Reh verirrt sich in der Innenstadt und bleibt im Zaun stecken – Feuerwehreinsatz

dzFeuerwehr Bergkamen

Ein Reh hat sich in der Bergkamener Innenstadt verirrt und blieb im Zaun stecken. Die Feuerwehr musste es retten. Es ist nicht der erste Fall dieser Art.

Bergkamen

, 28.07.2020, 15:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir haben auch schonmal Rehe bei Schnückel vorm Fenster gehabt. Sie sind unterwegs und wenn eine Störung da ist, weichen sie aus. Dann findet man sie auch mal in dicht besiedelten Gebieten“. Reinhard Middendorf, Jäger in Bergkamen und Vorsitzender der Kreisjägerschaft Unna, hat schon viel erlebt. Rehe, die sich die Auslage bei Schnückel anzusehen scheinen, Rehe vor der Thomaskirche in Overberge oder auch ein Reh, das in Weddinghofen in einem Zaun hängen geblieben ist. „Zäune haben eine gewisse Spaltenbreite. Wenn Rehe in Sorge sind, dann laufen sie da schonmal rein und kommen dann nicht mehr weg“, weiß Middendorf.

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Und genau um so einen Fall muss es sich auch bei dem Feuerwehreinsatz am Wochenende gehandelt haben. Denn am Sonntagnachmittag wurde die Einheit Mitte zur Eichendorffstraße gerufen. Dort habe ein Reh mit der Hüfte im Zaun festgesteckt, wie Feuerwehrchef Dirk Kemke auf Nachfrage erklärt.

Passanten hätten das Reh entdeckt und die Feuerwehr gerufen. „Die Kollegen haben den Zaun mit Hilfe von hydraulischen Geräten, die normalerweise bei Verkehrsunfällen benutzt werden, auseinander gebogen und das Tier befreit“, berichtet Kemke. Ein Jäger habe das Tier vor Ort untersucht und man habe es dann frei gelassen. Es war unverletzt.

Feuerwehr Bergkamen holte sechs Rehe aus dem Datteln-Hamm-Kanal

Das ist noch einmal gut gegangen. Selbstverständlich ist das aber leider nicht. Sowohl Middendorf als auch Kemke haben es oft genug mit Fällen zu tun, die anders ausgehen. „Für uns ist es immer ein Problem, wenn ein verletztes Tier vom Jäger erlöst werden muss“, so Kemke. Doch manchmal ist es sogar dafür zu spät.

Die Feuerwehr muss immer wieder Rehe aus dem Datteln-Hamm-Kanal holen, nicht immer lebendig. Dieses Jahr waren es laut Kemke bisher sechs Rehe. Nur zwei davon konnten lebend geborgen werden. Es klingt grausam, es ist grausam, aber es ist leider zur Normalität geworden. Jahr für Jahr muss die Feuerwehr im Frühjahr zum Kanal ausrücken, um dort Rehe – im besten Fall – vor dem Ertrinken zu retten.

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Seit Jahrzehnten passiert das um Mai und Juni herum immer wieder. Dann hört es abrupt wieder auf“, so Kemke. Das sei ein Zeichen dafür, dass das etwas mit dem Revierverhalten der Tiere zu tun habe. Es liege entgegen mancher Vermutung aber nicht daran, dass Hunde die Rehe ins Wasser jagen, sagt Kemke.

Rehe sind derzeit auf Partnersuche und viel in Bewegung

Dafür, dass zurzeit wieder Rehe ins Wasser fallen und auch dafür, dass das Reh sich am Sonntag in der Innenstadt verirrt hat, könnte es eine simple Erklärung geben. „Es ist Blattzeit. Die Böcke treiben die Ricken und wollen sich vermehren. Da ist ordentlich Trubel in den Revieren“, drückt es Middendorf für den Laien verständlich aus. Entweder werden die Weibchen von den Männchen gejagt, was quasi zum Paarungsspiel dazugehört, oder aber die Männchen jagen sich gegenseitig – im Streit um eine Ricke.

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Und dann kann es eben mal passieren, dass sich ein Tier verirrt. Das Weibchen von Sonntag hatte noch einmal Glück. Es wurde rechtzeitig gesehen und konnte unverletzt weiterhüpfen.

Auf den Straßen ist es derzeit übrigens recht ruhig. „Toi toi toi, bei mir im Gebiet gab es seit dem 1. April erst einen Rehwildunfall“, sagt Middendorf, der sonst eher die Autofahrer vor Rehen auf den Straßen warnen musste. Doch es muss ja auch mal gute Nachrichten geben.

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