne ist in dezenten Grau-, Beige- und Brauntönen gehalten. © Böcker © Böcker

Die Bauarbeiten dauern nicht sehr lange

Wenn es Böcker gelingt, die Finanzierung für seine Herberge an der Jockenhöfer-Kreuzung auf die Beine zu stellen, könnten die Bauarbeiten ebenfalls recht zügig über die Bühne gehen. Die Böcker Projektbau errichtet laut ihrer Homepage Wohn-, Hotel- sowie Gastronomiegebäude mit vorgefertigten Modulen, was eine schnelle Bauweise garantiere. „Die Bauarbeiten dauern drei bis vier Monate“, sagt Böcker. Allerdings hätten die Module eine mehrmonatige Lieferfrist.

Eine Parkplatz-Ein- und Ausfahrt für das Gelände zu bauen, dürfte nicht ganz einfach sein. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Zudem braucht er noch eine Baugenehmigung. Aber auch da sieht der Unternehmer keine allzu großen Probleme. Den Entwurf jedenfalls habe er schon einmal mit der Stadt Bergkamen abgesprochen. Deshalb blickt Böcker ziemlich hoffnungsfroh auf die Brachfläche: Wenn es gut läuft, könnten dort noch in diesem Jahr die ersten Gäste übernachten.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne
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