Der Netto in Weddinghofen soll in einen Neubau auf der grünen Wiese am Häupenweg umziehen. Nun ist klar, wer gegen diesen Plan geklagt hat. © Stefan Milk

Richter lassen sich viel Zeit mit ihrer Entscheidung über neuen Netto in Weddinghofen

Die Debatte um den umstrittenen neuen Netto-Markt auf der grünen Wiese am Häupenweg ist ein wenig abgeflaut. Die Sache liegt derzeit vor Gericht. Und dort droht sie zu einer Hängepartie zu werden.

Falls Lina Jenny Ostendorff mit ihrer Klage den umstrittenen Neubau eines Netto-Marktes in Weddinghofen verzögern will, hat sie ihr Ziel erreicht. Ob sie ihn allerdings verhindern kann, steht noch nicht fest.

Darüber hat das Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen zu entscheiden. Bisher ist jedoch überhaupt noch nicht klar, wann das geschieht: Es gebe noch keinen Termin für die Verhandlung, sagte der Pressesprecher des Gerichts, Richter Dr. Klaus Weisel, auf Anfrage. Er wisse auch nicht, ob das Hauptsacheverfahren noch in diesem Jahr terminiert werden könne.

Die Klage richtet sich gegen die Stadt Bergkamen

Dabei liegt die Klage bereits seit dem vergangenen Sommer in Gelsenkirchen. Sie richtet sich gegen die Stadt Bergkamen. Diese hatte dem Bergkamener Architekten Bastian Geise sowie den Gebrüdern Thilo und Tobias Kamps eine positive Antwort auf ihre Bauvoranfrage erteilt.

Auf dieser Wiese neben dem Wellenbad-Parkplatz soll der Neubau entstehen. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Die Investoren wollen auf dem Feld neben dem Wellenbad-Parkplatz am Häupenweg einen Neubau erreichten. In den soll den Plänen zufolge der Netto-Markt ziehen, der sich derzeit an der Schulstraße befindet. Zudem soll am Häupenweg ein „Trinkgut“-Getränkemarkt öffnen.

Umweltschützer lehnen die Pläne ab. Sie fürchten unter anderem um die geschützten Steinkäuze, die auf dem Feld neben dem für den neuen Netto vorgesehenen Grundstück leben.

Diese Fläche gehört zu dem Bauernhof Ostendorff. Dessen Eigentümerin hatte die Klage in Gelsenkirchen eingereicht. Sie ist die Tochter des Bundestagsabgeordneten Friedrich Ostendorff (Bündnis 90/Die Grünen).

Investoren halten an ihren Plänen fest

Trotz der Verzögerung durch das Gerichtsverfahren halten die Investoren an ihrem Vorhaben fest. Das bestätigte Bastian Geise auf Nachfrage. Aus den ursprünglichen Plänen, den neuen Einkaufsmarkt in diesem Jahr zu eröffnen, dürfte wohl nichts werden. Sorgen, dass ihm Netto und Trinkgut in der Zwischenzeit als Mieter abspringen könnten, macht sich Geise nicht: „Wir haben Verträge unterschrieben.“

Zur völligen Untätigkeit sind Geise und seine Partner derzeit nicht verurteilt: Sie haben bereits im vergangenen Jahr ein Artenschutzgutachten über die Steinkäuze in Auftrag gegeben, das Bestandteil der Baugenehmigung sein wird. Der Gutachter ist derzeit bei der Arbeit, berichtet Geise: In diesen Tagen beginnt die Nist- und Brutzeit der geschützten Vögel, die in Weddinghofen leben.

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Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne

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