Raver lassen es am Bergkamener Kanal krachen

dzLaute Party

Viel zu laute Musik, viel zu viel Müll und dazu noch eine Reihe von Autos, die direkt am Kanal parken: Claudia Nachtwey ist über das Verhalten einer Gruppe Kanalbesucher am Wochenende so sauer, dass sie sich beim Ordnungsamt der Stadt Bergkamen beschwert.

Bergkamen

, 24.07.2018, 13:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das hatte noch in der vergangenen Woche betont, dass derlei Vorfälle nur noch Seltenheitswert haben, weil in der Vergangenheit seitens der Stadt viel Aufklärung betrieben wurde. Vor rund drei Jahren waren die Kanalpartys im Sommer noch ein ständiges Ärgernis und führten immer zu Beschwerden, weil sich Anwohner oder andere Nutzer des Kanals durch zu laute Musik und Müll belästigt fühlten. Doch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes suchten das Gespräch mit den Feiernden und brachten die Müllbeutel gleich mit (wir berichteten).

Vorbeugende Maßnahmen, die zumindest am Wochenende offenbar keine Wirkung zeigten: Claudia Nachtwey kommt aus Werne und ist regelmäßig in ihrer Freizeit am Kanal unterwegs. „Und das auf beiden Seiten. Aber was ich jetzt dort erlebt haben, sprengt Grenzen“, sagt Nachtwey. Sie war am Sonntagnachmittag zunächst am Beversee unterwegs und auf dem Rückweg zur Marina hallte ihr von der gegenüberliegenden Seite am Wehr laute Musik entgegen. So laut, dass sich die Spaziergängerin noch auf der anderen Seite vom Lärm belästigt fühlte. „Über den Müll, der üblicherweise nach solchen Treffen dort liegen bleibt, will ich gar nicht reden,“ ärgert sich Claudia Nachtwey. Und es sei bei weitem nicht so, dass das Probleme der Kanalpartys keines mehr sei. Als regelmäßige Besucherin habe sie bislang nicht entdecken können, dass es am Wasser in Rünthe nun ruhiger zugehe.

„Das ist ein Problem, das sich immer dann ergibt, wenn wir gutes Wetter haben“, sagt Ordnungsamtsleiter Heiko Brüggenthies. Die unterschiedlichen Interessen der Besucher rund um den Kanal führten schon mal dazu, dass sich der eine oder andere auch bei der Stadt beschwere. Unter anderem auch Anhänger der Raver-Szene drehen die Musik gerne ein wenig lauter. „Wenn wir davon hören, fahren wir natürlich auch vorbei“, sagt Brüggenthies.

Allerdings ist die Stadt Bergkamen nur bedingt zuständig: Zwar leeren Mitarbeiter des Ordnungsamtes mindestens zweimal in der Woche die Papierkörbe entlang der Grünstreifen am Kanal und werden auch aktiv, wenn es zu laut wird – vorausgesetzt, sie werden davon in Kenntnis gesetzt. Ansonsten ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Rheine zuständig. Das hat den Bereich am Kanal auch ausdrücklich als Betriebsweg gekennzeichnet – und duldet die Ausflügler nur. Grillen ist wie berichtet ohnehin dort verboten, und Musik nur, wenn sie andere nicht stört.

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